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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kritik an der Plastiktütengebühr
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Plastiktüten kosten jetzt Geld″ (Ausgabe vom 9. April).

Seit einiger Zeit soll man in vielen Geschäften auch in der Osnabrücker Innenstadt eine Gebühr auf Plastiktüten entrichten. Was für eine grandiose Idee, kurzfristig den Gewinn zu erhöhen (die Kosten für die Behältnisse waren ja auch bisher schon in die Preise einkalkuliert), die schwindende Kundschaft in den Innenstädten an der Nase herumzuführen und den Internethändlern weitere Kunden zuzutreiben. Während in anderen Bereichen sinnlose Verpackungsorgien ungebremst weitergehen (zum Beispiel bei Medikamenten, bei Kleinteilen in Bau- und Elektromärkten, bei Bioprodukten in Lebensmittelmärkten oder bei den Mogelpackungen der Kosmetikindustrie), wird mit der Gebühr für Plastiktüten Kunden ein reines , Umweltgewissen′ suggeriert und Verpackungsindustrie, Einzelhandel und Umweltverbände dürfen sich wieder einmal die Hände reiben, weil erneut eine Möglichkeit erschlossen wurde, Endverbrauchern zusätzliches Geld aus der Tasche zu ziehen.

Könnte es infolge dieser verqueren Denke vielleicht auch dazu kommen, dass immer mehr Kunden die Beratungsmöglichkeiten in unseren Innenstädten nutzen und sich die dort anprobierten Klamotten, die vorgeführten Elektrogeräte oder andere Produkte dann zum gleichen Preis, aber ohne zusätzliche Verpackungsgebühr von den auch in der Innenstadt vertretenen Geschäften und Ladenketten (!), Amazon oder Ebay ins Haus schicken lassen? Und dass dann immer mehr Ladengeschäfte sich entschließen müssen, eine , Beratungsgebühr′ zu erheben? Schöne neue Welt! Wir zahlen die , Plastiktüten-Gebühr′ jedenfalls nicht und werden selbstverständlich auch weiterhin unsere Umwelt nicht damit vermüllen, sondern die noch vorhandenen Beutel ordentlich weiterverwenden beziehungsweise ordnungsgemäß recyceln. Übrigens: Dass Papiertüten oder unter unmenschlichen Bedingungen in Bangladesh gefertigte Baumwoll- oder Jutebeutel in der Umweltbilanz wesentlich schlechter abschneiden als verantwortungsvoll verwendete Plastiktüten, wurde schon vor knapp einem Jahr von der , Servicezeit′ des WDR einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.″

Prof. i. R. Dr. Manfred

Tücke

Hasbergen

Bildtext:

Plastiktüten sind in vielen Geschäften nicht mehr kostenlos zu haben. Foto: imago/ Christian Ohde
Autor:
Prof. i. R. Dr. Manfred Tücke


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