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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
IAG Magnum: Auferstanden aus Ruinen
Zwischenüberschrift:
Nach dem Klöckner-Aus wurde in Osnabrück Stahl im Großformat verarbeitet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Entstehung der Firma IAG Magnum im Jahr 1994 ist unmittelbar mit dem Niedergang des Osnabrücker Stahlwerks verbunden. Ein Blick ins Redaktionsarchiv.
Osnabrück. Nach 21 Jahren ist der Stahlverarbeitungsbetrieb an der Bessemerstraße ein Sanierungsfall. Die Tochtergesellschaft der Stahlgruppe Georgsmarienhütte Holding (GMH) schreibt Millionenverluste: 35 von 120 Arbeitsplätzen sollen in einem Insolvenzschutz-Verfahren abgebaut werden, das am Dienstag beim Amtsgericht beantragt wurde. Wir schauen zurück auf die Zeit und die Umstände, die zur Magnum-Gründung führten.
Mai 1988: Letzter Abstich in Osnabrück. Nach Teilstilllegungen von Großmaschinen, Pressen und Wärmeöfen geht im Klöckner-Stahlwerk am Güterbahnhof der Hochofen aus. Von 1100 Mitarbeitern steht die Hälfte vor der Entlassung. Im selben Jahr verschmelzen die 1971 durch Fusion entstandenen Schmiedewerke Krupp Klöckner (SKK) mit dem Weiterverarbeitungsbereich der Thyssen Henrichshütte zu den Vereinigten Schmiedewerken (VSG). Osnabrück wird zum Bearbeitungszentrum zurechtgestutzt.
März 1990: Wer nach der Amputation des Stahlwerks an ein Überleben mit mehr als 500 Mitarbeitern geglaubt hat, sieht sich getäuscht. Die VSG will die Stellenzahl auf unter 400 drücken.
Juni 1992: Die VSG-Gruppe mit ihren fünf Standorten Osnabrück, Bochum, Hagen, Essen und Hattingen ist in Gefahr. Binnen vier Jahren soll das Schmiedeunternehmen 400 Millionen DM Verlust gemacht haben.
Dezember 1992: Die Klöckner AG stellt Vergleichsantrag für die Betriebe in Bremen, Duisburg und Georgsmarienhütte. Der Unternehmensbereich Stahl soll mit 2, 7 Milliarden Mark verschuldet sein. Das Osnabrücker VSG-Werk ist wegen eines Forderungsverzichts von der Misere aber nicht direkt betroffen.
April 1993: Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender der Klöckner Edelstahl GmbH in GMHütte, kauft das Stahlwerk. Die 1400 Beschäftigten und die Region Osnabrück feiern ihn als Retter. Das Stahlwerk heißt künftig Georgsmarienhütte GmbH.
Dezember 1993: Das Osnabrücker VSG-Werk wird zum 1. Januar verselbstständigt. Der neue Name lautet VSG-Stahl- und Metallfertigungszentrum GmbH.
April 1994: Das Bearbeitungszentrum der Vereinigten Schmiedewerke wird verkauft. Zum 1. Mai übernimmt der Osnabrücker Unternehmer Jost-W. Gehrhardt den Betrieb mit 241 Mitarbeitern.
Dezember 1994: Als Nachfolge-Firma der VSG erhält die Magnum Metallbearbeitung GmbH eine Landesbürgschaft von 14, 5 Millionen DM zur Absicherung des Kaufs. In den Werkhallen weht frischer Wind. Gefertigt werden unter anderem Castor-Behälter zur Zwischenlagerung alter Brennstäbe aus Kernkraftwerken dies allerdings schon seit vier Jahren.
Januar 1995: Die Vereinigten Schmiedewerke melden beim Amtsgericht Bochum Konkurs an. Der Stahlkonzern ist zahlungsunfähig geworden, weil ihn die Aufwendungen für 1650 Vorruheständler (davon 420 in Osnabrück) erheblich belasten. Erst nach zähen Verhandlungen erklären sich später die Konzernmütter Klöckner, Thyssen und Krupp bereit, 80 Prozent der Versorgungsleistungen zu übernehmen.
März 1998: Die Georgsmarienhütte GmbH übernimmt zum 1. April die Firma Magnum. Der Großmann-Konzern verspricht eine bessere Grundauslastung des bislang von Fremdaufträgen abhängigen Osnabrücker Werks.

Bildtext:

Ein Bild aus besseren Zeiten: im 2004 fertigte die Firma Magnum in Osnabrück einen riesigen Stahlkochtopf für die Duisburger Hütte.

Foto: Archiv / Michael Hehmann
Autor:
Sebastian Stricker


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