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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Elefantentraining vor Publikum
Zwischenüberschrift:
Zoo Osnabrück gewährt dreimal pro Woche Einblick in die Dickhäuterschule
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Im Zoo Osnabrück können Besucher jetzt Elefanten beim medizinischen Training beobachten. Dabei lernen die Dickhäuter, auf Befehl bestimmte Bewegungen auszuführen. Das erlaubt erstens eine schonende Tierpflege. Zweitens werden so die grauen Zellen der grauen Riesen geschult.

Das kommentierte Schautraining findet mittwochs, freitags und sonntags zu wechselnden Zeiten statt und dauert ungefähr 20 Minuten. Zoobesucher können es von der Empore im Elefantenhaus aus verfolgen. Dort ist auch die genaue Uhrzeit der nächsten Vorführung angeschlagen.

" Wir wollen unsere Elefantenhaltung transparenter machen und den Leuten zeigen, wie wir mit diesen hochsensiblen Tieren umgehen", erklärt Zoosprecherin Lisa Josef. Bislang fand das Elefantentraining in Osnabrück unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Durch große Glasfenster hat das Publikum nun die Möglichkeit, den Jungbullen Shanti und Shahrukh bei ihren Übungen mit den Tierpflegern zuzusehen. Die Kommandos aus dem Stall werden über Lautsprecher in den Besucherraum übertragen und erläutert.

Nur der 42-jährige Zuchtbulle Luka darf auch in Zukunft ohne Zuschauer trainieren. Deutschlands größter Asiatischer (Zoo-) Elefant genießt am Schölerberg Sonderrechte erst recht, wenn er sich wie im Moment in der Musth (sprich: Mast) befindet: einer Art Brunftzustand, der monatelang anhalten kann und durch einen 80-fach erhöhten Testosteronspiegel gekennzeichnet ist. " Das fühlt sich an wie Migräne hoch zehn", erklärt Elefantenrevierleiter Detlef Niebler. " Da lassen wir den Luka am besten in Ruhe."

Doch auch für die beiden Jungbullen besteht im Zoo Osnabrück keine Schulpflicht. " Das Wichtigste ist, dass die Elefanten beim medizinischen Training freiwillig mitarbeiten", sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Andreas Wulftange. Der Unterricht folge dem Prinzip von Versuch und Irrtum. Dabei habe es sich bewährt, die Tiere für jede gelungene Aktion zu loben und zu belohnen, etwa mit Brot. Unerwünschtes Verhalten werde ignoriert, aber niemals bestraft. Denn: " Vertrauen aufzubauen dauert sehr lange, Vertrauen zu zerstören manchmal nur Sekunden."

Belohnen statt bestrafen

Zwanglos und stressfrei haben Niebler, Wulftange & Co. ihren Schützlingen seit deren Ankunft im Sommer 2013 schon allerhand beigebracht. Auf 15 bis 20 Kommandos schätzen die Trainer das gängige Repertoire. So können sich die Elefanten zum Beispiel auf Befehl vor und zurück sowie nach links und rechts bewegen, drehen und hinlegen. Sie stellen ihre Ohren auf, wenn es verlangt wird, heben bereitwillig ihre Füße, reißen das Maul auf oder blasen mit Schmackes durch den Rüssel.

Und warum das Ganze? Geschulte Elefanten machen es den Tierpflegern leicht, ihnen etwa die Nägel zu feilen, Blut abzunehmen oder die Zähne zu untersuchen. " Außerdem ist es eine Beschäftigung, die den Elefanten Spaß macht, weil sie nachdenken müssen", erklärt Andreas Wulftange. Vor allem aber dient das medizinische Training der Sicherheit.

Denn im Zoo Osnabrück werden Elefanten seit geraumer Zeit im geschützten Kontakt gehalten. Das bedeutet: Niemals begegnen sich Mensch und Wildtier ohne ein Gitter dazwischen. " Alles andere wäre zu gefährlich", betont Revierleiter Niebler.

Bildtext:

Revierleiter Detlef Niebler gibt einem Elefanten einen Schluck Wasser, den dieser auf Kommando im Rüssel behält und erst wieder ausbläst, wenn es verlangt wird. Foto: Gert Westdörp

Kommentartext:

Elefantenkommandos

Die Elefanten im Zoo Osnabrück beherrschen eine Reihe von Kommandos. Die meisten sind auf Englisch, manche aber auch auf Deutsch, einige sind sogar indischen Sprachen entlehnt. Hier eine Auswahl von Befehlen des täglichen Gebrauchs.

Target: Gegenstand mit Stirn berühren

Lift: Fuß heben

Backlift: Hinterfuß heben

Fest: halten, stehen lassen

Go back: einen Schritt zurückgehen

Rangu: Rüssel heben und Spitze auf die Stirn legen

Blow: kräftig durch den Rüssel blasen

Trunk: Rüssel vorzeigen

Lean: seitlich hinstellen

Side: seitwärts gehen

Turn: drehen

Down: hinlegen

Lay down: Körper auf die Seite legen

Ear: Ohr aufstellen
Autor:
Sebastian Stricker


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