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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Traumata bei jungen Flüchtlingen erkennen
Zwischenüberschrift:
Experten treffen sich in Osnabrück zu Fachtagung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Trauma Flucht Exil" ist das Thema eines Fachtages, zu dem die Stadt Osnabrück am Mittwoch Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe sowie Lehrer in die Volkshochschule eingeladen hatte. Das Interesse war so groß, dass die Stadt mehr als das Doppelte der zur Verfügung stehenden 160 Plätze hätte besetzen können.
Wenn sich ein Flüchtlingskind beim Knattern eines Hubschraubers auf den Boden wirft oder unter dem Tisch verkriecht, ist es eindeutig das Trauma, das das Kind während eines Krieges oder auf der Flucht erlitten hat. Wie sieht es aber mit denjenigen aus, die sich nichts anmerken lassen oder erst einmal alles verdrängen, bei denen vielleicht Jahre später die Auswirkungen des Erlebten zutage treten? Mit dem Fachtag zu einem hochaktuellen Thema hatte die Kinderschutz-Koordinatorin der Stadt, Rita Alte-Bornholt, angesichts der Anmeldezahlen den Nerv der Fachleute getroffen.
Die seit dem vergangenen Jahr steigende Zahl der unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlinge (UMF) auch in Osnabrück verändere die Jugendhilfe, sagten Fachbereichsleiter Hermann Schwab und Wolfgang Ru themeier, Leiter des Fachdienstes Familie/ Sozialer Dienst. In den meisten Jugendhilfeeinrichtungen der Stadt lebten inzwischen Flüchtlingskinder. Die Mitarbeiter müssten sich auf die anderen Bewohner einstellen und umstellen.
Die jungen Flüchtlinge seien, anders als ihre deutschen Altersgenossen in der Jugendhilfe, " meist zurückhaltender, oft höflicher", formulierte es Ruthemeier. Allerdings gebe es auch zum Teil sehr unterschiedliche geschlechtsspezifische Rollenbilder und kulturelle Werte. Selbstverständlich seien in der Jugendhilfe Traumata bekannt, etwa durch vielleicht lebenslange Misshandlungen. Jugendliche aus Syrien und Afghanistan dagegen könnten in einer harmonischen Familie aufgewachsen sein, ehe der Krieg das Leben zerstört und zur Flucht führt alleine oder mit der Familie.
Hauptreferentin des Tages war die Diplom-Psychologin Margarete Udolf, Gründerin des Bremer Instituts für Traumapädagogik. Im Mittelpunkt ihres Vortrages standen die Auswirkungen von Krieg, Flucht und Migration auf die psychosoziale Entwicklung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Sie erläuterte auch traumapädagogische Unterstützungsmöglichkeiten für die Betreuer.
Zuvor hatte Tanja Abubakar-Funkenberg vom Referat für Kinderrechte bei terre des hommes über geflüchtete Kinder in Deutschland gesprochen. Das Kinderhilfswerk unterstütze derzeit 19 Projekte im Nahen Osten und 20 Projekte in Deutschland, in denen es um die psychosoziale Betreuung und Begleitung junger Geflüchteter gehe. Besonders wichtig nannte sie eine Ausbildung der jungen Leute, die es ihnen ermögliche, später am Wiederaufbau der Heimat mitzuhelfen. Abubakar-Funkenberg ist überzeugt davon, dass etliche der Geflüchteten nach einer Befriedung ihrer Herkunftsländer wieder dahin zurückkehren möchten.

Bildtext:

Gastgeber und Referenten (von links): die städtische Kinderschutzbeauftragte Rita Alte-Bornholt, Tanja Abubakar-Funkenberg von terre des hommes, Wolfgang Ruthemeier, Fachdienstleiter Familie/ Sozialer Dienst, und Margarete Udolf, Fachberaterin für Psychotraumatologie. Foto: Martens
Autor:
S.


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