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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nach Rosenplatz wird Schinkel saniert
Zwischenüberschrift:
Rat und Verwaltung bringen vorbereitende Untersuchungen auf den Weg
Artikel:
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Originaltext:
Im Jahr 2000 standen zwei potenzielle städtebauliche Sanierungsgebiete zur Wahl: das Rosenplatz-Quartier und der Stadtteil Schinkel. Die Politik entschied sich seinerzeit für Ersteres mit der Maßgabe, nach Abschluss dieses Vorhabens den Schinkel anzugehen.
Osnabrück. Nun ist es so weit. Das Sanierungsgebiet Quartier Rosenplatz″ läuft in diesem Jahr aus. Etwa 9, 5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Soziale Stadt sind in den Stadtteil geflossen. Bund, Land und Stadt haben sich dabei die Kosten zu je einem Drittel geteilt.
Einen nahtlosen Übergang werden wir nicht schaffen, aber wir möchten möglichst zeitnah mit dem nächsten Sanierungsgebiet anschließen″, sagt Stadtbaurat Frank Otte. Wie vom Rat beschlossen wird dieses nächste Gebiet in Schinkel liegen. Allerdings fallen Sanierungsgebiete nicht einfach so vom Himmel. Umfangreiche Voruntersuchungen sind notwendig, um am Ende an die begehrten Fördertöpfe zu kommen.
Begehrte Fördertöpfe
Die Verwaltung hat daher zunächst ein Untersuchungsgebiet definiert, dass mit derzeit 110 Hektar Fläche, die grob gesprochen in einem Gebiet nördlich des Klöckner-Geländes und östlich der Bahnlinie liegt, wesentlich größer ist als das letztendliche Sanierungsgebiet. Die Untersuchungen erstrecken sich auf die Frage, ob im Stadtteil Schinkel zum Beispiel städtebauliche und soziale Missstände eine grundsätzliche Sanierungsbedürftigkeit begründen.
Andrea Volk, Leiterin des Fachdienstes Zentrale Aufgaben, erläutert, die fachübergreifende Sichtung erster Daten und Informationen habe erkennen lassen, dass nach wie vor immerhin datiert der Beschluss, den Schinkel sanierungstechnisch anzugehen, aus dem Jahr 2000 Handlungsbedarf bestehe. Folgerichtig hat die Politik deshalb im Dezember per Ratsbeschluss die Verwaltung beauftragt, in die gemäß Baugesetzbuch notwendigen vorbereitenden Untersuchungen einzusteigen, deren Ergebnisse wiederum unabdingbare Voraussetzung für die Zuteilung von Fördermitteln sind.
Dabei sind städtebauliche Sanierungsprogramme keine Errungenschaft des neuen Jahrtausends. So sei die Dielingerstraße bereits 1969 das erste Osnabrücker Sanierungsgebiet gewesen, greift Otte in die städtebauliche Geschichtskiste. Allerdings hätten sich die Schwerpunkte seitdem verschoben. Waren damals noch nahezu rein bauliche Aspekte ausschlaggebend, so werde heute der Fokus zunehmend auf die soziale Komponente städte baulicher Veränderungen gelegt.
Fehlende Attraktivität
Dementsprechend werden die Bestandsaufnahme und Bewertung der sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge im
Sanierungsgebiet Schinkel schon bei den vorbereitenden Untersuchungen breiten Raum einnehmen. Schon jetzt lässt sich nach Verwaltungsmeinung ein Modernisierungs- und energetischer Sanierungsbedarf am Gebäudebestand konstatieren. Hinzu kommen unter anderem eine veraltete und fehlende Ausstattung der Grünanlagen und Plätze, ein unzureichendes und nicht zeitgemäßes Radwegenetz, die fehlende Attraktivität der städtebaulichen Situation, ein problematisches soziales Umfeld, ein hoher Energiebedarf und die damit einhergehende Notwendigkeit der Energieoptimierung sowie durchaus verbesserungswürdige Wohnverhältnisse.
In diesem Stadtteil ist eine Menge Musik drin″, sagt Volk und meint damit eine nicht mehr von der Hand zu weisende Notwendigkeit städtebaulicher Maßnahmen, die durch ihre strategische Ausrichtung heute erkennbare negative Entwicklungstendenzen frühzeitig bremsen sollen. Zweifel an einer grundsätzlichen Sanierungsbedürftigkeit im Stadtteil Schinkel haben weder Otte noch Volk. Stadtentwicklung und - sanierung ist kein Sprint″, räumt Otte ein und nennt als Beispiel das Rosenplatz-Quartier. Hier haben sich die Maßnahmen über 15 Jahre hingezogen. Wenn wir das vernünftig machen, haben wir danach aber auch 50 Jahre Ruhe″, betont Otte die Nachhaltigkeit städtebaulicher Sanierungspakete, die den Menschen in den Mittelpunkt rücken. Für den Stadtteil und seine Bewohner bedeute das Sanierungsverfahren einen erheblichen Fortschritt.

Bildtext:

Auch die Pauluskirche liegt im Untersuchungsgebiet

Foto: Gert Westdörp

Kommentar:

Mensch im Mittelpunkt

Es hat Jahrzehnte gedauert, bis sich bei den Stadtplanern die Idee durchsetzen konnte, dass Städtebau sich nicht allein auf architektonische Glanzleistungen kaprizieren darf, sondern dass der Mensch in den Mittelpunkt urbaner Entwicklung gehört.

Stichwort Dielingerstraße: Die für die damalige Zeit typische Sanierung mittels Abrissbirne würde es heute so wohl nicht mehr geben. Es wurde architektonisch geklotzt, Sensibilität für historisch Gewachsenes oder menschlich Wünschenswertes war nicht wirklich gefragt.

Das ist heute anders: Städtebauliche Maßnahmen sollen soziale Strukturen berücksichtigen und den Lebensraum Stadt für den Menschen attraktiv machen. Soziale Brennpunkte mit geeigneten Maßnahmen entschärfen, zukunftsfähige Wohnumfelder für breite Bevölkerungsschichten schaffen sind zwei von vielen Aspekten städtebaulicher Sanierungsmaßnahmen. Das Rosenplatz-Quartier hat es vorgemacht. Nun ist der Schinkel dran. Gelingt der Verwaltung der Zugriff auf die Fördertöpfe des Landes und des Bundes, ist das eigene Finanzdrittel allemal gut angelegtes Geld auch bei ausgesprochen knapper Kassenlage.
Autor:
Dietmar Kröger


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