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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Breitet sich Angst in Osnabrück aus?
Zwischenüberschrift:
Kleines Friedensgespräch zum Thema Flüchtlinge
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Förderkreis der Osnabrücker Friedensgespräche ist erstmals mit einem zusätzlichen Format an die Öffentlichkeit getreten. Am Sonntag diskutierte der Kreis in der Lagerhalle zur Frühschoppenzeit ein aktuelles Thema: " Sind die Flüchtlinge unser Problem?"
Osnabrück. Den Grund für die Neuschöpfung nannte Förderkreismitglied und Veranstalter Rolf Wortmann: Man wolle die Möglichkeit nutzen, noch aktuellere Themen zu besprechen und damit gleichzeitig auch " eine größere diskussionsmäßige Einbeziehung des Publikums zu ermöglichen", so der Professor für Politikwissenschaft. Zu hoffen sei, dass sich eine Diskussionskultur entwickle, indem das gute Argument, Einwände und Bedenken so vorgebracht würden, dass sie der " Wahrheitsfindung und dem Erkenntnisgewinn" dienten.
Grundlage der Diskussion mit den rund 30 Teilnehmern sollten Einschätzungen des Wahldeutschen und Syrers Rami Kaakarli und von Exil-Anwalt Andreas Neuhoff (Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge) sein. Kaakarli meinte etwa, dass ein Ende der Fluchtbewegung aus Syrien nur gelinge, wenn das Bombardement der Russen und Iraner aufhöre. Mitdiskutierende machten darauf aufmerksam, dass sich auch der Westen an den Luftangriffen und durch Waffenexporte am Krieg im Nahen Osten beteilige. " Das produziert doch wieder Flüchtlinge in einem Ausmaß, dass es nicht mehr schön ist", war zu hören.
Da die Runde erwartungsgemäß kein Rezept für eine rasche Lösung im syrischen Bürgerkrieg fand, plädierte ein Teilnehmer dafür, sich darauf zu konzentrieren, wie man in Deutschland mit den Veränderungen durch die Flüchtlinge umgehe. " Wir sollten das nicht erleiden, sondern aktiv mitgestalten." Damit reagierte er auch auf die Äußerung, dass sich in Osnabrück " eine kollektive Angst ausbreitet und viele Leute in der Dämmerung nicht um den Rubbenbruchsee und durch den Schlosspark gehen."
Andreas Neuhoff konnte Furcht in der Stadt nicht erkennen, wohl aber einen Stimmungsumschwung in der Gesellschaft feststellen. Eine Teilnehmerin riet, Menschen, die Überfremdungsängste äußerten, zu empfehlen, persönlich Flüchtlinge kennenzulernen. Rolf Wortmann plädierte dafür zu differenzieren: Aufgrund der " extremen Ungleichheiten" im Land nähmen weniger gut situierte Menschen die Flüchtlingsbewegung anders wahr. " Ich finde es ungeheuer wichtig, dass man dort, wo Leute aus sozialen Gründen befürchten, dass Flüchtlinge für sie eine Konkurrenzsituation auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt sind, sich um sie kümmert. Wenn uns das nicht gelingt, werden uns hier die Klamotten um die Ohren fliegen."

Bildtext:

Rolf Wortmann und Katharina Opladen (Mitte) ludem im Namen des Förderkreises der Osnabrücker Friedensgespräche zum politischen Frühschoppen ein: An der Diskussion um Flüchtlinge beteiligten sich in der Lagerhalle Andreas Neuhoff (links) und der Syrer und Wahldeutsche Rami Kaakarli (rechts).

Foto:

Elvira Parton
Autor:
Stefan Buchholz


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