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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ärger um wilde Müllkippen
Zwischenüberschrift:
50 bis 100 Problemstandorte in der Stadt – Auch manche Firma entsorgt Abfälle illegal
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wilde Müllkippen sorgen in Osnabrück wieder einmal für Unmut bei Umweltbehörden und Bürgern: Die Kosten für die illegale Entsorgung der Hinterlassenschaften anderer zahlt schließlich die Allgemeinheit und die städtische Abfallentsorgung ächzt unter der Mehrbelastung.
Osnabrück. Wer Mitte dieser Woche an der Ecke Vehrter Landstraße/ Am Limberg vorbeigekommen ist, wurde wieder einmal Zeuge einer illegalen Müllkippe. Unbekannte hatten irgendwann zwischen Mittwochabend und Freitagmorgen ein buntes Potpourri aus allerlei Hinterlassenschaften der modernen Wegwerfgesellschaft neben den Glascontainern abgelegt, darunter Altreifen, einen Lattenrost und mehrere Kubikmeter Hausmüll.
Für Heiko Brosig vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz sind solche Vorfälle Alltag. " Wir haben allein pro Jahr 1000 bis 1200 solcher Meldungen im Fachbereich Umwelt. Dazu kommen noch die Arbeiten, die vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) allein getragen und über die wir nicht informiert werden", sagt Brosig. Katrin Hofmann vom OSB berichtet von rund 320 Meldungen, die über das städtische EMSOS-System im Jahr 2015 eingelaufen sind.
Das Problem liege nicht nur in der Häufigkeit der illegalen Wegwerfaktionen, sondern auch in der eng gestrickten Personaldecke bei der städtischen Abfallbeseitigung. " Wir sind kaum noch in der Lage, schnell auf Meldungen von Bürgern oder anderen Hinweisgebern zu reagieren. Die Räumung seitens des OSB muss ja neben dem regulären Betrieb der Müllabfuhr laufen wegen der Masse der Vorfälle kann es daher auch schon einmal drei Tage dauern, bis wir eine illegale Müllablagerung wegräumen können", gibt Brosig zu verstehen. Ihn ärgert dabei aber auch noch ein weiterer Aspekt: Wilder Müll ist auch für die Umwelt gefährlich. Rückstände der Ablagerungen von Elektrogeräten können ins Erdreich einsickern und Giftstoffe in Gewässer fließen.
Das Thema sei aus seiner Sicht mittlerweile ein regelrechtes gesellschaftliches Problem, das zwar nicht noch weiter signifikant zunehme, " aber die Fälle bewegen sich zahlenmäßig auf hohem Niveau". Dabei ist die Entsorgung von Müll jeglicher Art außerhalb von Recyclinghöfen oder Sammelstellen weder ein Kavaliersdelikt, noch wird sie milde bestraft. Der Blick in den Bußgeldkatalog des Landes Niedersachsen offenbart empfindliche Strafen für Personen, die Gegenstände in der freien Wildbahn entsorgen.
Das Wegwerfen von " unbedeutenden Produkten" wie zum Beispiel Pappbechern oder Aschenbecherinhalten wird je nach Menge mit zwischen 10 und 80 Euro bestraft. Richtig teuer wird es spätestens bei der Sperrmüllentsorgung: Je nach Menge und Gewicht sind Strafen von bis zu 500 Euro vorgesehen. Bei schadstoffhaltigen Gegenständen erhöht sich die Summe auf bis zu 2500 Euro. Auch die illegale Entsorgung von Altreifen kostet: Bei Mengen über fünf Reifen muss der Verursacher bis zu 25 000 Euro zahlen.
Allerdings muss im illegalen Entsorgungsfall erst einmal der Verursacher gefunden werden. Obwohl die Umweltbehörde eng mit dem OSB und der Polizei zusammenarbeite, werde weitaus nicht jeder Täter geschnappt, sagt Brosig. Die Ermittler seien in diesem Zusammenhang vor allem auf die Mithilfe von Anwohnern angewiesen.
In Osnabrück gebe es zwischen 50 und 100 Problemstandorte, wie Brosig sie nennt. Damit meint der Fachmann solche Orte, die nach den Erfahrungen der mit Müllthemen beauftragten Kollegen immer wieder von illegalen Müllkippen betroffen sind. " Hotspot ist dabei immer wieder das Umfeld von Containerstandorten im Stadtgebiet", sagt der Fachmann vom Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz. Auch nicht oder nur wenig bewohnte Durchfahrtsstraßen und Waldwege seien klassische Betätigungsfelder von Umweltverschmutzern.
" Dort, wo Menschen sich unbeobachtet fühlen, wird Müll abgelagert", so Brosig. Dabei seien es nicht ausschließlich Privatpersonen, die die Gelegenheit zur kostenlosen Müllentsorgung nutzten. Bei den Ablagerungen entstehe immer wieder der Eindruck, dass durchaus auch Firmenabfälle gerne mal in der freien Wildbahn entsorgt werden.
Ärgerlich für alle ehrlichen Müllentsorger: Die Zeche für die Sondereinsätze der Abfallbetriebe zahlt letztendlich die Allgemeinheit. Denn die dadurch entstehenden Kosten fließen am Ende in die Gesamtaufwendungen für die Müllentsorgung ein.

Bildtext:

Wilde Müllkippe an der Ecke Am Limberg/ Vehrter Landstraße: Der Servicebetrieb kommt kaum mit dem Aufräumen hinterher und die Zeche zahlen letztlich alle. Foto: Holger Jansing
Autor:
Sebastian Philipp


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