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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein steter Quell des Ärgers
Zwischenüberschrift:
Sommerbar und Almhütte: Hotelier will in Bahnhofsbrunnen investieren, findet aber kaum Gehör
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Biergarten im Sommer und Ski-Hütte im Winter: So sollte der defekte Dreiecksbrunnen am Osnabrücker Hauptbahnhof genutzt werden. Passiert ist bisher nichts. Warum?
Osnabrück. Es ist eine scheinbar endlose Dreiecksgeschichte. Die Beteiligten: Hotelier Horst Strasser, Architekt Helge Bofinger und die Stadt Osnabrück.
Horst Strasser, Eigentümer des Advena-Hotels, hat konkrete Vorstellungen, wie das trostlose Dreieck vor seiner Tür wieder zu einem Schmuckstück des Platzes werden könnte: im Sommer eine Lounge auf Vier-Sterne-Niveau mit Sofas und Sitzecken unter Sonnensegeln, im Winter eine kuschelige Almhütte mit Feuerschalen und rustikaler Après-Ski-Atmosphäre. Bis zu 60 Gäste könnten dort Platz finden.
Strasser ist bereit, etwa 100 000 Euro in die Hand zu nehmen, um das Schmuddel-Eck nutzbar zu machen. Die Stadt sollte nach seinen Vorstellungen den Brunnen an zwei Stellen öffnen, einen Holzboden einlegen und Strom- und Wasseranschlüsse schaffen. Über die Höhe eines Nutzungsentgeltes müsste noch gesprochen werden.
Zur Chefsache gemacht
Als er diese Ideen im vergangenen Jahr der Stadt vortrug, machte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert die Brunnen-Frage zur Chefsache. Er forderte Pläne an, die Strasser von einem Architekten großformatig zeichnen ließ. Seit August liegen diese Entwürfe im Rathaus. Und was ist seither passiert?
Es hat vor fast genau einem Jahr ein Gespräch mit dem Architekten Helge Bofinger gegeben. Der hochdekorierte Professor aus Wiesbaden, der unter anderem die SPD-Zentrale in Berlin und den Ledenhof in Osnabrück entworfen hat, ist die Schlüsselfigur in diesem Wasser-Spiel. Denn in seiner Hand liegen die Urheberrechte. Jede Änderung ist nur mit seiner Zustimmung möglich. Eine Wasserfläche wäre ideal″, sagte der Architektur-Professor am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Wenn eine Sanierung allerdings mit unzumutbaren Kosten″ für die Stadt verbunden wären, würde er von seinem ursprünglichen Konzept abrücken, sagte Bofinger.
Noch einmal abdichten?
Der Zierquell entstand Ende der Neunzigerjahre, als der Bahnhofsvorplatz ein neues Gesicht bekam. Bezahlt wurde er von privater Hand. 2011 zog die Stadt den Stöpsel, weil Wasser auf bisher unbekannten Wegen bis in den Keller des benachbarten Hotels gedrungen war. Eine Grundsanierung würde nach Schätzungen der Stadt zwischen 180 000 und 250 000 Euro kosten. Zu viel für die klamme Kommune. Der Stadtrat beschloss 2015 auf Antrag von SPD und Grünen, dass die Verwaltung ein neues Konzept für den Brunnen entwickeln solle.
Bofinger sagt, er habe im ersten Gespräch einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Demnach sollte noch einmal geprüft werden, ob der Brunnen kostengünstig abgedichtet werden kann. Ich weiß nicht, ob das schon gemacht wurde″, sagte der Architekt.
Nein, diese Nachprüfung steht noch aus, wie Dirk König, Leiter des städtischen Eigenbetriebes Immobilien, am Mittwoch einräumte. Man habe das Ende der Frostperiode abwarten wollen. Wir wollen Platten abnehmen und prüfen, ob noch was zu retten ist″, sagte der Immobilien-Chef.
Horst Strasser hält die neuerliche Prüfung für überflüssig, denn das Kernproblem sei längst identifiziert: Nicht das Becken sei undicht, sondern das unterirdische Abflusssystem. Strasser ist inzwischen frustriert″. Er habe es aufgegeben, bei der Stadt immer wieder nachzuhaken, das kostet zu viele Nerven″.

Bildtext:

Der Brunnen vor dem Bahnhof liegt seit 2011 trocken. Horst Strasser, Chef des Advena Hotels Hohenzollern, hat eine Idee, wie das scharfkantige Dreieck niveauvoll genutzt werden kann.

Foto: hin

Kommentar:

Worauf warten wir noch?

Ja, es war ein schöner Anblick, dieser Wasser-Spiegel vor dem Bahnhof. Ein Hingucker. Ein hübscher Empfang für die Reisenden. Eine gute Idee, die aber, wie wir heute wissen, an der Technik gescheitert ist.

Nach fünf Jahren Stillstand ist es höchste Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Auch wenn Professor Bofinger gern das Wasserspiel erhalten möchte, dürfte doch schon jetzt hinreichend klar sein, dass im Stadtrat keine Mehrheit den Finger für eine Sanierung im sechsstelligen Euro-Bereich heben wird. Und eine billige Flickschusterei, die den nächsten Winter nicht übersteht, verbietet sich von selbst.

OB Griesert erklärte den Brunnen 2015 zur Chefsache. Aber im Fachbereich Immobilien genoss der Zierquell keine besondere Priorität. Verständlich, denn Schulsanierungen oder die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften sind wichtiger. Aber dieses Brunnen-Problemchen müsste sich doch schnell lösen lassen, da ein Investor bereitsteht und der Architekt ein Einsehen signalisiert.

Worauf warten wir noch?
Autor:
Wilfried Hinrichs


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