User Online: 1 | Timeout: 24:08Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Abfallwirtschaftszentrum Piesberg wird saniert
Zwischenüberschrift:
Mehr als drei Millionen Euro Gesamtkosten
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) darf vo raussichtlich umfangreiche Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen am Abfallwirtschaftszentrum Piesberg vornehmen. Die Gesamtkosten sollen für die Jahre 2016 bis 2018 bei 3, 231 Millionen Euro liegen.
Osnabrück. Die Mitglieder des Betriebsausschusses haben einstimmig ihre Empfehlung ausgesprochen, die endgültige Entscheidung liegt allerdings beim Rat. Dieser hatte im Jahr 2010 beschlossen, dass das Abfallwirtschaftszentrum Piesberg noch bis mindestens 2037 betrieben werden soll. Für OSB-Betriebsleiter Axel Raue war nach dieser Entscheidung klar: " Unser Gelände und die Gebäude müssen modernisiert werden, damit wir zukunftsfähig aufgestellt sind."
Ein Katalog mit Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen liegt inzwischen vor. Es ist ein fairer Katalog, wie Raue findet: " Das ist eine im Vergleich zu anderen Kommunen preisgünstige Lösung." Vonseiten der Politik gab es keine Bedenken. So sagte SPD-Ratsfrau Anita Kamp: " Das ist ein überzeugendes Ausbauprogramm." Auch Thomas Klein von den Grünen stimmte zu: " Wir finden das gut und richtig." Und die Christdemokratin Anette Meyer zu Strohen lobte das Konzept als wichtigen Schritt zur Zukunftssicherung des Piesbergs. Gleichzeitig mahnte sie aber an: " Nicht dass die Gebühren nachher wegen dieser Maßnahmen doch stärker steigen als vorgesehen." Der momentane Entwurf sieht eine Anhebung der Gebühren um ein Prozent zur Deckung der Folgekosten vor.
Welche Maßnahmen sind geplant? Großzügiger und für den Bürger komfortabler soll der Recyclinghof werden, auf dem die Bürger ihre mitgebrachten Abfälle in die Container und Behälter füllen. So ist eine Erweiterung der Fläche geplant, eine Erneuerung der Pflasterung, die Überdachung einiger Bereiche und eine verbesserte Verkehrsführung, um vor allem den bisher auftretenden Kreuzungsverkehr zu reduzieren. Voraussichtliche Kosten: 1, 35 Millionen Euro.
Im September 1976 wurde die Deponie am Piesberg in Betrieb genommen; einige Gebäude werden noch heute genutzt und sind stark renovierungsbedürftig. Das in die Jahre gekommene Betriebsgebäude soll grundlegend umgebaut, saniert und aufgestockt werden. Die neuen Räume dienen den Mitarbeitern unter anderem als Umkleidebereich, der bislang in Containern untergebracht war. Diese sind jedoch marode und sollen abgerissen werden. " Das Betriebsgebäude ist ein Zweckbau und wird sicherlich kein optisches Highlight. Unser Ziel war es, so wenig Geld wie möglich zu investieren", sagte Raue. Voraussichtliche Kosten: 900 000 Euro.
Die westliche Betriebsfläche neben dem Recyclinghof soll künftig wieder wie bis Mitte 2013 für abfallwirtschaftliche Tätigkeiten genutzt werden: etwa für die Straßenkehrichtentwässerung oder als Lagerfläche für Kompostprodukte. Bis voraussichtlich Mitte 2017 muss dieser Bereich des ehemaligen Deponiegeländes aber noch vollständig abgedichtet werden, damit kein Wasser in den Deponiekörper dringen kann und Schadstoffe aufnimmt. Voraussichtliche Kosten: 400 000 Euro.
Wegen erheblicher Schäden wurde die alte Betriebstankstelle bereits stillgelegt. Ein neuer kombinierter Wasch- und Abfüllplatz soll diese ersetzen (140 000 Euro). Zudem soll eine Betriebshofhalle errichtet werden, um beispielsweise Elek troschrott, Altpapier und Altkleider wettergeschützt annehmen und lagern zu können (270 000 Euro). Für Betriebsausstattung wie Container und Büromöbel werden voraussichtlich weitere 160 000 Euro fällig.
Im Jahr 2016 sollen die überwiegenden Planungsarbeiten erfolgen und die ersten Genehmigungsanträge gestellt werden; die Bauarbeiten sollen größtenteils in den Jahren 2017 und 2018 erfolgen. Ein Ziel sei es bei allen Maßnahmen, den Standort harmonisch in den Kultur- und Landschaftspark Piesberg zu integrieren.

Bildtext:

Die Mitarbeiter des OSB müssen Kleinteile momentan per Hand aus den Lücken zwischen den Steinen des Recyclinghofes fischen, weil sie diese mit dem Besen nicht erwischen. Die Pflasterfläche soll erneuert werden. Fotos: Jörn Martens

Das Betriebsgebäude soll saniert und aufgestockt werden. Die angrenzenden Container, die unter anderem als Umkleide dienen sollen abgerissen werden.

Kommentar:

Auf geht′s

Drei Millionen Euro sind eine echte Ansage, aber wer regelmäßig im Abfallwirtschaftszen trum zu Besuch ist, weiß, dass das Geld hier gut angelegt ist. Allein die Wegesituation bedarf dringend einer Entschärfung. Bei großem Andrang wird es oft gefährlich eng rund um die Entladestellen. Hübsch wäre auch eine neue Papppresse. Die alte ringt mit dem Tod, immer wieder mühselig reanimiert durch die OSB-Mitarbeiter.

Dass es dem Bürger leichter und angenehmer gemacht werden soll, ist löblich, aber auch für die Mitarbeiter sollte etwas getan werden. Im Winter pfeift der Wind um jede Ecke, und im Sommer prallt die Sonne weitestgehend ungehemmt auf den Asphalt des Wirtschaftszentrums. Dies muss bei allen Maßnahmen dringend bedacht werden.

Politik und Verwaltung sind gefragt, ein kontrollierendes Auge auf die Kostenentwicklung zu haben. Der Osnabrücker Servicebetrieb ist hier in der Vergangenheit sicherlich einmal zu oft in die Kritik geraten. Und OSB-Chef Raue ist gut beraten, die versprochene Transparenz bei dieser Maßnahme voll auszuleben.
Autor:
Johannes Zenker


Anfang der Liste Ende der Liste