User Online: 1 | Timeout: 11:07Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Fast alle Diesel müssten draußen bleiben
Zwischenüberschrift:
Mit blauer Plakette bekäme die Stadt die NO2-Werte in den Griff, hätte aber ein Problem mit den Bussen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ob die blaue Plakette für Autos mit geringem Schadstoffausstoß jemals kommt, ist ungewiss. Wenn sie kommt, könnte die Stadt damit auf einen Schlag 90 Prozent aller Dieselfahrzeuge aus der Umweltzone verbannen. Es gäbe allerdings ein Problem mit den Bussen.
Osnabrück. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will die Plakette, um den Städten Planungssicherheit für ihre Luftreinhaltungspläne zu geben. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hält sie für mobilitätsfeindlich und setzt alles daran, sie zu verhindern. Wenn nur noch Autos mit Euro-6-Abgasreinigung in die Innenstädte gelassen werden, trifft das vor allem die Besitzer von Dieselfahrzeugen.
Selbst wer sich noch im vergangenen Jahr einen Selbstzünder mit Euro-5-Standard angeschafft hat, müsste sich zu den Ausgestoßenen fühlen. Das Problem: Auch neuere Fahrzeuge emittieren das Sechs- bis Siebenfache der zulässigen Schadstoffe, weil sich die Autoindustrie nicht an die Normen gehalten hat.
Die Emissionen der Dieselmotoren lassen die Stickoxidwerte in vielen Großstädten außer Kontrolle geraten. Stickstoffdioxid (NO2) greift die Schleimhäute und die Atemorgane an, auch für Herz- und Kreislauferkrankungen wird das stechend riechende Gas verantwortlich gemacht. Städte mit schlechter Luft wie Osnabrück stehen deshalb unter Handlungsdruck. Mit der blauen Plakette bekämen sie ein Instrument, um Autos mit hohem NO2-Ausstoß aus den belasteten Zonen fernzuhalten.
Falls sich die Stadt Osnabrück entschließt, diesen Weg einzuschlagen, würde sich das Stickstoffdioxidproblem wohl in Luft auflösen, meint Detlef Gerdts, der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, denn fast jeder dritte motorisierte Untersatz dürfte nicht mit dem himmelblauen Freifahrtschein dekoriert werden.
Damit wäre der Stadt allerdings ein Konflikt mit den ausgesperrten Autofahrern sicher, zumal die mit dem Finger auf eine andere Gruppe von Luftverschmutzern zeigen würden die Busse der Stadtwerke und der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS). „ Wir müssten dann 90 Prozent der jetzigen VOS-Flotte (ca. 225 Busse) und die gesamte Stadtwerke-Flotte ausschließen″, folgert Gerdts.
90 Prozent der Busse sind zwar inzwischen mit der grünen Plakette ausgestattet wären aber ebenfalls Opfer der verschärften Luftreinhaltungsbestimmungen. Und das, obwohl die Busunternehmen viele Millionen Euro investiert haben, um die Abgasstandards zu verbessern. Die Stadt könnte zwar wieder Ausnahmegenehmigungen erteilen, wie es jahrelange Praxis war. Aber nicht gerne, wie Gerdts durchklingen lässt. Denn diese Sonderregelungen sind gerade erst abgeschafft worden. Und an den Grenzwertüberschreitungen in der Johannisstraße würde sich auch nichts ändern.
Es ist auch noch völlig offen, ob die Plakettenpflicht falls sie überhaupt kommt in der Umweltzone oder nur in besonders belasteten Straßen gelten soll. Die Hotspots in Osnabrück also die Punkte mit der höchsten NO2-Belastung. sind der Neumarkt, die Martinistraße und der Schlosswall.

Bildtext:

Himmelblauer Freifahrtschein: So in etwa könnte eine blaue Plakette für besonderes schadstoffarme Fahrzeuge aussehen.

Hier handelt es sich allerdings um eine Fotomontage.

Foto: Gert Westdörp
Autor:
R. Lahmann-Lammert


Anfang der Liste Ende der Liste