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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ohne Spracherwerb kann Integration nicht gelingen
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel " Rat fordert Hilfe von Land und Bund Integration der Flüchtlinge im Mittelpunkt der Aktuellen Stunde" und dem Kommentar " Vorbeugen ist besser" von Ulrike Schmidt (Ausgabe vom 2. März).

" In der Berichterstattung zur Aktuellen Stunde zur Integration von Flüchtlingen wird von Frau Schmidt erwähnt, dass sowohl Herr Jasper von der CDU als auch die SPD-Ratsfrau Wachtel auf die Bedeutung des Spracherwerbs für die Integration der Flüchtlinge hinwiesen und diesen als unerlässlich für die Integration bezeichneten. Herr Jasper machte darauf aufmerksam, dass es massiv an Deutschlehrern mangele, und Frau Wachtel stellte fest, dass die Deutschlehrer massiv unterbezahlt seien. Jahrzehntelang wurde versäumt, DaZ (Deutsch als Zweitsprache)- Lehrkräfte auszubilden und sie entsprechend ihren Qualifikationen, den anderen Lehrern gleichgestellt, zu bezahlen.

Natürlich stimmt es, dass in der aktuellen Situation, in der dieser Mangel sowohl in Schulen als auch in der Erwachsenenbildung deutlich wird, eine Abwanderung von Lehrkräften ins staatliche Schulsystem mit abgesicherten Verträgen erfolgt, sodass viele DaZ-Lehrkräfte aufgrund ihrer prekären Arbeitsverhältnisse das sinkende Schiff der VHS Osnabrück zugunsten von besser bezahlten und abgesicherten Arbeitsmöglichkeiten verlassen. Natürlich stimmt es, dass das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), die Behörde, die aber nicht nur, wie von Frank Henning erwähnt, die Registrierung, sondern meiner Ansicht nach auch die Integration der Flüchtlinge zum Ziel haben sollte, massiv die Zahlungen für den Spracherwerb erhöhen müsste, wie es Frau Kramp-Karrenbauer, die Präsidentin des DVV (Deutscher Volkshochschulverband), fordert.

Aber es stimmt auch, dass in einer Vereinbarung zwischen dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem niedersächsischen Volkshochschulverband festgehalten wird: ' Die Einrichtungen auf kommunaler Ebene sind verpflichtet, im erforderlichen Umfang geeignetes hauptberufliches Personal zu beschäftigen, die Fortbildung dieses Personals zu sichern und eine Vergütung in Anlehnung an jeweils gültige Tarifverträge [...] sicherzustellen.' Es stimmt weiterhin, dass die VHS und die Stadt Osnabrück dieser Verpflichtung in keiner Weise nachkommen, dass sie die Lehrkräfte weiterhin in ungesicherten prekären Arbeitsverhältnissen arbeiten lassen.

Es stimmt außerdem, dass sich weder die Stadt noch die VHS, die eine hundertprozentige Tochter der Stadt ist, noch ihr Aufsichtsrat in der Lage sahen, ein von den Kursleitenden aufgesetztes Schreiben an das BAMF, in dem eine drastische Anhebung der Teilnehmerpauschale gefordert wird, zu unterstützen. Alle Äußerungen zu einer gelingenden Integration bleiben Lippenbekenntnisse, solange der Rat der Stadt Osnabrück nicht bereit oder fähig ist, eine wirkliche Integration, für die der Deutschspracherwerb in der Tat unabdingbar ist, zu ermöglichen."

Ilona Schowe

Bad Iburg

Schlechte Bezahlung

" In ihrem Kommentar zur Ratssitzung zur Integration der Flüchtlinge in Osnabrück fordert Frau Schmidt richtig, dass Kinder und Jugendliche von Anfang an ordentlich begleitet werden müssen. Ich denke, dies gilt in gleicher Weise für die Erwachsenen, wobei wahrscheinlich der wichtigste Punkt für eine gelingende Integration der Deutschspracherwerb sein dürfte.

Auch wenn dieser Punkt von Ratsmitgliedern der CDU, SPD und auch der Linken angesprochen wurde, bleibt die Realität hinter Äußerungen in dieser Richtung zurück. Ich bin seit über 20 Jahren in der Erwachsenenbildung an der VHS tätig und unterrichte im Rahmen der Integrationskurse auch Flüchtlinge in der deutschen Sprache.

Jetzt sehe ich mich gezwungen, diese Arbeit zugunsten einer Festanstellung bei der VHS Osnabrück-Land aufzugeben, da die VHS Stadt sich im Gegensatz zu dieser nicht in der Lage sieht, mir für die gleiche Arbeit einen Arbeitsvertrag anzubieten. Nur
auf diesem Wege kann ich
versuchen, die drohende Altersarmut zu einem, wenn auch nur kleinen, Teil abzumildern.

Im Umgang mit den Kursleitenden im Bereich DaZ (Deutsch als Zweitsprache) wird deutlich, welche Bedeutung die wohlfeilen Worte der Ratsherren und - frauen haben, wenn immer wieder die Notwendigkeit der Integration und des Spracherwerbs betont wird. So erhalten die Worte von Frau Schmidt in ihrem Kommentar eine besondere Bedeutung, wenn sie äußert, dass der Osnabrücker Rat mal wieder an einem Strick zieht und feststellt, dass das Lob der Verwaltung von allen Parteien kommt.

Auf die Arbeit und Lebenssituation der Sprachlehrkräfte im DaZ-Bereich bezogen, bedeutet dieser Strick, an dem da gezogen wird, eher den Strick zur Strangulierung ihrer Lebenssituation und - perspektive. Dies gilt so lange, wie der Rat und die VHS, die eine Tochtergesellschaft der Stadt ist, die berechtigten Forderungen der Kursleitenden nach Festanstellung und einer angemessenen Bezahlung, entsprechend der anderer Lehrkräfte, nicht aufnehmen und umsetzen und solange sie Forderungen der Kursleitenden gegenüber dem BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) nicht unterstützen."

Corinna Loddeke

Osnabrück
Autor:
Ilona Schowe
 
Corinna Loddeke


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