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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neumarkt bleibt der Zankapfel
Zwischenüberschrift:
Diskussion im Medienzentrum mit Gegnern und Befürwortern der Sperrung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Fronten bleiben klar: SPD und Grüne wollen den Neumarkt sperren, CDU und der Bund Osnabrücker Bürger wollen den Verkehr fließen lassen. Wenn es nach den Sympathiebekundungen während der Diskussion im Medienzentrum geht, gibt es eine Mehrheit für die Sperrung.
Osnabrück. " Der neue Neumarkt Für Menschen oder Autos" war das Thema des Abends, dessen Formulierung der CDU-Fraktionsvorsitzende im Osnabrücker Rat, Fritz Brickwedde, fragwürdig fand: Auch in den Autos säßen schließlich Menschen. Der Moderator des Abends, Wilfried Hinrichs, begrüßte auf dem Podium neben Brickwedde den SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden Frank Henning, den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Michael Hagedorn, und den neuen Vorsitzenden des Bundes Osnabrücker Bürger, BOB, Steffen Grüner. Die Vereinigung, die aus der Facebook-Gruppe " Gebt den Neumarkt wieder frei" hervorgegangen war, tritt am 11. September zur Kommunalwahl an.
Warum eigentlich sind SPD und Grüne von dem mitgetroffenen Ratsbeschluss abgesprungen, den Neumarkt zweispurig zu lassen?, wollte Hinrichs, Leitender Redakteur Lokales in Osnabrück, wissen. Die Sperrung während des Neumarkttunnel-Abbruchs sei ein " interessanter Feldversuch" gewesen, sagte Henning. Sie habe zwar zu geringfügigen Verspätungen auf dem Wall geführt, aber zugleich die Machbarkeit bewiesen. Seit der Wiedereröffnung hingegen klagten die Stadtwerke über Busverspätungen. Nach Hennings Ansicht kippt die Stimmung nach der Öffnung zurück zur Schließung.
Der Verkehr laufe aber noch nicht geordnet, bemängelte Grüner. Eine Baustellenampel, wie sie dort noch eingesetzt werde, sei nun mal nicht integrierbar, erwiderte Hagedorn. Brickwedde sprach von einer " halben Entsperrung". Wenn der ursprüngliche Ratsbeschluss mit zwei Spuren für Autos, zwei für Busse und zwei für Radfahrer umgesetzt würde, könnte der Verkehr wieder besser fließen. So aber sei die Situation schädlich für das Oberzentrum.
Überhaupt, kritisierte Brickwedde: Das am Neumarkt geplante Einkaufszentrum werde weiteren Verkehr in die Innenstadt ziehen. Allein durch die Busse " wird der Neumarkt nie zum Boulevard". Wenn überhaupt über eine Sperrung der zen tralen Achse gesprochen werden könne, dann erst nach dem Lückenschluss der A 33-Nord. Aber das werde noch etliche Jahre dauern.
Ein Rad für Hagedorn
" Eine Stadt wird doch nicht attraktiver, nur weil man durch sie durchfahren kann", entgegnete Hagedorn. Seit dem Krieg seien alle Städte autogerecht gestaltet worden. Nicht nur in Osnabrück gelte es, die City durch Umgestaltung attraktiver zu machen. Osnabrück müsse aber auch an die vielen Pendler denken, die zur Arbeit in die Stadt hinein- und hinausfahren müssten, führte Brickwedde an. " Aber die müssen nicht alle über den Neumarkt", warf Henning ein.
Ohne Alternative könne der Neumarkt nicht gesperrt werden, argumentierte Grüner und führte an, dass Umwege mehr Schadstoffe bedeuteten. Aber die seien am Neumarkt, wo nun einmal gemessen werde, während der Sperrung deutlich zurückgegangen, konterten Henning und Hagedorn. Und dann drohten Bußgelder wegen Überschreitung der EU-Richtlinien.
Für Brickwedde ist das die geringste Sorge: " Ich garantiere, dass Osnabrück kein Bußgeld für erhöhten Schadstoffausstoß bekommen wird." Moderator Hinrichs verleitete den CDU-Politiker zu einer Wette: Falls es doch zu einem Bußgeld kommen sollte, gebe es " ein schönes, neues Fahrrad für Herrn Hagedorn".
Dann wurde es wieder ernst: Es gehe um die Gesundheit der Bürger, waren sich alle vier Teilnehmer einig. Aber wie die Bürger nun geschützt werden könnten, daran schieden sich erneut die Geister. Weil die Busse " Stinker" seien und Mitverursacher der schlechten Luft, müssten sie umgerüstet werden. Das sei nach Angaben der Stadtwerke gar nicht möglich, erwiderte Henning, der darauf hinwies, dass der öffentliche Nahverkehr auf Elektrobusse umstellen wolle. " Aber es ist noch nicht ein Elektrobus bestellt worden", warf Brickwedde ein. Die Umstellung werde Jahre dauern.
Park-and-Ride-Versuch?
Michael Hagedorn bedauerte, dass die Menschen offensichtlich nicht lernfähig seien: " Die ganze Diskussion hatten wir doch schon einmal, damals, als die Große Straße Fußgängerzone wurde." Und diese Entscheidung wolle heute doch keiner mehr rückgängig machen.
Ein junger Zuschauer bekannte sich ebenso freimütig zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs wie zum Einkaufen im Internet. Für alle Menschen, die in der Stadt einkaufen wollten, sollte es in alle Himmelsrichtungen Park-and-Ride-Angebote geben. Das sei früher schon mal erfolglos versucht werden, aber die Zeiten hätten sich geändert, meinte Hennig. Ein neuer Versuch sei überlegenswert.

Bildtext:

Keine Annäherung bei Gegnern und Befürwortern der Neumarkt-Sperrung. Im Medienzentrum diskutiererten (von links) Steffen Grüner vom Bund Osnabrücker Bürger. Fritz Brickwedde (CDU), Frank Henning (SPD) und Michael Hagedorn (Grüne) unter der Moderation von NOZ-Redakteuer Wilfried Hinrichs.

Foto: David Ebener
Autor:
Ulrike Schmidt


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