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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nahverkehrszüge fallen aus
Zwischenüberschrift:
Grundsteinlegung fürs neue Stellwerk am 23. Mai
Artikel:
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Originaltext:
Großer Bahnhof für das elektronische Stellwerk: Zur Grundsteinlegung am 23. Mai in Osnabrück werden führende Köpfe aus DB-Konzern und Bundesverkehrsministerium erwartet. Unterdessen zeichnen sich die konkreten Auswirkungen der Dauerbaustelle auf den regionalen Zugverkehr ab.
Osnabrück. Das elektronische Stellwerk (ESTW) entsteht knapp einen Kilometer nördlich vom Hauptbahnhof nahe der Sportanlage Klushügel im Stadtteil Gartlage. Es ersetzt 16 Stellwerke mit veralteter Technik. Das ESTW Osnabrück ermöglicht es, Signale und Weichen über zig Kilometer hinweg am Computer zu stellen.
175 Millionen Euro kostet der Neubau Anpassung der gesamten Leit- und Sicherheitstechnik eingeschlossen. Es ist eine der größten Investitionen der Deutschen Bahn in Niedersachsen. Für den Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube zudem eine besonders lohnenswerte. Denn vom ESTW Osnabrück sollen Bahnkunden unmittelbar profitieren. Wenn die neue Technik läuft, können wir die Blockabstände, also den Abstand zwischen zwei fahrenden Zügen, verringern und damit deutlich pünktlicher sein″, erklärte der Bahnchef im Gespräch mit unserer Redaktion.
Zur Grundsteinlegung am 23. Mai sind nach NOZ-Informationen mehrere Bahn-Vorstände und Staatssekretär Enak Ferlemann eingeladen. In Betrieb gehen soll das elektronische Stellwerk dann in zwei Stufen: 2019 entlang der Nord-Süd-Strecke, 2021 an der Ost-West-Achse. Am Ende werde das ESTW Osnabrück eines der größten in Deutschland sein. Bahnchef Grube: Osnabrück ist wichtig sowohl für den Nord-Süd-, als auch die Ost-West-Verkehre. Das neue Stellwerk bedeutet eine deutliche Verbesserung für die Infrastruktur im Großraum der Stadt und für die Strecken rund um Osnabrück über eine Länge von rund 100 Kilometern.″
Bogen um Osnabrück
Ein Teil der ESTW-Bauarbeiten hat bereits begonnen. Seit Ende April werden entlang der Bahnstrecke Osnabrück–Belm Kabel vergraben und Oberleitungen gespannt. Bis zum 8. August bleibt deshalb der Bahnübergang Ickerweg an den meisten Wochenenden gesperrt. Durchschnittlich zwölf Güterzüge pro Tag würden dann umgeleitet, teilt die DB mit.
Weitaus gravierender sind jedoch die Auswirkungen auf den Bahnverkehr, wenn die Großbaustelle den Streckenabschnitt Osnabrück–Lengerich erreicht. Nach DB-Angaben ist dies vom 8. August bis 7. November der Fall. Güterverkehr wird dann großräumig umgeleitet. Freitags und sonntags machen einzelne Fernzüge einen Bogen um Osnabrück. Und auch im Nahverkehr kommt es zu erheblichen Störungen.
So fährt auf der Linie RB 75 („ Haller Willem″) zwischen Osnabrück und Bielefeld vom 8. bis 17. Oktober voraussichtlich kein einziger Zug. Es wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen auf der gesamten Strecke eingerichtet″, teilte die Nordwestbahn (NWB) mit. Ursprünglich war dies nur auf dem Abschnitt Osnabrück Wellendorf vorgesehen. Ein Ersatzfahrplan für den genannten Zeitraum werde noch erstellt, so NWB-Sprecher Maik Seete.
Auf wochenlange Zugausfälle im Sommer müssen sich auch Fahrgäste auf der von der Westfalenbahn bedienten Linie RB 66 („ Teuto-Bahn″) Osnabrück–Münster gefasst machen. So werden nach Informationen von DB und WFB voraussichtlich vom 14. August bis 1. September zwischen Osnabrück und Lengerich keine sogenannten Verstärkerzüge fahren. Das heißt, statt halbstündlich verkehren die Pendlerzüge dann nur stündlich.
Bereits vom 15. bis 22. Mai kommt es auf der Linie RB 66 in Richtung Münster wegen Bauarbeiten zum Ausfall des Haltes Lengerich. Reisende mit dem Ziel Lengerich müssen dann bis Kattenvenne fahren. Von dort werden sie mit Sonderbussen nach Lengerich gebracht.
Wer ab Lengerich mit dem Zug in Richtung Münster fahren will, kann sich ebenfalls von Sonderbussen zum Bahnhof Kattenvenne bringen lassen und dort in die Teuto-Bahn einsteigen. Ein Ersatzfahrplan mit sämtlichen Ankunfts- und Abfahrtszeiten steht im Internet auf www.westfalenbahn.de als Download zur Verfügung.

Bildtext:

Fahrgäste der Westfalenbahn-Linie RB 66, die Münster und Osnabrück verbindet, müssen sich wegen des Stellwerkbaus auf Zugausfälle gefasst machen. Foto: imago/ Rüdiger Wölk

Das elektronische Stellwerk Osnabrück (ESTW) entsteht knapp einen Kilometer nördlich vom Hauptbahnhof nahe der Sportanlage Klushügel im Stadtteil Gartlage. Foto: Michael Gründel

Elektronische Stellwerke wie dieses in München steuern Signale und Weichen in weitem Umkreis per Mausklick. Fahrdienstleiter können dadurch größere regionale Bereiche überwachen. Foto: imago/ HRSchulz

Kommentar:

Stellwerke

Nach Angaben der Deutschen Bahn sind tagtäglich 40 000 Personen- und Güterzüge auf dem deutschen Schienennetz unterwegs. Wie aber werden sie gesteuert?

In den Anfängen der Eisenbahn wurden Signale und Weichen einzeln und händisch vor Ort gestellt. Ende des 19. Jahrhunderts gingen dann die ersten mechanischen Stellwerke in Betrieb. Signale und Weichen werden bei dieser Bauart über Hebel und Drahtzüge gestellt. Stellwerksmitarbeiter müssen sich per Augenschein davon überzeugen, ob das Gleis, in das ein Zug fahren soll, auch wirklich frei ist. Laut DB gibt es 839 mechanische Stellwerke in Deutschland (Stand Juli 2015).

Elektromechanische Stellwerke, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Einsatz sind (zurzeit 339 Stück in Deutschland), machen die schwere körperliche Arbeit ihrer Vorläufer entbehrlich. Sie wandeln mechanische Bedienhandlungen des Personals in elektrische Impulse um. So können Weichen und Signale automatisch gestellt werden. Auch die Kontrolle der Anlagen fällt leichter, denn ihre Betriebszustände werden im Stellwerk über verschiedenfarbige Lichtpunkte angezeigt.

Das erste rein elektrische Stellwerk (Relaisstellwerk) wurde 1949 fertiggestellt. Gleispläne sind hier schematisch auf Stelltischen abgebildet, an denen alle Bedienhandlungen über Drucktasten vorgenommen und Betriebszustände angezeigt werden. Relaisstellwerke sind nach Bahn-Angaben in Deutschland am meisten verbreitet (1397 von insgesamt 3090 Stück).

Elektronische Stellwerke (ESTW) sind bei der DB seit 1988 im Einsatz. Sie stellen Signale und Weichen in weitem Umkreis mit Computertechnik per Mausklick. Fahrdienstleiter können dadurch größere regionale Bereiche steuern und überwachen. Der Infrastruktur-Zustandsbericht 2014 listet bundesweit 424 ESTW auf (13 Prozent).
Autor:
Sebastian Stricker


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