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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bedrohte Arten auch in Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Die Rote Liste ist lang – Heute ist der Tag des Artenschutzes
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein ganz normaler Donnerstag: Professor Niko Paech referiert im Bohnenkamp-Haus über Zeitknappheit, Konsum und Glück. Am Abend tritt Namika im Rosenhof auf. Und im Alando ist Schneckenpass-Party. Letzteres passt zumindest halbwegs: Der 3. März ist der Tag des Artenschutzes.
Osnabrück. Auch wenn sich der Schwerpunkt des inzwischen 44. Tags des Artenschutzes den Elefanten widmet: Vom Aussterben bedroht sind Tiere eben nicht nur in Afrika, Asien oder Südamerika, sondern auch in Europa, in Deutschland, in Niedersachsen und in Osnabrück.
In Deutschland sind allein bei den untersuchten Wirbeltieren (Säugetiere, Brutvögel, Kriechtiere, Lurche, Süßwasserfische und Neunaugen) 43 Prozent in die Gefährdungskategorien der Roten Liste eingestuft. Fast 28 Prozent gelten aktuell als bestandsgefährdet. Zusammen mit den bereits verschwundenen 32 Arten droht Deutschland damit der Verlust von einem Drittel seiner terrestrischen Wirbeltierfauna. Allein die Rote Liste der Brutvögel listet in Deutschland mehr als 120 Arten.
" Auch im Raum Osnabrück lebte eine Vielzahl von gefährdeten Tieren", macht Peter Ehlers von der Jägerschaft Osnabrück-Stadt deutlich. Dazu gehören Feldlerche, Rebhuhn, Kiebitz, Feldsperling, Wanderfalke oder auch der Uhu.
Das bestätigt der Osnabrücker Ornithologe Dr. Gerhard Kooiker: Im Osnabrücker Stadtgebiet gab es zwischen den Jahren 2000 und 2004 rund 85 Feldlerchenreviere. Derzeit sind es zwischen 17 und 23. Noch deutlicher ist der Bestandsverlust beim Kiebitz: 2000 bis 2004 waren es rund 80 Paare, heute sind es acht bis zehn Paare. Zu ähnlichen Ergebnisse kommen die Jäger: Schon Ende der 70er-Jahre ist der Rebhuhnbestand zusammengebrochen, seit rund zehn Jahren sinkt der Fasanenbesatz. Viele Forscher sehen die Ursachen in der Intensivierung der Landwirtschaft und den veränderten Lebensräumen.
Trotzdem wirkt es zunächst anders: Rehe verirren sich schon mal auf den Neumarkt und den Rißmüllerplatz; Marder fühlen sich auch in städtischer Umgebung recht heimisch. Und neuerdings auch die ursprünglich aus Südamerika stammende Nutria, die die Gewässer in der Osnabrücker Innenstadt für sich entdeckt.
Nur: Mögen die Nutria auf den ersten Blick auch noch so putzig und harmlos wirken erwünscht sind sie nicht. Denn die Ausbreitung nichtheimischer Spezies ist laut Bundesnaturschutzgesetz zu verhindern, um einer " Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen und Arten durch Tiere und Pflanzen nichtheimischer oder invasiver Arten entgegenzuwirken."
Was dann meist von den Jägern erledigt wird: " Jagd, Naturschutz und Artenvielfalt sind untrennbar miteinander verbunden", betont Ehlers. Zu den Aufgaben der Jägerschaft zählt nun mal auch der Schutz bedrohter heimischer Tierarten durch Hege und Pflege, aber eben auch durch Abschuss ihrer Konkurrenten und Feinde. Und weil sich das so unschön anhört, sprechen selbst Jäger heute lieber von " nachhaltigem Prädatoren-Management". Die Sinnhaftigkeit der Dezimierung von Raubzeug und Raubwild ist allerdings nicht unumstritten.
Unbestritten sind dagegen die Erfolge der Hege und der vielen lebensraumverbessernden Maßnahmen, an den oft auch die Jäger aktiv beteiligt sind. Das Spektrum reicht von Blühstreifen-Programmen über das Anlegen von Wiesen und Lerchenfenster bis hin zu Bau und Pflege von Nistkästen für gefährdete Arten wie Steinkauz oder Fledermäuse.
Ehlers verweist zudem auf die erfolgreiche Renaturierung der Moore in der Dümmer-Region. Dort haben Land, Landwirte, Verbände und Jäger dafür gesorgt, dass sich die gefährdeten Brutvogelbestände und Pflanzen positiv entwickeln. Unter anderem rasten dort Kraniche. Weitere erfolgreiche Projekte der Jäger in Niedersachsen seien die Wiederansiedlungen des Wanderfalken, des Fischotters und des Bibers.
Ehlers′ ´ Apell: " Artenschutz sollte Aufgabe und Verpflichtung für alle sein und beginnt im Alltag." Und nicht nur am Tag des Artschutzes. Oder durch das Vorzeigen des Schnecken-Passes im Alando.

Bildtext:

Einer der wenigen seiner Art: Der Kiebitz ist in Osnabrück fast verschwunden. Foto: dpa

Vogel des Jahres 2016: ein Stieglitz in der Dodesheide. Die Art gilt derzeit als nicht gefährdet. Foto: Peter Ehlers

Seltener Vogel: Auch der Feldlerchenbestand ist in der Hasestadt inzwischen deutlich zurückgegangen.

Foto: dpa


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