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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zu schade für die Tonne
Zwischenüberschrift:
Defektes instand setzen: Großes Interesse am ersten Reparatur-Café in Haste
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In ein lieb gewonnenes Fahrrad steckt man über die Jahre oft mehr Geld (und Arbeit), als es ursprünglich einmal wert war. Aber auch für eine kaputte Schreibtischlampe gibt es manchmal noch Hoffnung es braucht nur jemanden, der sich damit auskennt.
Osnabrück. Im ersten Reparaturcafé in der Nackten Mühle in Haste konnten am Sonntag Besitzer kaputter Dinge ihre Schätze reparieren lassen oder es unter fachkundiger Anleitung gleich selbst erledigen. Am Elektro-Tisch befasste sich Harald Rudolph unter anderem eingehend mit einem Reißwolf. " Ich komme eher aus der Fernsehbranche, aber da hat man mit so was auch zu tun."
" So was" ist in diesem Fall das Innenleben des Geräts; für den Laien ein Rätsel aus Drähten und Platinen, für den Fachmann eine kleine Bastelarbeit wie tausend andere auch. Aber nicht alles lässt sich ohne Widerstand reparieren. Heinz-Josef Lingemann rückte vergebens einem tragbaren CD-Player zu Leibe: " Das ist oft gar nicht gewollt, dass man so ein Gerät reparieren kann. Für 40, 50 Euro gibt es ja schon ein neues" da es im Interesse der Hersteller liegt, dass die Kunden sich regelmäßig neue Produkte zulegen, ist Langlebigkeit besonders bei billiger Ware nicht erwünscht.
Auch die gezielte Verringerung der Lebensdauer wird flächendeckend betrieben, sie ist bekannt unter dem etwas sperrigen Begriff " geplante Obsoleszenz". Umso erfreulicher, wenn sich ein kaputtes Gerät dann noch mal wieder fit machen lässt.
Am Tisch nebenan zeigte Umweltpädagogin Ilka Krug, wie man aus einem Tetrapak ein Portemonnaie macht, Stichwort: Upcycling. Eine Besucherin brachte sogar ihr eigenes Material mit: Orangensaft austrinken, Packung zerschneiden und in ein Portemonnaie verwandeln. Schade, dass die Zahl der leeren Tetrapaks den Bedarf an Geldbörsen übersteigt trotzdem eine hübsche Bastelei.
Viele Besucher schauten in der Nackten Mühle vorbei, mit kaputten Geräten, Klamotten oder einfach nur zum Gucken. Der Termin war also offenbar gut gewählt. " Was macht man schon groß am Sonntagnachmittag? Wenn man nicht gerade Verwandte besucht, kann man auch seinen Toaster reparieren lassen", sagte Mit-Organisatorin Petra Koch mit einem Augenzwinkern. " Es ist interessant, zu beobachten, in welchen Kanälen das Repair-Café aufgetaucht ist. Jemand findet die Idee cool und verbreitet es zum Beispiel bei Facebook. So spricht sich das herum." Die Idee zum Reparaturcafé entstand in der Stadtteilwerkstatt für Haste, Dodesheide und Wüste im Rahmen des Hochschulprojekts " Urbane Interventionen". Der nächste Termin steht noch nicht, aber das Café soll nach dem erfolgreichen Probedurchgang am Sonntag demnächst einmal im Monat stattfinden.

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Bildtext:
Auch Experten müssen ganz schön lange tüfteln, um defekte Geräte zu reparieren.
Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
Markus Strothmann


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