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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mehr Spielflächen für Osnabrücker Kinder
Zwischenüberschrift:
Rat unterstützt CDU-Initiative
Artikel:
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Originaltext:
Bewegung tut not vor allem bei Kindern. Diese mittlerweile von niemandem mehr anzuzweifelnde Tatsache hat sich die Osnabrücker CDU zu eigen gemacht und in der jüngsten Ratssitzung gefordert, mehr Spielflächen im öffentlichen Raum zu schaffen.
osnabrück. Für ihren Vorschlag ernteten die Christdemokraten breite Zustimmung quer durch alle Fraktionen. Eva-Maria Westermann erinnerte für die Union an den von der Uni Osnabrück seit 1991 jährlich durchgeführten bundesweiten Kongress Bewegte Kindheit″, dessen Initiatorin, Hochschulprofessorin Renate Zimmer, am Freitag in einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet wird. Westermann forderte die Verwaltung auf, bei der Prüfung, welche kostengünstigen und pragmatischen Möglichkeiten vorhanden sind, um den öffentlichen Raum bewegungsfreundlicher für Kinder gestalten zu können also Straßen, Plätze, Parks und öffentliche Einrichtun gen –, die Ergebnisse der Kongressarbeit einzubeziehen.
Neben einer gesunden Ernährung, so Westermann, sei es vor allem die körperliche Bewegung, die Kindern ein gesundes Wachstum beschere. Zu unterstreichen sei die präventive Funktion des kindlichen Spiels. Aktuell sei etwa jedes fünfte Kind übergewichtig. Dem gelte es entgegenzuwirken, aber auch die Funktion des Spielens für den Austausch untereinander dürfe nicht unterschätzt werden. Fähigkeiten wie Teamgeist, Disziplin, Toleranz und Fairness im Umgang miteinander würden gefördert, und das unabhängig von den Entwicklungsvoraussetzungen, dem kulturellen Hintergrund oder der sozialen Herkunft jedes einzelnen Kindes. Der Mangel an Bewegung entwickle sich auch durch die Folgekosten zu einem Problem für die gesamte Gesellschaft. Kinder brauchen für ihre Entwicklung ausreichend Spielraum″, so Westermann.
Schon in ihrem Änderungsantrag signalisierte die Zählgemeinschaft aus SPD und Grünen ihre generelle Zustimmung zu der CDU-Initiative. Der Bewegungsmangel sei zu einer Zivilisationskrankheit geworden, meinte Kerstin Lampert-Hodgson (SPD). Das freie Spiel im öffentlichen Raum sei gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil der Integration. Ein Umdenken in der Frage, wie dieser öffentliche Raum zu gestalten ist, sei deshalb dringend erforderlich. Wenn es den Kindern gut geht, geht es auch den Bürgern und der Stadt gut″, folgerte Lampert-Hodgson.
Eine von Jens Meier (Grüne) vorgetragene Forderung der Zählgemeinschaft an die Verwaltung ist, sicher zu stellen, dass alle zur dauerhaften Benutzung geeigneten Spiel- und Sportflächen, die im öffentlichen Eigentum sind oder mit öffentlichen Mitteln finanziert worden sind, Kindern und Jugendlichen nach Schulschluss, an Wochenenden und Feiertagen und in den Ferien zur Verfügung stehen″. Meier forderte zudem, in Wohngebieten konsequent Straßen zu Spielstraßen umzuwandeln. Wir müssen uns fragen, wie wir unsere Räume aufteilen″, so Meiers Fraktionsvorsitzender Michael Hagedorn. Für die österreichische Hauptstadt Wien sei errechnet worden, dass dort einem Auto 14-mal so viel Platz zugebilligt werde wie einem Kind.
Es geht um ein Umdenken bei der Stadtplanung″, mahnte Ulrich Sommer (SPD). Mit einer pragmatischen Stadtplanung könne für die Kinderinteressen viel erreicht werden. Deshalb sei auch der Stadtentwicklungsausschuss der richtige Ort, um die Prüfungsergebnisse der Verwaltung vorzustellen.

Bildtext:

Die blau-weiße Idylle auf dem Verkehrszeichen markiert den Beginn einer Spielstraße. Die Politik möchte mehr solche Straßen in Osnabrück haben.

Foto: Archiv/ Petra Ropers

Kommentar:

Am Ball bleiben

Ist die CDU doch nicht so autoaffin, wie ihr ihre politischen Gegner immer unterstellen? Mit ihrem Vorstoß, im öffentlichen Raum mehr Flächen für frei spielende Kinder einzurichten, rennt sie nicht nur bei den Umweltbewegten offene Türen ein.

In schönster Einmütigkeit hat die politische Gemeinschaft der Verwaltung den Auftrag gegeben, mehr für die Spielmöglichkeiten für Kinder zu tun. Ach, liebe CDU, da könnte man ja mit einem Augenzwinkern auch auf die durch die Verbannung des Individualverkehrs frei werdenden Flächen am Neumarkt schauen. Aber so weit wollen wir jetzt mal gar nicht gehen. Wenn durch eine Bewusstseinsveränderung bei den Verantwortlichen bei stadtplanerischen Aktivitäten nicht zuerst an das Auto, sondern an den Menschen und hier insbesondere an die Kinder gedacht wird, ist schon viel erreicht. Dass die CDU hierzu einen Beitrag leisten will und dazu die anderen Fraktionen mit ins Boot geholt hat, ist ohne Wenn und Aber zu begrüßen. Dies vor allem, weil jetzt niemand das ganz große Rad drehen will, sondern ausdrücklich nach pragmatischen und kostengünstigen Lösungen verlangt wird.

Die Einrichtung von mehr Spielstraßen (dazu gehören unbedingt auch temporeduzierende bauliche Maßnahmen) wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung. Aber schon kleine Maßnahmen können viel bewegen. Teure Spielgeräte müssen dabei nicht unbedingt sein.

Dieser Versuch ist in der Großen Straße schon einmal in weiten Teilen gescheitert. Fantasie ist an dieser Stelle gefragt und dass alle Parteien konsequent am Ball bleiben.
Autor:
Dietmar Kröger


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