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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zeuge grausamer Kriegstaten
Zwischenüberschrift:
Remarque-Zentrum: Fotos von Armin T. Wegner
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Nach der umfassenden Ausstellung zum Leben und Werk des Schriftstellers und Fotografen Armin T. Wegner, die im vergangenen Jahr im Erich- Maria-Remarque-Friedenszentrum zu sehen war, widmet sich jetzt eine Schau den Bildern, die er von der Vertreibung des armenischen Volkes machte.
Osnabrück. Fotograf eines Völkermordes″ lautet der Titel der Ausstellung, die jetzt im Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum eröffnet wurde. Wegners Fotos dokumentieren die unglaublichen Gräueltaten, durch die das Volk der Armenier im Ersten Weltkrieg dezimiert wurde. Bezeichnenderweise gab der Fotograf den Aufnahmen Titel wie Verhungerter Knabe″, Sterbender Armenier″ oder Leichen in der Wüste″.
Auch wenn es Diskussionen über die Authentizität von bestimmten Fotos gibt, die den Genozid an den Armeniern durch das Osmanische Reich belegen sollen die Aufnahmen von Wegner gehören sicherlich nicht dazu. Dafür bürgt die Armin T. Wegner-Gesellschaft, die das Erbe des Wuppertalers verwaltet und kulturhistorisch aufbereitet. So erfährt man in der Ausstellung auch die Hintergründe, wie es zu den Fotos gekommen war.
Wegner, leidenschaftlicher Fotograf, war während des Ersten Weltkriegs als Sanitätsoffizier des Roten Kreuzes nach Bagdad beordert worden. Trotz strengen Zugangsverbotes begab er sich in die Flüchtlingslager in der Region, wo er Zeuge der grausamen Verbrechen wurde und er drückte auf den Auslöser seiner Kamera.
Briefe, die ihm Gefangene in den Lagern zugesteckt hatten, schmuggelte er zur Amerikanischen Botschaft, seine Fotos und Negative brachte er unter einer Bauchbinde″ zurück nach Deutschland. Nicht zuletzt wegen seiner Erlebnisse während des Krieges war Wegner überzeugter Pazifist.
Berichte von der Barbarei
Daher stellte er von den Negativen Glasplattendiapositive her, mit denen er Vortragsreisen unternahm, um den Menschen in Deutschland von der Barbarei des Krieges zu berichten.
1933 wurde die Gestapo auf ihn aufmerksam, unter anderem wegen seines Briefs an Adolf Hitler, in dem er gegen die Judenverfolgung protestierte. Später wurden seine Bilder und Bücher verbrannt.
Im hinteren Bereich des Ausstellungsraums darf man sich jetzt von kleinen Papierabzügen mit harmloseren Motiven ablenken lassen. Zwischen 1927 und 1929 hatte Wegner Reisen in den Kaukasus, nach Ägypten, Palästina und Persien unternommen. Er war mit einem speziell umgebauten Ardie-Motorrad unterwegs, denn teilweise begleitete ihn seine Ehefrau, außerdem musste er sein Foto-Equipment transportieren. Allein die Maschine sorgte für Aufsehen, was die Fotos dokumentieren.
Land und Leute
Ansonsten machte er beeindruckende Aufnahmen von Land und Leuten. In Transkaukasien hielt er beispielsweise typisch schwäbische Bauernhäuser im Bild fest, die von Kaukasiendeutschen in Katharinenfeld, später Luxemburg, heute Bolnissi in Georgien, gebaut worden waren. In Teheran, der Hauptstadt Persiens, lichtete er spielende Kinder auf der Straße, Würfelspieler oder junge Mädchen ab. Leider sind die Fotos nur als kleine, vergilbte Original-Vergrößerungen auf Papier erhalten.
Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum (Markt 6): Fotograf eines Völkermordes″, Ausstellung mit Fotografien von Armin T. Wegner. Bis 31. Juli, Di.-Fr. 10-13 Uhr und 15-17 Uhr, Sa. und So. 11-17 Uhr.

Einen Bericht und Bilder zur Wegner-Schau 2015 finden Sie unter noz.de/ kultur-regional
Bildtexte:
Eindrucksvolle Aufnahmen eines Zeitzeugen: " Fotograf eines Völkermordes" heißt in deutlicher Sprache der Titel der Schau von Armin T. Wegner im Erich-Maria-Remarque-Zentrum.
Porträtfoto vom Fotografen Armin T. Wegner.
Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Tom Bullmann


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