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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt will Hochspannung unter die Erde legen
Zwischenüberschrift:
8600 Menschen von geplanter Trasse betroffen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt Osnabrück hat ihre Forderung nach einer Erdverkabelung der Hochspannungsleitung im Süden der Stadt erneuert. Etwa 8600 Menschen sind dort betroffen.
Die Trasse 18 zwischen den Umspannwerken Lüstringen und Westerkappeln soll auf 380 Kilovolt (kV) aufgerüstet werden. In einer Stellungnahme der Stadt zum Netzentwicklungsplan 2015 (NEP) stellt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) die Planungen grundsätzlich infrage und fordert eine erneute Prüfung des Trassenverlaufs und der Erdkabel-Option.
Netzbetreiber Amprion kann auf eine Genehmigung aus den Achtzigerjahren verweisen, die den Ausbau der derzeitigen 220-kV-Leitung auf 380 kV zulasse. Die Stadt Osnabrück wirft dagegen ein, dass sich die Genehmigung ausschließlich auf das Leitungsgestänge beziehe und nicht auf den Betrieb einer 380-kV-Leitung. Außerdem beruhe die Genehmigung auf " Nichtbeanstandung". Franz Schürings, Fachbereichsleiter Städtebau, erklärt dieses Verfahren so: " Der Betreiber legt einen Plan vor, wenn der nicht beanstandet wird, gilt er als genehmigt."
Amprion hat für die 14 Kilometer lange Trasse von Lüstringen über Nahne, Hellern nach Westerkappeln ein Planfeststellungsverfahren beantragt, um die über 30 Jahre alte Genehmigung überprüfen zu lassen. In dem Verfahren wird das Wie einer Aufrüstung geklärt, nicht das Ob. Doch genau zu dieser Eingangsfrage zum Ob will die Stadt noch einmal zurück: " Aus Sicht der Stadt wäre eine umfassende neue und grundlegende Prüfung einer 380-kV-Freileitung auch hinsichtlich ihrer Raumverträglichkeit unerlässlich", heißt es in der Stellungnahme. In einem Raumordnungsverfahren würden alternative Streckenverläufe und auch die Erdkabel-Option geprüft. Auch die möglichen Belastungen durch Koronargeräusche oder Feinstäube sind nach Meinung der Stadt im Planfeststellungsverfahren bislang " unzureichend behandelt worden".
Die Stadt hegt Zweifel, dass der Netzausbau auf der Trasse 18 überhaupt erforderlich und ein " vordringlicher Bedarf" gegeben ist. In der Stellungnahme verweist sie auf eine bestehende 380-kV-Verbindung nördlich von Osnabrück, die die Stationen Westerkappeln und Bad Essen-Wehrendorf verbindet.
Amprion hält beide Trassen für unentbehrlich. Der Ringschluss um Osnabrück sei nötig, um im Notfall eine Ersatzverbindung zu haben. Die Versorgungssicherheit könne nur mit einem engmaschigen Netz gewährleistet werden. Außerdem müsse die Nordtrasse darauf ausgelegt sein, den Windstrom aus dem Emsland auch bei " Starkwindaufkommen" aufnehmen zu können, sagte ein Amprion-Sprecher bereits im vergangenen Jahr, als die Bürgerinitiative " Anwohner der Trasse 18" diese Frage aufgeworfen hatte.
Die Bürgerinitiative äußerte die Sorge, dass die Trasse 18 zu einer Höchstspannungsleitung mit insgesamt 1420 Kilovolt ausgebaut wird. Zu den bestehenden zwei 110-kV-Kabeln und zwei 220-kV-Leitungen sollen laut Ausbauplanung zwei 380-kV-Seile hinzukommen, was eine Gesamt-kV-Leistung von 1420 kV ergäbe. Die Sprecherinnen der Initiative, Annegret Gutendorf und Mechthild Thiesing, warnen vor gesundheitlichen Folgen für die mindestens 8600 Menschen, die in weniger als 400 Meter Abstand von der Stromleitung leben. Eine besondere Gefahr stellten die Feinstäube dar, die von den Autobahnen ausgingen und, durch die Höchstspannung elektromagnetisch aufgeladen, " bioverfügbar" würden.
Auf positives Echo stößt die Entscheidung des Bundestages, für die andere Stromleitung von Lüstringen nach Gütersloh (Trasse 16) Erdkabel in empfindlichen Abschnitten zuzulassen. Auch für die Trasse 18 sollte die Erdkabel-Option geprüft werden, fordert die Stadt.

Bildtext:

Ein Strommast beim Kreishaus Osnabrück. Foto: Gründel
Autor:
hin


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