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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Integration durch Sport, Sprache und Schlemmereien
Zwischenüberschrift:
120 Gäste beim zweiten von der TSG Burg Gretesch veranstalteten Essen mit syrischen Spezialitäten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Integration durch Leben und Bewegen″ ist das Motto, unter dem die TSG 07 Burg Gretesch jetzt zum zweiten Mal zu einem syrischen Essen einlud. Zubereitet und serviert wurden die Schlemmereien durch die asylsuchenden Gäste, die seit November über der Geschäftsstelle leben.
Bereits beim Betreten des Clubhauses stiegen den rund 120 Besuchern verführerische Speisedüfte in die Nase. Das erste syrische Essen bei der TSG hatte rund 100 Gäste angelockt. Bei der zweiten Auflage wurde der große Zuspruch noch einmal getoppt. Jürgen Bußmann vom Vorstand begrüßte 120 erwartungsvolle Teilnehmer und lieferte allgemeine Informationen zum Flüchtlingsprojekt des Sportvereins.
Mit Dolmetscher Mohamad Alomar an seiner Seite gab er einen kurzen Rückblick auf die Aufnahme der insgesamt 14 Syrer im November des vergangenen Jahres und auf anfängliche Zweifel: Als ich damals an der Geschäftsstelle ankam und mir Dr. Skati schon früh morgens mit dem Staubsauger im Flur entgegenkam, wurden diese jedoch schnell ausgeräumt.″
Am 1. Juli verlässt Mohammed Skati den Verein. Denn das Netzwerk der TSG funktioniert gut. Binnen einer Stunde war für den gelernten Radioingenieur aus Damaskus und seine über die Türkei nachkommende Familie mit drei Kindern eine Wohnung gefunden. Auf Deutsch bedankte sich der Betroffene selbst bei seinem Chef Herrn Bußmann und allen anderen Deutschen″ für die Hilfe.
Ein besonderer Dank der Flüchtlinge und auch des Vereinsvorstands gilt Uschi Lossin und Peter Schmidt. Als Ehrenamtliche der Jakobusgemeinde startete das Ehepaar von Anfang an mit den Asylsuchenden zum regelmäßigen Sprachunterricht durch. Jutta Stockmann (TSG-Geschäftsführerin) und Tina Stellmacher (Pächterin der Clubgaststätte Spielerzimmer″) erhielten Blumen und Anerkennung für die gesamte Organisation des Abends.
Noch vor der Eröffnung des Buffets war es Jürgen Bußmann ein großes Anliegen, der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung den Dank des Vereinsvorstands auszusprechen. Die Stiftung, deren Motto Bewegen, Integrieren, Fördern″ ist, hatte das Flüchtlingsprojekt auf Antrag mit 10 000 Euro bezuschusst, sodass der Verein Kosten begleichen konnte, die ihm etwa durch den Einbau einer Gemeinschaftsküche oder durch die Nutzung von Fernsehen und Internet entstanden waren.
Stellvertretend für die Stiftung war Seda Rass-Turgut (Vorstandsmitglied und zugleich Integrationsbeauftragte der Stadt Osnabrück) erschienen und übermittelte Grüße der übrigen Entscheider: Dr. Sönke Burmeister (Geschäftsführer) und Clemens Kurek (Projekte).
Seda ist arabisch und bedeutet Stimme, und ich erhebe gerne meine Stimme für Ihre Arbeit″, betonte die junge Frau, die kurz zuvor zwecks Doppelpassspiels″ drei individuell beflockte Trikots mit den entsprechenden Vornamen und der Nummer 10, Deutschland- und Syrienflagge sowie TSG- und Lotto-Sport-Stiftungs-Logo überreicht bekam.
Die Auswahl orientalischer Schlemmereien reichte dann von landestypischen Vorspeisen wie Falafel und Mutabel (eine würzige Creme aus Auberginen, Joghurt, Zitronensaft, Knoblauch und Kümmel) über erfrischend-leichte Salate wie Tabule und Fatusch sowie Kebbe (ein herzhaftes Hauptgericht aus Hackfleisch, Nüssen und Zwiebeln) bis hin zu raffinierten Pizzavarianten, Hähnchenfleisch vom Grill und süßen kleinen Kuchen mit Kokos und Mandelsplittern. Mein Mann musste mich überreden, erst wollte ich gar nicht mit. Das schmeckt alles so lecker… ich könnte nächste Woche direkt wieder kommen″, sagte Luise Middelberg überzeugt.
Der Überschuss des Begegnungsabends (pro Person wurden 10 Euro plus Getränkekosten erhoben) fließt unter dem Motto Mobilität″ als Sachspende an die Flüchtlinge zurück. Angeschafft werden davon zum Beispiel Sportsachen, Fahrräder oder auch Laptops zum Kontakthalten mit der Familie. Mit Sherwan Hesso, dessen Asylgesuch inzwischen anerkannt wurde, stellte die TSG bereits den ersten FSJler ein, der seit dem 1. April offiziell als Fußballtrainer aktiv ist.

Bildtext:

Dr. Mohammed Skati, Jürgen Bußmann (Vorstand TSG), seine beiden Enkelsöhne (im Bild: Benn-Lasse Pott), Dolmetscher Mohamad Alomar, Seda Rass-Turgut (Vorstand Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung) und alle, die der Einladung zum syrischen Essen gefolgt waren, hatten spürbar Freude an diesem vorbildlichen Begegnungsabend. Foto: Osterfeld
Autor:
jop


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