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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Extremer Mangel an Hortbetreuung
Zwischenüberschrift:
Neuer Kindertagesstättenplan vorgelegt: Versorgungsquote liegt bei nur 17,7 Prozent
Artikel:
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Originaltext:
Für 55, 3 Prozent aller unter Dreijährigen gibt es einen Krippenplatz. Bei den über Dreijährigen liegt die Versorgungsquote in Osnabrück bei 93, 8 Prozent. Dann folgt die Ernüchterung: Nur für 17, 7 Prozent der Grundschulkinder gibt es eine Betreuungsmöglichkeit.
Osnabrück. Die Fortschreibung des Kindertagesstättenplanes zeigt diesen Mangel deutlich auf. Dabei hat die Stadt in den vergangenen Jahren erheblich in die Kinderbetreuung investiert: Seit 2009 sind fast 29 Millionen Euro in den Ausbau geflossen. Die laufenden Betriebskosten sind seither um knapp 13 Millionen Euro angewachsen.
Den größten Nachholbedarf gab es an Plätzen für die Ein- und Zweijährigen, deren Eltern seit August 2013 einen Rechtsanspruch auf institutionelle Betreuung haben. Seit 2006 wurden deshalb fast 1000 neue Plätze für die unter Dreijährigen geschaffen. Aktuell gibt es in Osnabrück 110 Krippen, Kitas, Förderkindergärten und Horte.
Noch ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Vor allem bei den Krippen tun sich Lücken auf. Die Stadt strebt eine Versorgungsquote von 60 Prozent an, die nach den derzeitigen Schätzungen wohl auch noch nicht ausreicht. 118 Kinder standen zum Stichtag 1. Oktober 2015 auf Wartelisten. Da die Einrichtungen der Stadt namentliche Wartelisten mitteilen, konnten Mehrfachanmeldungen ausgefiltert werden. Angesichts des hohen Platzbedarfes weiß die Stadt, dass viele Eltern es bei mehreren Einrichtungen versuchen.
Alle Vorschulkinder haben einen gesetzlich verbrieften Rechtsanspruch auf Betreuung. Für Schulkinder gilt das nicht. Entsprechend groß klaffen Wunsch und Wirklichkeit hier auseinander. Angesichts der finanziellen (Un-) Möglichkeiten setzt die Stadt auf den Ausbau von Ganztagsgrundschulen und hat sich als Schwerpunkt für das laufende Jahr den Kooperativen Hort vorgenommen.
Dabei verbessert sich die Lage zunächst nur an den bereits bestehenden Ganztagsschulen Diesterwegschule, Drei-Religionen-Schule, Grundschule Eversburg, Heiligenwegschule, Kreuzschule, Rosenplatzschule, Schule in der Dodesheide und Stüveschule. Mit Beginn des neuen Schuljahres gibt es dort bis 15 Uhr Unterricht und kostenfreie außerschulische Angebote, anschließend ist bis 17 Uhr der Hort geöffnet. Der Hort übernimmt die Kinder auch freitags ab 13 Uhr und schließt die Ferienlücken, allerdings kostenpflichtig. Insgesamt soll die Betreuung flexibler werden. Derzeit können Kinder nur komplett und nicht für einige Tage oder Stunden im Hort abgemeldet werden.
Die durchschnittliche Betreuungszeit ist im vergangenen Berichtsjahr erneut angestiegen auf nun 7, 44 Stunden. 71 Prozent der Kinder halten sich länger als acht Stunden in Einrichtungen und bei Tagesmüttern auf. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es noch durchschnittlich 5, 5 Stunden.
Schon im vergangenen Jahr ist die Zahl der Kinder in Osnabrück stärker angewachsen als prognostiziert. Bis 2030 werden es, auch durch die neuen Baugebiete, noch mehr werden. Allein dafür sind in den nächsten Jahren mindestens je acht Krippen- und Kita-Gruppen erforderlich.
Darin noch nicht eingerechnet sind die Flüchtlinge. Sollten in diesem Jahr geschätzte 1500 Menschen Osnabrück zugewiesen werden, ist laut Kita-Plan mit mehr als 220 Vorschulkindern zu rechnen, die ebenfalls versorgt werden müssen.
Gut angenommen wird der Internetwegweiser: Unter www.osnabrueck.de/ kindertagesbetreuung informiert die Stadt tagesaktuell über sämtliche Betreuungsangebote und freien Plätze. Die Zahl der Klicks hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt, heißt es aus der Jugendverwaltung.
Bildtext:
Stürmische Zeiten für die Eltern von Vorschul- und Grundschulkindern. Für die ganz Kleinen und Grundschüler fehlen weiterhin Betreuungsplätze.
Foto:
dpa

Kommentar
Das Langzeit-Problem Hort

Schnell ist das ewige Problem nicht zu lösen. Die Stadt hatte in den vergangenen Jahren alle Hände voll zu tun, Kri ppenplätze zu schaffen. Hier gab es den größten Mangel, und die Stadt war getrieben: Mitte 2013 wurde der Rechtsanspruch der Eltern auf Betreuung der Ein- und Zweijährigen gültig.
Nach der exzellenten Versorgung der Vorschulkinder ist der Fall bei der Einschulung für die Eltern besonders tief. Die Hortplätze an den Schulen reichen bei Weitem nicht aus. Und die Umwandlung der Grundschulen in Ganztagsschulen ist nicht auf einen Schlag zu lösen: Wenn die Kinder bis zum Nachmittag in der Schule bleiben, brauchen sie ein Mittagessen, und folglich muss eine Mensa gebaut werden.
Aber die Ganztagsschule ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss: Freitagmittag ist Feierabend für die Kinder, aber noch lange nicht für deren Eltern, die zudem 13 lange Ferienwochen überbrücken müssen.
Deshalb ist das Konzept der Stadt, Ganztagsschule und die in den Horten tätige Jugendhilfe zusammenzuführen, schlüssig und gut. Aber das braucht Zeit. Die Verwaltung hat bei besonders großen Betreuungsproblemen bisher noch immer eine Zwischenlösung finden können. Eine schnelle Gesamtlösung aber gibt es nicht.
Autor:
Ulrike Schmidt


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