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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Freudenrufe nach Wochen der Angst
Zwischenüberschrift:
Eine Stadt hilft Flüchtlingen und wird von Til Schweiger unterstützt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Osnabrück zeigt keine Ermüdungserscheinung bei der Hilfe für Flüchtlinge. Die Zahl der Ehrenamtlichen wächst noch immer. Im Januar und im September zeigen jeweils mehr als 4000 Bürgerinnen und Bürger bei Demonstrationen dem Rassismus und der Pegida-Bewegung die Rote Karte.

Mit der Eröffnung einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus wird das Thema Flüchtlinge für die Osnabrücker greifbar. 600 Plätze sollen bis Ende des Jahres entstehen. Die Bevölkerung zeigt sich von ihrer besten Seite: Spenden werden gesammelt, viele engagieren sich ehrenamtlich, geben Deutschunterricht, betreuen Kinder, arbeiten in der Kleiderkammer oder machen Sportangebote.

Zur großen Akzeptanz des Flüchtlingshauses in der Bevölkerung trägt die Übernahme der Trägerschaft durch die Diakonie bei. In Niedersachsen wird damit erstmals eine Erstaufnahmeeinrichtung einer Wohlfahrtsorganisation übertragen. Derzeit bewirbt sich die Diakonie in einer öffentlichen Ausschreibung um die Verlängerung des Vertrages.

Prominente Unterstützung kommt vom Schauspieler und Regisseur Til Schweiger. Er gründet eine nach ihm benannte Foundation, um Flüchtlingen zu helfen auch in Osnabrück. Schweiger besucht im August, begleitet von Thomas D von den Fantastischen Vier und einem Medienrummel, das Flüchtlingshaus. Er sagt Geld aus seiner Stiftung für den Ausbau der Schule vor Ort und ein Fitnessstudio zu.

Wohnraum in der Schule

Während die Bewohner des Flüchtlingshauses nur einige Wochen in Osnabrück bleiben und anschließend auf niedersächsische Kommunen verteilt werden, stranden immer mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Stadt. Die Verwaltung schafft mit Unterstützung Freier Träger neue Plätze in Wohngruppen. Im kommenden Jahr sollen minderjährige Flüchtlinge auch in Familien untergebracht werden.

Der auf Rekordniveau steigende Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland führt dazu, dass Osnabrück mehr Flüchtlinge als erwartet zugewiesen werden. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ruft Immobilienbesitzer dazu auf, Wohnraum für Flüchtlinge bereitzustellen. Ein Seitentrakt der Käthe-Kollwitz-Schule wird für die Aufnahme von Menschen ausgebaut.

Später werden weitere Asylsuchende in der ehemaligen Landwehrkaserne, der Peiner Straße und einem Gebäude am Limberg untergebracht. Die Stadt könne zwar ihr Konzept, Flüchtlinge dezentral in kleinen Einheiten unterzubringen, nicht mehr erfüllen, sagt OB Griesert. Aber Turnhallen und Baumärkte müssten nicht als Unterkunft dienen.

In zahlreichen kleinen Aktionen heißen Osnabrücker die Zugezogenen willkommen: mit einem Spieleabend Backgammon/ Tawla, mit einer Staffelmeisterschaft unter Beteiligung junger Flüchtlinge und mit einem Begegnungstag im Zentrum für Jugendberufshilfe an der Dammstraße. Spektakulär sind zwei Einsätze der Feuerwehr, die im August mit Löschwagen den jungen Bewohnern des Flüchtlingshauses eine feucht-fröhliche Abwechslung bietet.

Im Laufe des Jahres finden etliche kleinere Demonstrationen gegen Rassismus und die Verschärfung des Asylrechts statt. Im Januar und September lassen sich jeweils mehr als 4000 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit mobilisieren. Die Demons tration im Januar gegen die sich ausbreitende Pegida-Bewegung steht noch unter dem Eindruck des Anschlags auf die französische Satirezeitschrift " Charlie Hebdo" in Paris. Acht Monate später gehen erneut fast so viele Menschen auf die Straße für das Motto " Die Würde des Flüchtlings ist untastbar".

Ein Aufruf zu Kleiderspenden führt im November zu einer überwältigenden Resonanz. Ein ehrenamtlicher Helferkreis sammelt und sortiert Kleidung für das Flüchtlingshaus, das keine Lagerkapazitäten hat. Die Aktion wird fortgesetzt. Die Bevölkerung pflegt ihre Willkommenskultur.

Bildtext:

Ein Riesenspaß für die Kinder, die Macher und die Zuschauer: Im August beschert die Feuerwehr den kleinen Bewohnern des Flüchtlingshauses eine Abkühlung. Foto: David Ebener

Viele Ehrenamtliche wie Ines Weiden setzen sich in ihrer Freizeit für Flüchtlinge ein. Foto: David Ebener

Prominenter Unterstützer: Til Schweiger, hier mit Innenminister Boris Pistorius. Foto: David Ebener

Osnabrück sagt klar Nein zu Rassismus bei zwei Demonstrationen im Januar und im September. Foto: Gert Westdörp


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