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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Elektro-Kartbahn kurz vor Baubeginn Erster Spatenstich im Februar
Zwischenüberschrift:
Vorbehaltlich der Baugenehmigung planen die Stadtwerke noch im Februar mit dem ersten Spatenstich für die Elektro-Kartbahn am Nettebad.
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Ausschreibungen sind gelaufen, deren Ergebnis hat Stadtwer ke-Bäderchef Wolfgang Herm le noch am Mittwochabend dem Aufsichtsrat der städtischen Tochter vorgestellt. " Vorbehaltlich der Baugenehmigung hoffen wir, noch in diesem Monat zum ersten Spatenstich einladen zu können", so Hermle. Zwar haben sich die Baukosten durch die Verzögerung im Genehmigungsverfahren für die Änderung im Flächennutzungs- und Bebauungsplan erhöht. Die Steigerung sei aber geringer ausgefallen als erwartet und liege durchaus noch im Rahmen der Schätzungen, die auf Basis der 2012 aufgestellten ersten Kalkulation gemacht wurden, so Hermle.
Osnabrücks Bäderchef rechnet mit 2, 89 Millionen Euro für den Hochbau. Hinzu kommen weitere Nebenkosten, sodass sich die Endsumme für die Kartbahn voraussichtlich auf 3, 28 Millionen Euro belaufen werde. Damit liegen wir immer noch unter den Schätzungen von 3, 31 Millionen Euro, mit denen wir nach der Verzögerung gerechnet hatten." Hermle geht denn auch davon aus, dass der Aufsichtsrat am Mittwochabend grünes Licht für den Bau geben wird.
Spannend bleibt für Hermle die Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung zum Paragrafen 136 der Kommunalverfassung, die spätestens zum Ende des Jahres erwartet wird. Die Rechtsnorm regelt die Möglichkeiten wirtschaftlicher Betätigung von Kommunen bzw. deren Töchtern. Unstrittig ist nach Hermles Worten, dass die Stadtwerke als Bauherr einer Elektro-Kartbahn auftreten können. Ob sie eine solche Bahn auch betreiben dürfen, darüber streiten sich derzeit noch die Geister. So hatte der Rechtsvertreter eines Kartbahnbetreibers am Alfsee mit einer Klage gedroht, sollten die Stadtwerke die Bahn in Eigenregie führen wollen. Die Änderung der Kommunalverfassung zielt nun darauf ab, ebensolche Engagements von Kommunen und ihren Töchtern zuzulassen. Aber auch ohne die Verfassungsänderung sieht sich Hermle schon jetzt auf der juristisch sicheren Seite.
Gleichwohl planen Hermle und seine Mannschaft, die Betreiberrolle im April oder Mai öffentlich auszuschreiben. Das Ergebnis der Ausschreibung werde dann zeigen, welcher Weg für die Stadtwerke der wirtschaftlich sinnvollere ist. Allerdings, so räumt Hermle ein, sei er fest davon überzeugt, dass der Eigenbetrieb gegenüber einer Verpachtung wirtschaftlich einträglicher sein werde. Derzeit gehen die Stadtwerke von einem jährlichen Plus von etwa 250 000 Euro aus mit Luft nach oben.

Kommentartext:

Jetzt sind die Stadtwerke in der Pflicht

Wenn die ersten Elektrokarts am Nettebad ihre Runden drehen, dürfte es nicht nur auf der Rennstrecke spannend werden, sondern auch in den Büchern der Stadtwerke. Sollte sich die städtische Tochter für den Eigenbetrieb entscheiden und das ist nach derzeitigem Stand der Dinge zu vermuten –, werden die Skeptiker kritisch jeden Schritt des Unternehmens verfolgen und mit Argus augen die Rentabilität der Bahn beobachten.

Die Kritiker handeln damit durchaus im Interesse der Osnabrücker Bürger. Allerdings sollten sie auch Fairness walten lassen. Von Beginn an ein finanzielles Wunder zu erwarten und wenn dies nicht eintritt sofort das Scheitern des Projekts zu verkünden, ist ebenso kontraproduktiv, wie nicht hinterfragte Bilanzen anderer Kartbahnen vorzulegen und damit ein Scheitern des Osnabrücker Projekts als zwangsläufig darzustellen. Seien wir froh, dass sich die Stadtwerke bemühen, Einnahmen zu generieren und nicht nur vom Steuerzahler finanzierte öffentliche Mittel zu verteilen.

Die Stadtwerke sind jetzt in der Pflicht, die Richtigkeit ihrer Prognosen zu beweisen. Das werden sie nach bestem Wissen und Gewissen tun. Es ist also nur fair, ihnen eine gehörige Portion Vertrauen entgegenzubringen.
Autor:
Dietmar Kröger


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