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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ganz still ruht der Ledenhof
Zwischenüberschrift:
Evangelische Stiftungen wollen Seniorenheim mittelfristig grundlegend renovieren
Artikel:
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Originaltext:
Der Ledenhof ist und bleibt das ungeliebte Kind der Stadt. Der Mangel an Geld wird auf absehbare Zeit eine Renovierung des Platzes verhindern. Etwas besser bei Kasse sind da die Evangelischen Stiftungen, die das Senioren- und Pflegeheim Haus am Ledenhof mittelfristig grundsanieren wollen.
Osnabrück. " Der Bedarf für eine Neugestaltung des Ledenhofs ist da", sagt Stadtbaurat Frank Otte. Aber bevor das Projekt angegangen werden kann, müssen noch einige Fragen beantwortet werden. Neben der Finanzierung muss laut Otte auch die endgültige politische Entscheidung zum Thema Neumarkt fallen. Hier sei die Frage, ob es bei der Ratsentscheidung für einen zweispurigen Individualverkehr sowie Bus- und Fahrradspuren bleibe. Erst danach könne zum Beispiel die Anbindung des Ledenhofes an das auf der anderen Seite des Neuen Grabens gelegene Schloss in Angriff genommen werden.
Die Zukunft des Ledenhofs beschäftigt aber nicht nur Politik und Verwaltung. Auch die Anlieger, hier vor allem die Evangelischen Stiftungen, haben einiges Interesse an einer Neugestaltung des Platzes. Der Stiftung gehört die Immobilie, in der die Diakonische Altenhilfe des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osnabrück ihr Haus am Ledenhof betreibt. Das Seniorenheim ist in die Jahre gekommen und bedarf der Modernisierung. Wie die aussehen könnte, beschäftigt derzeit die Stiftungsverantwortlichen. " Wir sind in den ersten Grobüberlegungen", sagt Stiftungsvorstand Johannes Andrews auf Nachfrage unserer Redaktion. Es bestehe " deutlicher Handlungsbedarf".
Dabei reichen die Überlegungen von Sanierung bis Komplettabriss und Neubau. " Wenn man saniert, bleibt immer etwas Altes übrig", sagt Andrews. Auf alle Fälle werde man das Projekt in enger Abstimmung mit der Stadt angehen. " Der Ledenhof ist ja relativ unfrequentiert", so Andrews vorsichtige Umschreibung der etwas leblosen Situation auf dem Platz. Die Stiftungen könnten sich nach seinen Worten vorstellen, auch mit der eigenen Maßnahme zu einer Belebung des Ledenhofs beizutragen. Derzeit sei es jedoch " viel zu früh", um über einen Zeitplan zu sprechen. Ein bis zwei Jahre werde es wahrscheinlich noch dauern, bevor die Stiftungen konkrete Pläne für das Haus am Ledenhof vorstellen könnten.
Was 1976 als Ruhe- und Treffpunkt für die Osnabrücker geplant war, ist heute nur noch an den Markttagen belebt. Im Jahr 2004 wurde der letzte Brunnen abgestellt. Damit fehlte das wichtigste Gestaltungsmittel aus dem Konzept des Entwurfs von Helge Bofinger. Zu teuer, zu aufwendig ist der Unterhalt für die Wasserspiele. Zudem fehlt dem Platz durch die zahlreichen Treppen und Einbauten nach heutigen Maßstäben die notwendige Funktionalität. Auch deshalb hat die Politik bereits im Jahr 2011 einen Sanierungsvorschlag der Verwaltung auf Basis des alten Konzeptes rundweg abgelehnt. Ein weiterer gewichtiger Grund für das fraktionsübergreifende " Nein" waren nicht zuletzt die Kosten in Höhe von etwa zwei Millionen Euro.
Und da die Stadt von solchen Investitionsmöglichkeiten derzeit nur träumen kann, wird die Renovierung des Ledenhofs wohl Zukunftsmusik bleiben.

Bildtext:

Die Evangelischen Stiftungen planen, das Haus am Ledenhof zu sanieren.

Trostlos präsentiert sich seit Jahren der Ledenhof am neuen Graben.

Foto:

David Ebener

Kommentar:

Tiefrot

Der Ledenhof in Osnabrück gereicht der Stadt nicht gerade zur Zierde. Die Fläche am Neuen Graben verkommt zusehends. Was ist zu tun?

Das Einfachste wäre es, etwa zwei Millionen Euro in die Hand zu nehmen und den Platz entsprechend dem Architektenkonzept von Helge Bofinger zu sanieren. Das Einfachste? Wahrscheinlich doch nicht, denn damit würde die Stadt auch die Probleme der Vergangenheit reaktivieren wie zum Beispiel die immensen Kosten für den Unterhalt der Wasserspiele. Außerdem ist die Gestaltung nicht mehr zeitgemäß, da sie alles andere als barrierefrei ist.

Also den Platz neu gestalten? Nicht wirklich eine Lösung, denn das Urheberrecht des Architekten spricht dagegen. Das kann nur durch einen teuren neuen Architektenwettbewerb umgangen werden.

Und selbst wenn Bofinger der Stadt freie Hand lassen sollte, bleibt noch das allergrößte Problem die Finanzierung. Denn die Stadt hat nicht nur keinen schönen Ledenhof, sondern auch absolut kein Geld, und das auf lange Sicht. Angesichts der tiefroten Zahlen auf den städtischen Konten werden sich die Osnabrücker also wohl noch einige Jahre mit den ebenso tiefroten Klinkern auf dem Ledenhof arrangieren müssen.
Autor:
Dietmar Kröger


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