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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Giraffen-Opa Edgar hat Arthrose
Zwischenüberschrift:
Alterstypische Verschleißerscheinungen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der 17 Jahre alte Giraffenbulle Edgar im Zoo Osnabrück hat Arthrose. Die Tierpfleger wollen seinen Lebensabend so angenehm wie möglich gestalten. Wärmetherapie und Homöopathie sollen die Beschwerden lindern.
Genau wie Menschen haben auch Tiere im fortgeschrittenen Alter mit Verschleißerscheinungen zu kämpfen. Bei Giraffe Edgar wurde vor einem Jahr Arthrose im linken Buggelenk diagnostiziert an einer Stelle zwischen Schulterblatt und Oberarm. " Eine genaue Diagnose bei Wildtieren ist gar nicht so einfach," sagt Zoodirektor und Tierarzt Prof. Dr. Michael Böer. Denn die Tiere können nicht zeigen, wo es wehtut und wollen das auch gar nicht. " Wildtiere lassen sich Schmerzen oder Krankheitssymptome kaum anmerken, denn in freier Wildbahn würde es sie angreifbar machen."
Aber bei Edgar sei deutlich zu sehen gewesen, dass er das betroffene Gelenk entlasten wollte und weniger agil war. " Auch die aufeinander reibenden Knochen im Gelenk sind manchmal zu hören, es knackt und schabt. So war eine Diagnose eindeutig."
Aber wie behandelt man Arthrose bei einem Tier, das 5, 40 Meter hoch ist und 1200 Kilogramm schwer? " Operativ kann man da nichts machen. Die Narkose wäre nicht gut für das Tier," sagt Böer. Also setzt der Zoo Osnabrück auf konservative Schulmedizin und Homöopathie. Denn bei der schmerzhaften Gelenkerkrankung hilft dem Bullen das, was auch menschlichen Patienten guttun würde.
Zunächst einmal Wärme. Im Stall hängt eine Wärmeplatte aus Metall in Schulterhöhe des Tieres. Da kann sich Edgar nach Bedarf anlehnen und an Infrarotstrahlen wärmen. " Wie ein Heizkissen", sagt Böer. Die Platte sei etwa 50 bis 60 Grad warm. Darüber hinaus erhält der betagte Bulle Nahrungsergänzungsmittel: ein Schwefel-Methan-Gemisch, wie es etwa aus der Pferdepraxis bekannt ist. Edgar scheint es gut zu bekommen. " Er hat mehr Appetit und ist agiler." Auch homöopathische Mittel werden der Giraffe verabreicht. Schmerzmittel möchte der Zoo hingegen vermeiden, da Magenprobleme oder sogar eine Abhängigkeit drohen.
Trotz aller Bemühungen sei die Prognose für den altersschwachen Edgar leider " ungünstig", so Böer. 25 Jahre, wie bei Giraffen durchaus möglich, erreiche der Bulle wohl nicht mehr. " Arthrose kann man nicht aufhalten, nur verlangsamen", erklärt der Zoodirektor. Bei schweren Tieren würden große Gewichte auf den Gelenken lasten. Da sei die Krankheit nicht ungewöhnlich.
Ein paar Jahre wird Edgar, der Vater von Dayo und Mabili, den Zoobesuchern aber noch erhalten bleiben, schätzt Böer. Den Lebensabend will das Zoo-Team ihm so angenehm wie möglich gestalten. " Irgendwann wird es so weit sein, dass Edgar aufgrund von Schmerzen und Schwäche nicht mehr aufstehen kann", prophezeit der Zoodirektor. Dann trete nach zwei bis drei Tagen der Tod ein. " Das Verdauungssystem bricht zusammen, darauf folgt multiples Organversagen. Diese Quälerei wollen wir Edgar ersparen. Wenn es so weit ist, müssen wir ihn einschläfern."
Autor:
Annalena Klein


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