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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ossensamstag im Schatten der Gewalt
 
Polizei für Ossensamstag gewappnet
Zwischenüberschrift:
Großeinsatz beim Karnevalsumzug am 6. Februar – Organisatoren bilden Krisenstab
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. 2016 steht der Osnabrücker Karneval mehr denn je im Schatten von Terror und Gewaltexzessen. Nach den Attentaten von Paris und Istanbul, aber auch nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht von Köln sind die Organisatoren des Ossensamstag-Umzugs deshalb besonders auf der Hut. Um bei dem Straßenfest am 6. Februar größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, haben sie ihre Anstrengungen verdoppelt, einen Krisenstab gebildet und Notfallpläne geschmiedet. Auch zu einer Absage wäre man bereit, sagte der Geschäftsführer des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK), Christian Schäfer, unserer Redaktion am Freitag. Die Polizei wird den Ossensamstag routinemäßig mit einem Großaufgebot begleiten. Sie gehe aber nicht von einer " größeren Gefährdung" aus, so ein Sprecher.

Osnabrück. Terroristische Bedrohung hier, sexuelle Übergriffe dort: Wie sicher ist die Massenveranstaltung Karneval? Nach den Ereignissen von Paris und Köln herrscht bei Polizei und Veranstaltern erhöhte Wachsamkeit auch in Osnabrück, wo der Ossensamstag am 6. Februar schätzungsweise 80 000 Besucher in die Stadt lockt.

Damit das närrische Volk auf der Straße ungetrübt feiern kann, haben sowohl die Behörden als auch die Organisatoren des Karnevalsumzugs besondere Vorkehrungen getroffen. " Ossensamstag ist für die Polizei ein Großeinsatz", stellt Sprecher Georg Linke fest. Für das bevorstehende Fest das 40. seiner Art sei man " gut gewappnet und kräftemäßig gut aufgestellt". Christian Schäfer vom verantwortlichen Bürgerausschuss Osnabrücker Karneval (BOK) sagt: " Wir bereiten uns intensiv vor, haben die Zahl der Sicherheitsbesprechungen verdoppelt und einen Krisenstab gebildet für den Fall der Fälle."

Zur Absage bereit

Was der BOK-Geschäftsführer damit meint, ist die Bedrohung durch Terror. 2015 machte Braunschweig damit leidvolle Erfahrung, wo der sogenannte " Schoduvel" als größter Karnevalsumzug Norddeutschlands deswegen in letzter Sekunde ausgefallen war. Sollte es entsprechende Warnungen für den Ossensamstag 2016 geben, wären die Osnabrücker Karnevalsmacher ebenfalls zum Äußersten bereit. Schäfer: " Bei einem ernst zu nehmenden Hinweis würden wir den Umzug immer absagen."

Doch wie zuletzt beim Weihnachtsmarkt sieht es laut Polizei gegenwärtig nicht danach aus, als könne die Stadt in drei Wochen zum bevorzugten Ziel von Attentätern werden. Georg Linke: " Wir gehen nicht von einer größeren Gefährdung aus."

Selbst eine Wiederholung krimineller Geschehnisse wie in der Silvesternacht, als es etwa in Köln hundertfach zur sexuellen Nötigung von Frauen durch afrikanische und arabische Asylbewerber gekommen sein soll, halten die Ordnungshüter vor Ort für unwahrscheinlich. " So etwas haben wir in Osnabrück noch nicht einmal ansatzweise gehabt", betont der Polizeisprecher, " und es gibt keinerlei Hinweise, dass es sich hier abspielen könnte."

Sollte es im Ossensamstag-Publikum dennoch zu Übergriffen kommen, seien die Einsatzkräfte in der Lage, " flexibel" darauf zu reagieren. Wie in den Jahren zuvor sei beim Höhepunkt des heimischen Karnevals eine große Zahl von uniformierten und zivilen Polizeibeamten im Dienst, " viele davon bis tief in die Nacht", wie Linke sagt. Dabei greife man nicht nur auf eigene Leute, sondern auch auf die Bereitschaftspolizei zurück. Auch Polizeihunde würden abseits der Strecke postiert.

Notfallplan steht

Die Sicherung des Umzugs sowie seiner Teilnehmer selbst obliegt wiederum dem BOK beziehungsweise der Osnabrücker Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW). Mit etwa 70 bis 100 Gruppen und Karnevalswagen rechnet Cheforganisator Schäfer, die sich am 6. Februar ab 14 Uhr für gut zwei Stunden durch die Stadt schlängeln. Noch würden nicht alle Anmeldungen vorliegen. Was die Zuschauerzahl betrifft, geht der BOK-Funktionär von mindestens 80 000 aus. " Bei gutem Wetter könnten es durchaus noch mehr werden."

Angesichts solcher Massen, vor allem aber vor dem Hintergrund aktueller, besorgniserregender Ereignisse will der Bürgerausschuss Osnabrücker Karneval nichts dem Zufall überlassen. Vier statt der früher üblichen ein oder zwei Sicherheitsbesprechungen gebe es diesmal, erklärte Schäfer. Zudem sei ein vierköpfiger Krisenstab eingerichtet worden, dem außer ihm selbst noch Entscheider von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt angehören.

" Zu 100 Prozent kann man nie sicher sein", räumt der BOK-Geschäftsführer ein. Gleichwohl hält er das Risiko für Besucher, ausgerechnet beim Ossensamstag einem gewaltsamen Angriff von Fanatikern zum Opfer zu fallen, für überschaubar jedenfalls im Vergleich zu den größten deutschen Karnevalshochburgen. " In Köln, Düsseldorf und Mainz ist es deutlich gefährlicher."

Abgesehen von Attentaten gebe es für den Osnabrücker Umzug zu dieser Jahreszeit auch eine viel größere Bedrohung, die eine Absage erfordern könne. " Glatteis zum Beispiel."

Alles zum Osnabrücker Karneval auf noz.de/ ossensamstag
Bildtext:
Die Osnabrücker Polizei wird beim Ossensamstag 2016 mit einem Großaufgebot präsent sein und für die Sicherheit abseits der Strecke des Karnevalsumzug sorgen. Hier ein Bild aus dem vergangenen Jahr.
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Nur Mut

Auch wenn die Gefahr von Terror und ausufernder Gewalt für den Karnevalsumzug in Osnabrück nach offizieller Einschätzung gering erscheint: Polizei und Organisatoren tun gut daran, sich gewissenhaft und gründlich auf den Ossensamstag vorzubereiten. Das Beispiel Braunschweig zeigt, wie zerbrechlich und trügerisch der Glaube an Sicherheit zumal in der Provinz geworden ist. Dort fiel 2015 wegen einer Anschlagswarnung gleich mal das größte Narrenfest Norddeutschlands aus. Und spätestens seit der Silvesternacht von Köln sind Massenveranstaltungen überall als bevorzugter Schauplatz von Sexualstraftätern verdächtig, während sie zuvor nur als Eldorado für Taschendiebe galten.

Trotz alledem (oder gerade deswegen) sollte sich niemand die Lust am Feiern nehmen lassen. Für ein friedliches Spektakel ist es allerdings nötig, dass jeder seinen Beitrag leistet und Verantwortung übernimmt. Das heißt: Nicht nur auf sich, sondern auch auf andere achten und bei Bedarf couragiert einschreiten oder wenigstens Alarm schlagen, wenn irgendwo die Fäuste fliegen, Frauen belästigt werden oder Kinder zur Flasche greifen.
Autor:
Sebastian Stricker


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