User Online: 1 | Timeout: 06:00Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kultur wird zum Vehikel
Zwischenüberschrift:
Bohnenkamp-Stiftung fördert in erster Linie Bildung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sichern in Zeiten klammer kommunaler Kassen Stiftungen die Vielfalt der Kulturszene? Verantwortliche in Politik und Verwaltung hätten das gerne. Deshalb nehmen wir in einer Serie Stiftungen aus Stadt und Region Osnabrück unter die Lupe.
Michael Prior hat klare Vorstellungen von seiner Arbeit und von den Aufgaben seines Arbeitgebers. Seine Hauptaufgabe sieht er nicht in der Förderung von Kultur auch wenn er als Geschäftsführer der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung in einem kulturträchtigen Haus residiert: in der Villa des Malers Franz Hecker am Zoo. Doch darf das nicht zu falschen Annahmen verleiten: Bohnenkamp kümmert sich nur in zweiter Linie um Kultur. Zum Beispiel hat sie den Filmpreis für Kinderrechte beim Unabhängigen Filmfest gefördert. Sie hat sich aber auch wieder aus der Förderung zurückgezogen. Oder die Sommer-Akademie des Morgenland Festivals: Erstmals unterrichteten vergangenen Sommer drei Festival-Musiker Schüler in einem einwöchigen Workshop inklusive Abschlusskonzert: Prior und Stiftungsgründerin Gisela Bohnenkamp waren begeistert vom Geist und von der Qualität der Veranstaltung; vermutlich wird die Sommer-Akademie ein zweites Mal gefördert. Aber Prior unterstreicht es noch einmal: Die Bohnenkamp-Stiftung ist keine Kulturstiftung. Und schon gar nicht dafür da, kommunale Aufgaben zu übernehmen.
Tatsächlich sieht Prior die Kulturszene im Umbruch, sieht die Nöte von Politik und Verwaltung. Aber: " Löcher stopfen ist keine Aufgabe, die uns von außen zugesprochen werden sollte", sagt er im Besprechungszimmer der Bohnenkamp-Stiftung. " Wir haben einen eigenen Kopf", ergänzt er: Bohnenkamp hat sehr präzise Vorstellungen, was und wie die Stiftung fördert. Und was nicht.
Da ist dieses eine Ausschlusskriterium, das fast allen Stiftungen gemein ist: Bohnenkamp fördert Projekte, keine Strukturen. Zwar sagt Prior, " wir haben das Selbstbewusstsein, Strukturen mit zu steuern." Aber ein großer Teil der einen Million Euro, die Prior jährlich verteilen darf, fließt in Projekte. " Wir geben da Anschubfinanzierung", sagt Prior. Das heißt: Ein Projekt wird einmal gefördert, vielleicht zwei-, vielleicht dreimal. Doch irgendwann muss es finanziell, wenn nicht auf eigenen, so doch auf anderen Beinen stehen. Deshalb fragt Bohnenkamp Pläne für eine Langfrist-Finanzierung ab.
Vor allem aber macht Prior sehr nachdrücklich deutlich: " Wir haben unseren Fokus auf der Bildungsarbeit." Das Diesterweg-Stipendium ist da ein Paradebeispiel: Ein zweijähriges Förderprogramm soll Kindern den Weg von der Grundschule zur weiterführenden Schule ebnen, die mit sprachlichen Defiziten oder außerschulischen Faktoren zu kämpfen haben. Voraussetzung ist ein " erkennbares Begabungspotenzial", heißt es nüchtern in der Broschüre zum Stipendium.
Generell unterstützt die Bohnenkamp-Stiftung Kinder vom Kindergarten bis zum Übergang in die Ausbildung oder ins Studium. Sicher kommt dabei Kulturinstitutionen eine wichtige Rolle zu: aber lediglich " als Vehikel", sagt Prior. So standen beim Kinderfilmpreis für ihn nicht Filme an sich im Vordergrund, sondern Kinder, die sich in ihrer Freizeit treffen, um über Filme zu debattieren, " schulformübergreifend", sagt Prior. Filmkunst als Anlass für ein Bildungsprojekt.

Bildtext:

So funktioniert Sprachförderung: Ein Junge blickt beim Sommercamp der Bohnenkamp-Stiftung durch die Akkusativ-Kamera. Foto: Bohnenkamp-Stiftung
Autor:
Ralf Döring


Anfang der Liste Ende der Liste