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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
60 fleißige Studenten aus China sind da
Zwischenüberschrift:
Der Austausch lebt – Wie die Hochschulen in Hefei und Osnabrück kooperieren
Artikel:
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Originaltext:
So schnell kann′s gehen: Vorige Woche traf OB Griesert chinesische Studenten in Hefei, gestern begrüßte er 60 Studierende von der Partner-Universität zum Auslandssemester in Osnabrück. Der Austausch lebt.
Osnabrück. Und das bereits seit über 30 Jahren. Die Kooperation zwischen der Universität Hefei und der Hochschule in Osnabrück bildete die Basis für die freundschaftliche Annäherung beider Städte. Jedes Jahr kommen 60 Studenten in dem kooperativen Studiengang Logistikmanagement in China („ Log in China″) für ein Semester an die Hochschule Osnabrück.
Logistik-Studiengang
Viele der 20- bis 22-Jährigen sprechen sehr gut Deutsch. Wolfgang Griesert wies beim Empfang im Rathaus darauf hin, dass 200 Unternehmen aus der Region Osnabrück geschäftliche Beziehungen zu Unternehmen in Hefei und in Schanghai pflegen. Diese Beziehungen werden Ihnen viele neue Türen öffnen, nutzen Sie Ihren Besuch, um neue Kontakte zu knüpfen″, sagte Griesert. Er hat ein Banner mit altchinesischen Schriftzeichen von seiner Reise mitgebracht. Die Kalligrafie bedeutet: Gemeinsam zum Ziel auf der gleichen Seite des Weges.″ Das solle der Leitspruch für die weitere Freundschaft sein. Ich hoffe, dass viele von Ihnen dauerhaft in unserer schönen Stadt bleiben.″
Auch Heiko Hellwege, der die Osnabrücker Delegation in der vergangenen Woche nach Hefei begleitet hatte, ermunterte die Studierenden, sich deutschen Unternehmen zu öffnen. Chinesische Studentinnen und Studenten sind äußerst fleißig und diszipliniert, schon in kurzer Zeit sprechen sie erstaunlich gut Deutsch.″ Als Anwalt arbeite er viel für chinesische Mandanten. Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm. Wer weiß, vielleicht bin ich eines Tages für ein Unternehmen tätig, wo einer von Ihnen der Boss ist?
Neben Log in China″ unterhält die Hochschule einen weiteren Kooperationsstudiengang mit Schanghai: International Event Management (IEMS)″. 20 Studierende kommen auf diesem Weg zu einem Auslandssemester nach Osnabrück.
Nach chinesischen Angaben sind in den 30 Jahren 1437 Studenten aus Hefei nach Deutschland gekommen, 613 sind den umgekehrten Weg gegangen. Über 300 Dozenten sind jeweils von hüben nach drüben gegangen.
Die politische Begleitung ist vor allem den Chinesen wichtig. Schon die niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, Christian Wulff und Stephan Weil besuchten die Universität Hefei und pflanzten Freundschaftbäume. Vorige Woche ist die Allee einen Baum länger geworden, denn auch OB Griesert und IHK-Präsident Martin Schlichter pflanzten als gemeinsame Delegationsleiter eine Pinie auf dem Campus. 60 Hochschulen und 640 000 Studenten gibt es in Hefei. Die Stadt gehört neben Peking, Schanghai und Shinzhen zu den vier Standorten in China, die zu nationalen Bildungshochburgen ausgebaut werden.
Mit der Hochschulreform will China anwendungsorientierte Hochschulen nach deutschen Fachhochschulmodell entwickeln. Die Hefei-Universität habe in diesem Reformprozess eine Führungsrolle eingenommen und treibe den Transformationsprozess aktiv voran, sagt der Leiter des Hochschulzentrums China (HZC) in Osnabrück, Professor Hendrik Lackner. Das HZC hat hierfür Weiterbildungsveranstaltungen für chinesische Hochschulmitarbeiter und Professoren entwickelt. Die Hefei-Universität entsendet jährlich Delegationen nach Osnabrück. Zusätzlich organisieren die Hochschule Osnabrück und die Hefei-Universität jährlich im Wechsel das Deutsch-Chinesische Symposium zur anwendungsorientierten Hochschulausbildung″.
Die Sievert-Stiftung ermöglicht mit dem Stipendienprogramm Fachkräfte für die Wirtschaft: Deutschland China″ chinesischen Studierenden einen einjährigen Aufenthalt in Osnabrück. Ein halbes Jahr studieren sie an der Hochschule, im zweiten Halbjahr machen sie ein Praktikum bei der Sievert-Baustoffgruppe.
Die Universität Osnabrück steht seit etwa fünf Jahren in Kontakt zur Anhui-University in Hefei, die jährlich 25 Germanistik-Studenten nach Osnabrück entsendet. Sie verbessern hier ihr Deutsch und können sich auf eine Sprachprüfung vorbereiten. Ziel ist es, die jungen Menschen auf ein Studium in Deutschland vorzubereiten. Etwa ein Drittel kommt später zum Studium nach Osnabrück zurück″, sagt Dr. Christiane Beinke, die die China-Kontakte der Uni koordiniert. Den umgekehrten Weg von Osnabrück nach Hefei nehmen nach ihren Angaben nur wenige Studierende. Das liegt an den Studienfächern in Osnabrück. Wenn wir hier Sinologie hätten, wäre das gewiss anders.″

Bildtext:

Empfang chinesischer Studenten. Auf dem Banner, das Wolfgang Griesert aus Hefei mitgebracht hat, steht: Gemeinsam zum Ziel auf der gleichen Seite des Weges.″ Foto: Elvira Parton

Kommentar:

Das ist anders als bei uns

Wer in Rente geht. Männer gehen in China mit 60 und Frauen mit 55 Jahren in Rente. Noch ist das so. Die aus deutscher Sicht sehr komfortable Regelung steht auf der Kippe, denn die Ein-Kind-Politik zeigt auch hier dramatische Folgen. Es gibt immer weniger Einzahler für das umlagenfinanzierte Versorgungssystem nach deutschem Vorbild. Auch die Unternehmen stöhnen. Sie zahlen in etwa zwei Drittel der Sozialversicherungsleistungen, die Arbeitnehmer ein Drittel. In Schanghai erreichen die Lohnnebenkosten dadurch 62 Prozent. Nun denkt die chinesische Führung über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nach. Und da in China immer gleich geklotzt wird, will die Regierung die Altersgrenze in einem Schritt auf 65 Jahre erhöhen für Männer und Frauen gleichermaßen. Frauen sollen mal eben zehn Jahre länger arbeiten. Das wiederum würde dazu führen, dass Großeltern als Kindertagesstätte ausfallen, und arbeitende Eltern sich nach Betreuungsmöglichkeiten umsehen müssten. Denn Kinderkrippen gibt es nicht. Das nächste Problem.
Autor:
W. Hinrichs


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