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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Freude und Entsetzen über Verkehrswegeplan
Zwischenüberschrift:
"Vordringlicher Bedarf" für Autobahn-Teilstück zwischen Lotter und Osnabrücker Kreuz und A 33-Nord
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Freude und Entsetzen hat in der Region die Neuauflage des Bundesverkehrswegeplans ausgelöst.
Osnabrück/ Berlin. Kreisrat Winfried Wilkens begrüßt, dass es der Ausbau der A 30 und der Lückenschluss A 33-Nord " in den vordringlichen Bedarf geschafft haben. Das gibt allen recht, die diese Projekte für erforderlich halten." Es sei allerdings schwierig, nun Zeithorizonte zu benennen. Diese sind laut Wilkens bei der Realisierung von Verkehrsinfrastrukturprojekten fast immer lang.
Der Osnabrücker CDU-Landtagsabgeordnete Burkhard Jasper bezeichnete den Plan als " großen Erfolg" für die Osnabrücker Region. Zum Schleusenaufbau am Stichkanal, mit dem eine Perspektive für die Wasserstraße und den Osnabrücker Hafen eröffnet werde, sagte er: " Wir wussten, dass wir nicht alles auf einmal bekommen werden." Zu den hohen Einstufungen der beiden für die Osnabrücker Region bedeutenden Straßenbauprojekte in den " vordringlichen Bedarf" äußerte sich Jasper ebenfalls hochzufrieden und erleichtert. Es sei besonders wichtig, dass beide Projekte nicht gegeneinander ausgespielt würden.
Der Wallenhorster Bürgermeister Otto Steinkamp sieht gesunkene Realisierungschancen für den Lückenschluss A 33-Nord. " Wenn man sich für ein Autobahnprojekt in unserer Region entscheidet, dann für die A 30. Dort fließt der Verkehr in West-Ost-Richtung und in Nord-Süd-Richtung. Bei der A 33-Nord fließt er nur in Nord-Süd-Richtung." Durch die Hochstufung der A 30 habe die A 33-Nord zusätzliche Konkurrenz bekommen. Zur Einstufung " weiterer Bedarf" für die Schleusen in Osnabrück-Haste und Wallenhorst-Hollage sagte er: " Schade, dass sie nicht höher eingestuft wurden. Da herrscht jetzt erst einmal Stillstand."
Der Belmer Bürgermeister Viktor Hermeler sagte: " Wir sehen uns bestätigt. Wenn die A 30 ausgebaut wird, dann wird die prognostizierte Verkehrsbelastung für die A 33-Nord dadurch noch geringer. Kurzum: Wir brauchen sie nicht."
Der Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück Emsland Grafschaft Bentheim, Marco Graf, betont: " Positiv auch für die Grafschaft ist der Abbau von Engpässen auf der West-Ost-Achse durch den sechsstreifigen Ausbau der A 30 im Großraum Osnabrück."
Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Osnabrück, André Berghegger, bewertet den heute veröffentlichten neuen Bundesverkehrswegeplan positiv. " Insbesondere freue ich mich, dass der Neubau der Autobahn zwischen Osnabrück/ Nord und Osnabrück/ Belm im Plan enthalten ist. Dieser Lückenschluss ist von zentraler Bedeutung, was auch an der Einstufung als , vordringlicher Bedarf′ deutlich wird."
Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Spiering freut sich, dass der Lückenschluss zwischen der A 33-Nord und der A 1 in der Kategorie " vordringlicher Bedarf" eingestuft wird: " Die hohe Priorisierung des Projektes im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist ein wichtiges Signal für die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur in unserer Region. Der Lückenschluss A 33-Nord wird die Erschließung bisher benachteiligter Teile des Kreisgebietes verbessern. Das gilt beispielsweise für die Gemeinden des Wittlager Landes. Eine Maßnahme, die den Lückenschluss Nord der A 33 entbehrlich mache und vergleichbare verkehrliche und infrastrukturelle Effekte erzielen würde, sei nicht in Sicht. Gleichzeitig bedauerte Spiering, dass der Ersatzneubau zweier Schleusen am Stichkanal Osnabrück bisher lediglich in die Kategorie " weiterer Bedarf" eingestuft worden sei. Die Einstufung des Projektes im ersten Arbeitsentwurf des Bundesverkehrswegeplans heiße, dass das Projekt vor 2030 eher nicht geplant und gebaut werden könne.
Die Grünen sehen den Bundesverkehrswegeplan hingegen als " Ausdruck rückwärtsgewandter Betonpolitik". Die Sprecherinnen der Kreisverbände Anne Kura (Stadt) und Petra Lucas (Landkreis) drückten ihr Entsetzen aus: " Dass die A 33-Nord weiter im vordringlichen Bedarf steht, ist verkehrspolitischer Irrsinn." Die Einstufung der A 33-Nord als vordringlicher Be darf sei ökologisch schädlich und ökonomisch unsinnig. Der Landtagsabgeordnete Volker Bajus ergänzte: " Der neue Wegeplan verharrt weiter in alten Denkmustern. Schiene, Wasserstraßen und Autostraßen werden nicht zusammen gedacht." Die Grünen-Landtagsabgeordnete Filiz Polat sagte: " Bei diesem Autobahnprojekt stehen die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen. Das ist Verschwendung von 100 Millionen Steuergeldern für fragwürdige 10 Minuten Zeitersparnis für den Transitverkehr."
Der Ausbau der A 30 wird mit 143 Millionen Euro beziffert. Die Kosten für den Lückenschluss A 33-Nord werden auf 87 Millionen Euro geschätzt. Zudem wird bei der A 33-Nord die umwelt- und naturschutzfachliche Beurteilung als hoch eingestuft.
Autor:
Jean-Charles Fays
 
Franz-Josef Raders


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