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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zweitklässler drucken wie Gutenberg
Zwischenüberschrift:
Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Pye lernt im Museum Industriekultur
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Schülerinnen und Schüler der Grundschule Pye sind ein halbes Jahr lang dem historischen Buchdruck auf den Grund gegangen. Das Ergebnis der Arbeitsgemeinschaft, eine Zusammenarbeit mit dem Museum Industriekultur, präsentierten die Kinder jetzt im Piesberger Gesellschaftshaus.

" GS Pye" prangte in verschiedenen Schriftarten auf dem Deckblatt des Heftes, das die Kinder in der Druckwerkstatt entworfen, gestaltet und eigens gedruckt hatten. Die Schrift auf dem Deckblatt brachten die Kinder an der Prägedruckmaschine auf das Papier ganz ohne Farbe, nur der Abdruck ist hier später sichtbar. Werkstattleiter Olaf Pagenkämper erklärte die Idee dahinter: " Mit der Prägung wollen wir veranschaulichen, wie der Druckvorgang funktioniert. Man kann so zum Beispiel die durchgedrückten Buchstaben auch spiegelverkehrt auf der Rückseite des Blattes erkennen." Gedruckt wurde nämlich nicht nach modernen digitalen Verfahren, sondern im Grunde so, wie Johannes Gutenberg es im 15. Jahrhundert erfunden hatte.

Schüler Paul Niemeyer bewies, dass er ausgezeichnet aufgepasst hatte, und erklärte den Vorgang Schritt für Schritt: Die Schüler hätten zunächst die richtigen Lettern aus dem Setzkasten gesucht die Lettern sind die spiegelverkehrten Buchstaben aus Metall, im Setzkasten werden sie nach einer bestimmten Ordnung einsortiert. Diese Lettern seien anschließend in den sogenannten Winkelhaken gespannt worden; die so gesetzten Zeilen hätten sie auf dem Setzschiff platziert, einer rechteckigen Platte, die dann in der Druckpresse fixiert worden sei. Für den Zusammenhalt der Lettern auf dem Setzschiff habe die Kolumnenschnur gesorgt. Das eigentliche Drucken sei schließlich in einer sogenannten Tiegeldruckpresse erfolgt handbetrieben. Paul gewährte stolz Einblick in das fertige Druck-Erzeugnis. Für seinen Namen habe er sich eine eigene Schriftart ausgesucht, erzählte er.

" Das Museum Industriekultur und die Grundschule Pye pflegen eine Bildungspartnerschaft", erläuterte Schulleiterin Heidemarianne Henß die Hintergründe des Projekts. Es sei darum gegangen, innerhalb eines Schulhalbjahres die wesentlichen Abläufe in einer Druckerei kennenzulernen. So repräsentierte das fertige Heft der Schüler am Ende auch alles, was die Kinder im Laufe der AG gelernt hatten. Etwa, was es mit den verschiedenen Schriftgrößen auf sich hat und wie der Buchdruck eigentlich seinen Anfang nahm.

" Es ist sehr bereichernd, aus der Schule herauszugehen, das bedeutet ein viel nachhaltigeres Lernen", so Henß. Die AG geleitet hatte die Referendarin Deborah Wiewel. Sie zeigte sich beeindruckt, mit welcher Diszipliniertheit die Zweitklässler gearbeitet haben. Für die Zukunft habe das Museum ein großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Schulen. " Wir werden schauen, was machbar ist. Für das Museum ist es gut, in der Schule vertreten zu sein und umgekehrt", sagte Museumspädagoge Jan Tönnies zuversichtlich.

Bildtext:

Auch an der Prägedruckmaschine durften die Kinder arbeiten.

Foto:

Hermann Pentermann
Autor:
Jannik Zeiser


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