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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
VCD befürchtet mehr Umstiege durch E-Busse
Zwischenüberschrift:
Kreistag soll von der Planos eine verbindliche Erklärung einfordern – „Abschreckend für Fahrgäste″
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. In der Diskussion um den geplanten Großeinsatz von Elektrobussen im Stadtnetz befürchtet der Osnabrücker Verkehrsclub VCD Einschränkungen für Fahrgäste. In einem offenen Brief an die Kreistagsfraktionen wirft der VCD-Kreisverband die Frage auf, ob weiterhin umstiegsfreie Busverbindungen aus der Osnabrücker Innenstadt zu den Ortskernen im Landkreis möglich sind, wenn in wenigen Jahren Diesel- durch batteriebetriebene Busse ersetzt werden.
Der Verkehrsclub bittet in dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben die Fraktionen im Osnabrücker Kreistag, eine verbindliche Erklärung von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) einzufordern, ob bei der Gestaltung der künftigen Buslinien zusätzliche Umstiege zu erwarten seien. Hintergrund: Dieselbusse könnten die Entfernungen von der Stadt ins Umland wie bisher ohne Probleme fahren. Bei Elektrobussen sei jedoch unklar, wie groß die Reichweite der Fahrzeuge ist und wo Ladestationen für die neuen Busse gebaut werden sollen.
Im Fokus des VCD steht aktuell die Linie 41, eine der fahrgaststärksten im gesamten City-Netz. Die Stadtwerke wollen sie bis 2018 komplett auf Betrieb mit batteriebetriebenen Gelenkbussen umstellen. Den örtlichen VCD-Vorsitzenden Tobias Demircioglu umtreibt dabei die Frage, ob die Verbindung, die als kombinierte Stadt- und Regionalbuslinie von Düstrup nach Rulle fährt, dann umstiegsfrei bleibt oder ob es zu zusätzlichen Umstiegen an der Stadtgrenze in Haste kommt. Linie 41 sei jedoch nur eins von vielen Beispielen: Es betrifft nach und nach viele weitere Orte″, heißt es in dem offenen Brief, der von Demircioglu gezeichnet worden ist.
Der VCD-Vorsitzende sieht auch deswegen Klärungsbedarf, weil von den neun Grundlinien der Osnabrücker Stadtbusse sieben kombinierte Stadtbus-Regiobus-Linien sind, die Osnabrück mit dem Umland verbinden. Die Stadtbuslinie 5 hat zudem einzelne kombinierte Fahrten ins Umland. Umstiegsfrei von der Stadtmitte Osnabrücks in die Ortskerne im Landkreis Osnabrück und Steinfurt fahren zu können ist ein Qualitätsmerkmal″, stellt Demircioglu fest. Ein zusätzlicher Umstieg an der Stadtgrenze sei abschreckend für Fahrgäste. Auch wenn die Stadt Osnabrück als entwicklungspolitisches Ziel die Verbindung mit der Region definiert habe, passiere im Busverkehr eher das Gegenteil.

Kommentar:

Endstation auf Zeit

Um eine klare Antwort auf die Frage, ob mehr Elektrobusse in Osnabrück auch mehr Umstiege für Reisende von und nach außerhalb bedeuten, drücken sich die Stadtwerke bislang herum. Es werde an einer komfortablen Lösung für die Fahrgäste″ gearbeitet, teilte der örtliche ÖPNV-Betreiber erst kürzlich mit, als unsere Redaktion sich nach der künftigen Führung der geplanten E-Bus-Referenzlinie 41 erkundigte. Gut möglich also, dass dort, wo bislang Dieselbusse auf Überlandstrecken wie zwischen Haste und Rulle den Passagieren das Sitzenbleiben ermöglichen, in der für 2018 eingeläuteten Post-Diesel-Ära tatsächlich die Stadtgrenze vorläufig Endstation ist.

Der aufwendige und teure Aufbau der Akku-Lade-Infrastruktur etwa spricht dafür. Er ist schneller und leichter zu schaffen, wenn sich die nötigen Planungen zunächst auf Osnabrück beschränken und nicht auch die hoheitlichen Interessen benachbarter Kommunen berühren. Dass der Verkehrsclub VCD hier Kirchturmdenken wittert und den Blick über den Osnabrücker Tellerrand vermisst, leuchtet ein: Als Fahrgastlobbyist will er immer alles und am liebsten auf einmal.

Möglicherweise ist in diesem Punkt Geduld der bessere Ratgeber. Denn das Kernproblem, welches der Forderung nach komfortabler Umstiegsfreiheit zugrunde liegt die eingeschränkte Reichweite der E-Busse dürfte sich in naher Zukunft von selbst erledigen. Wenn nämlich die Batterietechnik so weit fortgeschritten ist, dass auch mit großen E-Bussen kilometerweite Fahrten zuverlässig möglich sind. Große Pioniervorhaben wie ein langfristig komplett e-mobiler ÖPNV in Osnabrück können diese Entwicklung nur begünstigen.

Sieben Linien fahren ins Osnabrücker Umland

Nach Angaben des Osnabrücker Verkehrsclubs VCD betrifft das Thema Mehr Umstiege durch E-Busse″ neben der besagten Linie 41 auch weitere Linien, die kombiniert als Stadt-Regiobus von Osnabrück in umliegende Gemeinden und Städte fahren, nämlich nach Lotte, Ibbenbüren, Westerkappeln, Wallenhorst, Belm, Bissendorf, Hasbergen, Hagen, Georgsmarienhütte, Bad Iburg, Bad Laer, Glandorf, Hilter, Dissen, Bad Rothenfelde und Melle. Dazu gehören diese Linien:

Grundlinie 1: Gretescher Turm–Neumarkt–Eversburg–Büren–Wersen–Westerkappeln
Grundlinie 3: Dodesheide (Waldfriedhof bzw. Nettebad)- Neumarkt–Lotter Straße–Eversburg-Atter bzw. Heger Friedhof-Hellern (Nord) Lotte–Ibbenbüren
Grundlinie 4: Düstrup–Neumarkt–Haste-Rulle
Grundlinie 6: Hauptbahnhof–Neumarkt–Iburger Straße–Oesede–Georgsmarienhütte–Hagen/ Bad Iburg–Glandorf/ Bad Laer/ Borgloh–Hilter–Dissen–Bad Rothenfelde
Grundlinie 7: Belm–Neumarkt–Sutthausen–Holzhausen–Hagen
Grundlinie 8: Hollage–Pye–Neumarkt–Voxtrup–Bissendorf–Holte/ Melle.
Grundlinie 9: Wulften–Schlede hausen/ WissingenJeggen–Lüstringen/ Darum–Neumarkt–Hörne/ Hellern–Gaste–Hasbergen. Einzelne Fahrten gibt es auf der Grundlinie 5 (Dodesheide–Neumarkt–Berningshöhe bzw. Voxtrup/ teilweise nach Bissendorf). Nicht betroffen ist Grundlinie 2 (Kreishaus–Neumarkt–Atterfeld).
Autor:
pm/sph


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