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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
BOB – Bund Osnabrücker Bürger tritt zur Wahl an
Zwischenüberschrift:
Ankündigung bei Kalla Wefels Heimatabend zum Neumarkt – Brickwedde spricht von "Verarschung"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Kritiker der Neumarkt-Politik treten als " BOB Bund Osnabrücker Bürger" zur Kommunalwahl im September an. Das kündigte Michael Wiese am Sonntagabend während des Heimatabends von Kalla Wefel an.
In seinem Schlusswort ließ der Gründer der Facebook-Seite " Gebt den Neumarkt wieder frei" die kleine Bombe platzen. Eine Wählergruppe, die genug habe von der rot-grünen Anti-Auto-Politik, werde sich unter dem Namen BOB Bund Osnabrücker Bürger zur Wahl stellen. " Und dann wird in Zukunft jeder Euro dreimal umgedreht", kündigte Wiese an. Wer für BOB ins Rennen geht, sagte Wiese nicht. Er selbst kann nicht kandidieren, solange er im Umland wohnt.
Es war der dritte Heimatabend, der sich dem Thema Neumarkt widmete, und wohl in keinem waren die Positionen so weit auseinander und die Stimmung so geladen. Co-Moderator Rainer Lahmann-Lammert sorgte gleich zu Anfang für ein Stück Klarheit: Eine " satte Mehrheit" der 235 Zuhörer hob den Arm auf seine Frage, wer für die Freigabe des Neumarktes sei.
Als Überraschungsgast präsentierte Kalla Wefel den " Befreier des Neumarktes": Bernd Klute, der mit seiner Klage die bevorstehende Neumarkt-Öffnung bewirkt hat. Was hat ihn angetrieben, Klage einzureichen – " als CDU-Mitglied"?, fragte Wefel mit einem Augenzwinkern. Er habe es aus eigenem Interesse gemacht, versichert Klute, weil ihn die Umwege und Wartezeiten geärgert hätten.
Wie soll der Neumarkt in Zukunft aussehen? Wulf-Siegmar Mierke erntete lauten Protest mit seiner These, die Mehrheit der Bürger sei für einen autofreien Neumarkt. Michael Wiese bezeichnete es als " ökologischen Wahnsinn", die Autofahrer zu Umwegen zu zwingen. 25 000 bis 30 000 Autos hätten früher täglich den Neumarkt passiert. " Die Fahrer suchen jetzt andere Wege oder stehen auf dem Wall im Stau." Der Neumarkt sei zwar sauberer, aber insgesamt sei die Umweltbelastung durch eine unkluge Verkehrspolitik gestiegen, so Wiese.
Der Neumarkt werde nie eine grüne Oase werden, solange dort täglich 2096 Busse fahren, sagte Fritz Brickwedde (CDU). Osnabrück müsse " freundlich" zu den über 50 000 Einpendlern sein. Die baustellenbedingte Sperrung des Neumarktes sei seit Juni 2015 rechtswidrig. Die Bauverwaltung habe " immer neue Baustellen erfunden" und dem Gericht die Unwahrheit gesagt. Und dann griff Brickwedde tief in die Populismuskiste: " Das ist Verarschung der Bürger und eine bodenlose Frechheit!"
Thomas Haarmann (FDP) sprach sich für einen autofreien Neumarkt aus, weil der Platz sonst wieder zur Barriere würde. Heiko Pohlmann (Hasepost.de) säte Zweifel, dass das Einkaufszentrum tatsächlich gebaut wird. Würde der Investor noch an das Projekt glauben, hätte er längst mit dem Abriss begonnen. Der Politik warf er vor, keinen Plan B in der Schublade zu haben.
Jens Meier blickte optimistisch nach vorn: " Ich freue mich auf den neuen Platz. Die Menschen werden den neuen Neumarkt annehmen und den Platz für sich erobern." Ähnlich äußerte sich Frank Henning. Über 130 Millionen Euro würden in das Einkaufszentrum investiert, hinzu kämen über 30 Millionen Euro für das Justizzentrum und weitere Millionen für das sogenannte Baulos 2 vor H& M.
Wo ist der Kompromiss, fragte ein Zuhörer? Heiko Pohlmann verwies auf den Ratsbeschluss, der zwei Streifen für Autos vorsieht. Gelte der nicht mehr? Im Prinzip ja, aber: Jens Meier bewertete die aktuelle Sperrung als erfolgreichen Testlauf, aus dem jetzt die richtigen Schlüsse zu ziehen seien. In der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses sollen weitere Ergebnisse der Verkehrsuntersuchungen vorgestellt werden.

Bildtext:

Wie soll der Neumarkt aussehen? Von links: Heiko Pohlmann, Michael Wiese, Fritz Brickwedde, Rainer Lahmann-Lammert, Kalla Wefel, Frank Henning, Jens Meier, Wulf-Siegmar Mierke und Thomas Haarmann. Foto: Egmont Seiler
Autor:
hin


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