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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Emotionale Podiumsdiskussion um geplante E-Kartbahn am Nettebad
Zwischenüberschrift:
Bürgerinitiative versucht vor der endgültigen Ratsentscheidung im Februar noch einmal Druck zu machen – Sonntag Lichterkette
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Bürger, Politiker und Interessenvertreter haben in der Herman-Nohl-Schule über die Elek tro-Kartbahn diskutiert, die die Stadtwerke Osnabrück am Nettebad bauen wollen. Fragen, mit Ausnahme von rhetorischen, wurden keine gestellt dafür umso mehr Gefühle artikuliert.
Anlass der Podiumsdiskussion, zu der die " Bürgerinitiative für den Erhalt des grünen Fingers am Nettebad" geladen hatte, ist die im Februar anstehende Ratsentscheidung über den Bebauungsplan 141 (" Freizeitstandort Nettebad"). Laut CDU-Ratsherr Ludwig Lanver ist nicht damit zu rechnen, dass sich der Rat dagegen entscheidet. " Die Pläne liegen nur deshalb noch einmal neu aus, weil es einen formalen Fehler gab", sagte Lanver, " inhaltlich hat sich aber überhaupt nichts geändert."
Neben Lanver, der für den erkrankten CDU-Ratsvorsitzenden Josef Thöle eingesprungen war, saß ein halbes Dutzend weiterer Diskutanten auf dem Podium.
Wolfgang Schäfer von der Bürgerinitiative sagte, durch den Bau der Kartbahn würde die Natur erheblich beeinträchtigt. Der sogenannte grüne Finger, der dem Bau zum Opfer falle, sei ein Zubringer von frischer Luft und diene Menschen, Pflanzen und Tieren. In der Ratsentscheidung für die Kartbahn sehe er einen großen Widerspruch, sagte Schäfer: " Osnabrück wirbt aktiv für Erholung, wir sind auf dem Weg zur Bienenstadt, es gibt Baumpatenschaften und im Gegensatz dazu sollen jetzt 22 000 Quadratmeter Boden versiegelt werden."
Gerhard Lippert vom Niedersächsischen Landesverband des Bundes der Steuerzahler betonte, dass sich Kommunen auf die Daseinsvorsorge konzentrieren müssten. " Und das ist nicht der Fall, wenn die Stadt über die Stadtwerke mit einer Kartbahn Gewinne erwirtschaften will, um das Nettebad querzufinanzieren."
SPD-Ratsherr Ulrich Hus hielt dem entgegen, dass es dem Rat und auch ihm persönlich ein dringendes Anliegen sei, die drei Bäder in der Stadt zu erhalten. Um das zu gewährleisten, habe man sich für den Bau der Kartbahn entschieden.
Anders als die Mehrheit des Rates lehnt Wulf-Siegmar Mierke (UWG) die Kartbahn ab. Der Ratsherr aus Voxtrup berief sich ebenfalls auf die Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge. Das Kommunalrecht lasse den Bau so einer Bahn durch die Stadtwerke gar nicht zu. Deshalb halte er das ganze Projekt für ein " tot geborenes Kind".
Bürgermeisterin Birgit Strangmann (Grüne) schilderte zunächst, dass sich ihre Fraktion nach längerer Diskussion dafür entschieden habe, die Kartbahn abzulehnen. Ein Grund sei das erhöhte Verkehrsaufkommen. " Die Stadtwerke erhoffen sich viele Leute und die meisten kommen natürlich nicht mit dem Fahrrad."
Andreas Peters vom Naturschutzbund (Nabu) und dem Umweltforum Osnabrücker Land knüpfte schließlich an die Aussage von Bürgerinitiativen-Vertreter Wolfgang Schäfer an und betonte den Widerspruch, den er im Verhalten der Stadt sehe. " Wenn man sich dafür entscheidet, dann muss man aber bitte auch aus dem Masterplan , 100 Prozent Klimaschutz′ austreten."
Im Anschluss kam das Publikum zu Wort. Hier meldeten sich ausschließlich Gegner, die sowohl den geplanten Bau der Kartbahn als auch die Entscheidungsträger kritisierten manchmal weit über das Thema Elek tro-Kartbahn hinaus und meist sehr emotional.
Die grundsätzliche Frage, ob eine Kommune überhaupt eine Kartbahn betreiben darf, spielte in den Wortbeiträgen kaum eine Rolle. Die wesentlichen Aussagen der Kritiker lauteten dagegen, dass der Bau nicht umweltverträglich sei, keiner der Anwohner des Nettebades eine Kartbahn brauche oder wolle und außerdem niemand garantieren könne, dass die Bahn tatsächlich rentabel sein werde.
Ihre Ablehnung der Stadtwerke-Pläne unterstrich derweil auch die Osnabrücker Klimaallianz. Das Nettebad solle ein kommunales Sport-, Schul- und Freizeitbad für die lokale Bevölkerung bleiben, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung. Die Kartbahn, die die Allianz in ihrer Mitteilung konsequent " Rennbahn" nennt, sei ein überflüssiges Luxusprojekt, das natürliche Ressourcen verschwende und beeinträchtige.
Die Bürgerinitiative für den Erhalt des grünen Fingers am Nettebad veranstaltet am morgigen Sonntag ab 17.30 Uhr eine Lichterkette, mit der gegen das Kartbahn-Projekt protestiert werden soll. Treffpunkt ist der Parkplatz am Nettebad. Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen. Infos im Internet auf bi-gruene-finger-os.de.

Bildtext:

Das Nettebad soll zu einem Freizeitstandort ausgebaut werden, dessen Angebote über den reinen Badebetrieb hinausgehen. Gegen diese Pläne regt sich Widerstand, vor allem bei den Anwohnern des Bades. Foto: Archiv/ Michael Gründel
Autor:
stk


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