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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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IHK Osnabrück vor 150 Jahren gegründet
Zwischenüberschrift:
Festschrift erscheint im September – König von Hannover gab Anstoß zur Gründung
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die IHK Osnabrück Emsland Grafschaft Bentheim startet in ein Jubiläumsjahr: Vor 150 Jahren im Jahr 1866 gab der König von Hannover den Anstoß zur Gründung von Handelskammern in seinem Reich. Unter anderem in Osnabrück.

Ein Kammer-Pionier war Georg V., König von Hannover, Zweiter Herzog von Cumberland und Teviotdale, Earl of Armagh, allerdings nicht. In anderen, weniger agrarisch geprägten Regionen gab es auch damals schon seit Jahrzehnten Kammern. Und das modern verwaltete Preußen hatte bereits 1848 eine Verordnung über die Einrichtung von Handelskammern erlassen.

Immerhin: Auch im Königreich Hannover entstanden dann ab 1866 insgesamt 20 Kammern, die laut königlichem Willen Handel, Indus trie und Schifffahrt fördern sollten. Aber nicht nur als Initiator der Kammern hat der Monarch Spuren in der Region hinterlassen, Georg und seine Frau Marie gaben auch dem 1856 gegründeten Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein und damit Georgsmarienhütte ihre Namen.

Auch außenpolitisch erwies sich der früh erblindete König als nicht besonders weitsichtig: Am 20. September des Jahres 1866 also ebenfalls vor 150 Jahren annektierte Preußen das Königreich Hannover, nachdem sich Georg im preußisch-österreichischen Konflikt auf die falsche Seite geschlagen hatte. Er floh nach Wien ins Exil. Und hasste die Preußen bis an sein Lebensende mit aller Inbrunst. Immerhin, die Annektoren machten auch bei den Kammern gleich Nägel mit Köpfen: Schon 1871 halbierten sie die Zahl der Kammern in der " Provinz Hannover" auf zehn, Osnabrück und Lingen fusionierten.

Erster von bislang 15 Vorsitzenden/ Präsidenten der Osnabrücker Kammer war der Osnabrücker Kommerzienrat Carl Gosling, der zuvor dem bereits 1843 geführten Osnabrücker Handelsverein vorgestanden hatte viele davon bekannte Persönlichkeiten. Aber nicht alle hatten ein glückliches Händchen in wirtschaftlichen Dingen: Uwe Beckmann zum Beispiel legte das Präsidentenamt schon nach rund zwei Jahren im Februar 2005 nieder, nachdem sein Mineralölhandel Insolvenz angemeldet hatte. In den ersten Jahren tagte die Kammer in Clubs und Wirtshäusern, erst nach vierzig Jahren bezog die Kammer 1906 ein repräsentatives Gebäude an der Schlagvorder Straße. Keine vier Jahrzehnte später wurde der Sitz 1944 bei einem Bombenangriff zerstört, 1954 zog die Kammer dann an den Neuen Graben, wo sie auch heute noch ihren Sitz hat.

Die Geschichte der IHK Osnabrück Emsland Grafschaft Bentheim hat viele Höhen wie zum Beispiel das " Unternehmen Lückenschluss" zur Mitfinanzierung der Baukosten der A 31. Und auch Tiefen, besonders zwischen 1933 und 1945. Als Gauwirtschaftskammern traten die Kammern unter anderem als Gutachter bei Gewerbeverboten für jüdische Unternehmer auf.

Seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird die Pflichtmitgliedschaft in einer der 80 IHKs. Mancher fühlt sich dadurch gegängelt. " Diese Art staatlicher Bevormundung gibt es nur noch in Deutschland", wetterte der damalige BDI-Präsident Olaf Henkel. Geregelt im " Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern", das auch schon seit 1956 gilt, sechs Jahre später beschäftigte sich das Bundesverfassungsgericht erstmalig mit der Rechtmäßigkeit der Pflichtmitgliedschaft.

Ein anderer Kritikpunkt: Die oft niedrige Beteiligung bei der Wahl der Gremien, wenn sie und die erreichten Stimmenzahlen denn überhaupt bekannt gegeben werden. " Wird zurzeit noch zurückgehalten", bescheinigte das Kammer-Watch-Projekt vor Jahren auch der IHK Osnabrück mangelnde Transparenz in Sachen Wahlbeteiligung.

Viel Stoff also für den Osnabrücker Historiker Professor Dr. Christoph Rass und den Wirtschafts- und Sozialgeschichtler Professor Dr. Hans-Werner Niemann, die als wissenschaftliche He rausgeber die Festschrift zum IHK-Jubiläum bei der Jubiläumsveranstaltung am 29. September 2016 vorlegen sollen.

Ein lesenswertes aber natürlich fiktives Interview mit dem ersten Kammervorsitzenden Carl Gosling gibt es im aktuellen Magazin der IHK Osnabrück Emsland Grafschaft Bentheim.

Bildtext:
Bis 1944 residierte die Industrie- und Handelskammer an der Ecke Schlagvorderstraße/ Möserstraße.

Der Eingangsbereich der heutigen Industrie- und Handelskammer Osnabrück Emsland Bad Bentheim.

Fotos:
Rudolf Lichtenberg

Friso Gentsch/ dpa


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