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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
So kommen Zootiere durch den Winter
Zwischenüberschrift:
OS-Card-Inhaber lüften bei exklusiver Führung die Geheimnisse der Natur
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ein Zoobesuch in Osnabrück im Winter ist oft mit kalten Füßen verbunden. Da fragt sich so mancher Gast, wie sich denn eigentlich die Tiere bei nasskaltem Wetter und eisigen Temperaturen fühlen. 86 OS-Card-Inhaber erfuhren am Samstag mehr darüber bei der exklusiven Zooführung " Tiere im Winter".

Mit den Zoopädagoginnen Michaela Zange, Marita Dahms und Lisa Mockel statteten die Teilnehmer in drei Gruppen den Tieren einen Besuch ab. Doch nicht alle Zoobewohner zeigten sich so gastfreundlich wie die Vielfraße Loki und Vilja, die zur Freude der Besucher zu jeder Jahreszeit aktiv sind, oder wie die Rentiere, auch bei kalten Temperaturen stets draußen anzutreffen. Die Hybridbären Tips und Taps ließen sich gar nicht erst blicken. Das liege aber nicht an der Laune der Bären, sondern eher an einer Laune der Natur: Denn Bären halten Winterruhe. " Winterruhe ist aber etwas anderes als Winterschlaf", erklärte Zoopädagogin Mockel. " Die Tiere fahren dabei ihren Stoffwechsel herunter, sodass sie nicht so viel Nahrung benötigen, wachen aber zwischendurch immer mal wieder auf."

Am Wasserbecken von Seelöwe Enrico und seinem weiblichen Gefolge hatten die Teilnehmer mehr zu beobachten. Schnaufend glitten die beleibten Raubtiere durch das kühle Nass. Mit ihrer dicken Fettschicht und dichtem Fell mit durchschnittlich 50 000 Haaren auf einem Quadratmeter Haut seien sie perfekt für Minusgrade ausgerüstet, erfuhren die Gäste.

Rudolf ein Weibchen?

Nebenan warteten schon die Rentiere. Neugierig spähten die Besucher über den Zaun und erblickten eine Gruppe Hirschartiger mit kleinen Geweihen. " Als einzige Hirschart trägt beim Ren auch das Weibchen ein Geweih", erfuhren sie von Lisa Mockel. " Die Gruppe, auf die sie gerade gucken, sind alles weibliche Tiere. Sie verlieren ihr Geweih erst im Frühjahr. Die Männchen hingegen werfen es schon im Winter, kurz vor Weihnachten, ab." Was hatte die Zoopädagogin da gerade gesagt? Bei einigen Teilnehmern schien es im Kopf zu rattern. " Das heißt, die Rentiere vorm Weihnachtsmann-Schlitten sind alles Weibchen, denn sie alle haben ihr Geweih noch. Rudolf mit der roten Nase ist also eigentlich eine Rudolfina", klärte die Tierexpertin auf.

Schmunzelnd wanderte die Gruppe weiter zu Tierarten, die eigentlich in warmen Gefilden beheimatet sind denen der Winter also recht unangenehm sein muss. Zu ihnen gehören für viele Besucher überraschend auch die Humboldt-Pinguine. Von insgesamt 17 existierenden Pinguinarten leben nur zwei, nämlich die Kaiser- und die Königspinguine, im Eis der Antarktis. Die Osnabrücker Humboldt-Pinguine springen mit ihrer Fettschicht auch bei Kälte schon mal ins Wasser, haben aber ein beheiztes Haus und dürfen bei Temperaturen unter minus sieben Grad Celsius nicht hinaus.

Vor Kälte erstarrt

Für Staunen sorgten die Schildkröten im Kühlschrank. Die gepanzerten Amphibien fallen in eine Winterstarre, die im Gegensatz zum Winterschlaf von fallenden Temperaturen eingeleitet wird. Um den natürlichen Jahresrhythmus dieser Reptilien nachzuahmen, kommen sie im Winter drei Monate in einer Kiste in den Kühlschrank. " Jede Menge dazugelernt", meinte am Ende der Winterführung die neunjährige Sonja Weigel aus Georgsmarienhütte und zog sich ihre kuschelige Mütze über beide Ohren, als sie zusammen mit ihrer Mutter aus dem beheizten Aquarium-Gebäude spazierte.

Bildtext:

Kaum zu glauben, aber die Humboldt-Pinguine im Osnabrücker Zoo gehören zu den Tierarten, die im Winter frieren. Dies und mehr erfuhren die Teilnehmer einer exklusiven Winterführung für OS-Card-Inhaber am Samstag. Fotos: David Ebener

Rentier-Weibchen tragen Geweih bis Frühjahr.

Seelöwen sind mit ihrer dicken Fettschicht und dem dichten Fell perfekt für frostige Temperaturen ausgerüstet.
Autor:
Carolin Hlawatsch


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