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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die Hase - eine grüne Wiese
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Originaltext:
Die Hase - eine grüne Wiese

Weil es noch keinen Vorstand für den Unterhaltungsverband 96 gibt, verschmutzt die Hase weiter

Osnabrück, die Hasestadt! Der Fluß, nach dem die Stadt diese Bezeichnung trägt, ist wirklich sehenswert. Doch sehenswert im negativen Sinn. Denn die Hase gleicht seit ein paar Wochen kaum noch einem Fluß, der durch eine Großstadt fließt, sondern eher einer grünen Wiese. Sie ist verschlammt und verkrautet. Die Wasserpest wuchert im Flußbett. Das Wasser hat eine tiefschwarze Farbe. Mancher Osnabrücker, der seit einiger Zeit beobachtet, wie die Hase mehr und mehr verschmutzt und immer unansehnlicher wird, hat sich bestimmt schon gefragt, warum hier nichts unternommen wird, den Fluß sauberzuhalten. Er wird sich fragen, ob die Anlieger verpflichtet seien, die Hase zu entsanden und zu entkrauten. Oder hat die Stadt dafür zu sorgen, daß auch endlich etwas geschieht?
Nach dem Niedersächsischen Wassergesetz (NWG) vom 7. Juli 1960, das am 15. Juli 1960 in Kraft trat, regelt der Paragraph 83 die Unterhaltung der Gewässer 2. Ordnung, zu denen auch die Hase gehört. Nach dem Gesetz wurden im gesamten Hasegebiet von der Quelle bis zur Mündung drei Unterhaltungsverbände gegründet. Der Abschnitt von der Quelle bis zur Düte untersteht dem Unterhaltungsverband 96 (obere Hase). Der Paragraph 84, Absatz 5, besagt, daß bis zu diesem Zeitpunkt, an dem die neuen Unterhaltungsverbände ihre Tätigkeit aufnehmen, die Unterhaltung den bisher Verpflichteten (Wasser- und Bodenverbände) obliegt. Der Wasserverband zur Unterhaltung der Hase, der den Raum von der Neuen Mühle bis zur Pernickelmühle betreute, befindet sich in der Auflösung. Nun kann die oberste Aufsichtsbehörde (der Regierungspräsident) für die Zeit vom 1. Juli 1961 an anordnen, daß die Unterhaltung bereits auf Rechnung des neuen Unterhaltungsverbandes 96 (obere Hase) übergeht. Diese Möglichkeit ist jedoch noch nicht anwendbar, da sich der durch das Gesetz gegründete Unterhaltungsverband bis zur Stunde in Osnabrück noch gar nicht konstituiert hat. Es ist noch nicht vorauszusehen, wann er überhaupt in Aktion treten kann.
Daraus ergibt sich nun folgendes Bild. Die Reinhaltung der Hase liegt in den Händen eines Verbandes, der jedoch nur auf dem Papier besteht. So ist niemand verpflichtet, weder die Anlieger noch die Stadt, etwas zu unternehmen. Die Folge davon wird sein, daß die Hase bald von einem Dorfteich nicht mehr zu unterscheiden ist. In dem Fluß wird es weiter grünen und blühen. Es werden sich immer mehr Abfälle auf dem Grund ansammeln. Denn bereits heute haben Flaschen und hunderterlei anderes Gerümpel ihr Grab in dem Flußbett gefunden. Der Gestank, über den sich besonders die Anlieger in der Innenstadt beklagen und die Nase rümpfen, wird immer unerträglicher. Vor allem die Seuchengefahr ist nicht zu unterschätzen. Sie wird immer größere Ausmaße annehmen und bedeutet schon jetzt eine Gefahr für die Bewohner. - So zeigt sich also der Fluß, nach dem sich Osnabrück die Hasestadt nennt.


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