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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bleibt kritisches Pflanzenschutzmittel erlaubt?
Zwischenüberschrift:
Grüne diskutierten über Einsatz des Wirkstoffs Glyphosat
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im Sommer wird die EU darüber entscheiden, ob Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat weiterhin zugelassen bleiben oder verboten werden. Aus diesem Anlass hatten Bündnis 90/ Die Grünen im Osnabrücker Land zu einer Diskussionsveranstaltung in das Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesumweltstiftung eingeladen. Veterinärmedizinerin und Bakteriologin Monika Krüger von der Universität Leipzig stellte dabei die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über Glyphosat vor.
D ie Faktenlage beim Thema Glyphosat ist für Laien kaum zu durchschauen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte das Pestizid im vergangenen Jahr als " wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Kurze Zeit danach vermeldete die zuständige EU-Behörde Efsa, Glyphosat sei " wahrscheinlich nicht krebserregend". Zu diesem Schluss kam die Efsa nach Auswertung der aktuellen Studienlage durch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
Wie konnte es zu diesen unterschiedlichen Bewertungen kommen, und wer hat letztlich recht? Hans-Joachim Janssen aus der grünen Landtagsfraktion kritisierte in seinem Vortrag, dass das BfR seine Erkenntnisse vorrangig auf " Indus triestudien" stütze, die überwiegend unveröffentlicht seien. Andere Studien, die eine Krebsgefahr nachwiesen, seien hingegen als " nicht valide" nicht in die Auswertung einbezogen worden. " Für mich gilt hier das Vorsorgeprinzip", schloss der Politiker. " Solange wir keine Klarheit haben und die Bedenken der Wissenschaftler nicht ausgeräumt sind, können wir einer weiteren Zulassung von Glyphosat nicht zustimmen."
Der Wirkstoff Glyphosat, seit 2000 nicht mehr patentgeschützt, wird heute hauptsächlich in China produziert und ist weltweit das meistverbreitete Pestizid. In Deutschland kommen jedes Jahr 5000 bis 6000 Tonnen davon zum Einsatz.
Über die Äcker, vor allem aber durch den Import von genveränderten Futtermitteln gelangt es in die Nahrungskette. 70 Prozent der Deutschen, so Expertin Monika Krüger, haben das Zellgift Glyphosat im Urin. Bei Tieren verursache das Pestizid Fehlgeburten und Missbildungen, sei höchstwahrscheinlich für die Botulismus-Krankheit bei Rindern verantwortlich.
Landwirt Albert Schulte to Brinke vom Landvolkverband Osnabrück ließ sich auf die wissenschaftliche Diskussion nicht ein, betonte aber, dass das umstrittene Pflanzenschutzmittel nur " so viel und so häufig" angewendet werde, wie es unbedingt nötig sei. Bei vielen anderen Wirkstoffen haben Pflanzen Resistenzen entwickelt, dies sei beim Glyphosat bislang nicht der Fall. " Es ist ein wichtiges Mittel, um diese resistenten Unkräuter im Zaum zu halten."

Bildtext:

Monika Krüger erklärte die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Einatz und die Wirkungsweise von Glyphosat

Landwirt Albert Schulte to Brinke hatte bei der Diskussionsveranstaltung der Grünen keinen leichten Stand. Fotos: Swaantje Hehmann

Grünen-Politiker Hans-Joachim Janssen äußerte Zweifel an der Studie, die das BfR für seine Bewertung herangezogen hat.
Autor:
rbru


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