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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Erst Deutsch lernen, dann studieren
Zwischenüberschrift:
Flüchtlingskonferenz "Quo vadis, Friedensstadt?" – Stadt will Strategiekonzept vorlegen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Unter dem Motto " Quo vadis, Friedensstadt 2016 Osnabrück in Zeiten von Flucht, Migration und Integration" fand in der Lagerhalle eine Flüchtlingskonferenz statt. Eingeladen hatte Oberbürgermeister Griesert.

Osnabrück. In einem Podiumsgespräch stellte sich Wolfgang Griesert den Fragen von Moderator Vassili Golod. Der wollte vom Oberbürgermeister unter anderem wissen, wo die Flüchtlingsarbeit in der Stadt gut funktioniert und wo er noch Verbesserungsbedarf sieht.
Als positiv stellte Griesert heraus, dass die Stadt Anfang 2015 einen neuen Fachbereich kreiert habe, der sich mit Flüchtlingen und deren Integration befasse. Zuvor war das Thema im Fachbereich Soziales angesiedelt.
Verbesserungsbedarf sieht der Oberbürgermeister hingegen bei der Organisation der Helfer. " Es gibt viele Netzwerke, die sich um Flüchtlinge kümmern. Aber diese Netzwerke müssen untereinander noch besser verknüpft werden."
Ebenfalls auf dem Podium standen die Flüchtlinge Raghad Rad und Ahmad Wais Qayumi, beide Teilnehmer des Pilotprojektes " Hochschulzugang für Flüchtlinge". Raghad Rad, die aus Syrien geflüchtet ist, antwortete auf die Frage nach ihren Gedanken an die Zukunft, zuallererst würde sie momentan noch an ihre Vergangenheit denken. " Das liegt daran, weil ich einfach alles verloren habe."
Ihr großer Wunsch sei es, Elektrotechnik zu studieren. Dass sie vorher Deutsch lernen müsse, sage ihr eigentlich gar nicht zu. Mit einem Lachen erzählte die junge Frau übrigens in hervorragendem Deutsch –, in der Schule habe sie eigentlich nur Mathe, Physik und Chemie gemocht. " Sprachen habe ich immer gehasst. Und jetzt muss ich eine Sprache lernen, um Elektrotechnik studieren zu können."
Ergänzt wurde das Podium durch die Integrationslotsin Rosa Friesen, selbst Migrantin, und die Streetworkerin Antonia Martin Sanabria von der Arbeitsgemeinschaft Rosenplatzhilfe.
Sanabria war 2015 mit dem Elisabeth-Siegel-Preis ausgezeichnet worden. Damit ehrt die Stadt Osnabrück alle zwei Jahre eine Frau, die sich für die Grundrechte im Allgemeinen und Frauenrechte im Besonderen einsetzt.
Für ihre Statements bekam die Sozialarbeiterin viel Applaus von dem Publikum im voll besetzten Saal. Laut beklatscht wurde ihre Aussage, dass wirklich jeder Einzelne dafür verantwortlich sei, dass die Integration der Flüchtlinge funktioniere.
Das Podiumsgespräch stand in der Mitte der Flüchtlingskonferenz. Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem kreativen " Wake-up", bei dem junge Flüchtlinge einige kurze Stücke aufführten und mit dem Publikum interagierten.
Im letzten Teil der Konferenz ging es um die praktische Beantwortung der titelgebenden Frage " Quo vadis, Friedensstadt 2016?" in fünf parallelen Workshops zu Themen wie " Sprache und Bildung" oder " Wohnraum und Ankommen im Quartier". Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte die Osnabrücker Integrationsbeauftragte Seda Rass-Turgut, dass aus den Ergebnissen des Workshops ein Strategiekonzept erarbeitet werde, das die Stadt voraussichtlich kurz nach den Osterferien auf ihrer Internet-Seite dokumentieren werde.

Bildtext:

Auflockern für die Flüchtlingskonferenz: kreatives Wake-up durch die Theaterpädagogische Werkstatt.

Foto: H. Pentermann
Autor:
Hendrik Steinkuhl


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