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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wasserleitungen
Zwischenüberschrift:
Fortsetzung und Schluß aus No. 259.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die zweit Hauptfrage ist nun: Woher nehmen wir das Wasser? Sind überhaupt verschiedene Wege möglich, so entscheiden dafür: die Qualität des Wassers, die Kosten der Anlage und des Betriebs, und die Möglichkeit leichter Erweiterung bei zunehmendem Consum. Lassen wir die frühere beregte Jdee, aus dem Utermarkschen Fabrikbrunnen oder aus höher an der Klus zu senkenden Brunnen das Wasser zu fördern, als planlos bei Seite (abgesehen von dem ungenügenden Zufluß ist das dortige Wasser wegen sehr starken Gehalts an schwefelsaurem Kalk unbrauchbar), so bleiben uns zwei Wege, das Wasser zu entnehmen: aus der Hase oberhalb der Neuenmühle oder aus dem Quellgebiet der Lager-, Wulfter- und der Hörnerheide. Die Möglichkeit, aus der Hase den Wasserbedarf zu beschaffen, ist unzweifelhaft; schwieriger ist es zu entscheiden, ob das genannte Quellgebiet dauernd genügenden Wasserzufluß wird bieten können. Die mit der betreffenden Untersuchung betraute Commission des Technikervereins hat ein bestimmtes Urtheil hierüber abzugeben bei den Mangel aller genaueren niyellistischen und hydrotechnischen Vorarbeiten sich enthalten müssen. Das Folgede fußt auf dem Berichte derselben:
Die Lager-, Wulfter- und im Anschluß an diese die Hörnerheide bilden die Wasserscheide der Hase und Düte zwischen dem Muschelkalk des Harderberges und den Höhen bei Bellevue. Der Boden ist großentheils mit einer wasserdichten Thonlage bedeckt, woraus die Riederschläge am Nordrande in den Quellen am Limberge, in der Blakendorfer Welle bei Moskau und dieser kleineren Quellen und Wasserzügen am Hochrande der Höhen an der Lage bei dem ehemals Brakeschen Haufe - jetzt Kaffeehaus Quellenburg - an der Hagener Chaussee ausfließen. Am südwestlichen Abhang gehen die Wasser in den reichern Quellen bei Torfort, bei Sutthausen und anderen in die Düte. Die Limberger und Blakendorfer Quellen, von denen besonders die letztere fast immer gleich reichhaltig bleibt, tretten leider am Rande der Thalfohle zu Tage. Die Ausflüsse der weiter östlich belegenen Quellen liegen höher und vereinigen sich größentheils bei der Quellenburg. Der Boden ist dort überall mit Wasser durchzogen, welche östlich und westlich von der Chaussee zu Tage treten, besonders bei Solon Haus....bemann und Neubauer Bensmann. Der am östlichenAbhange der Bensmannschen Mulde am Riedenkamp belegene 24´ ärfe Brunnen, welcher für eine Feldziegelei benutzt wurde, floß, als die bezügl. Besichtigung stattfand, über. Bei der Lage stand gleichzeitig das Wasser 4 bis unter dem Terrain, in dem 40´ tiefen etwa 20, höher gelegenen Bensmannschen Brunnen 10´ unter dem Terrain. Bei der größten Dürre der Letzten Jahre sank der Wasserspiegel ungefähr um tiefer. - Am Abhange der Mulde ist eine Drainirung angelegt, welches ebenfalls einen Theil des Wassers aufnimmt.
Mächtiger als diese dem Hasegebiet angehörenden Wasser sind aber die zur Düte abfließenden Torfarts Quellen.
Die Commission ist nun der Ansicht, daß, wenn es gelänge, Toefart´s Quellen mit denen des Nordabhangs der Lager Heide zu vereinigen, dem Bedürfniß der Stadt unzweifelhaft genügt sein würde. Sie glaubt jedoch auch mit dem Wasser der Lager Heide allein ausreichen zu können, wenn dasselbe auf einen niedriger gelegenen Punkt, etwa bei der Quellenburg, zusammengezogen und namendlich in größerer Tiefe aufgeschlossen würde. Zu deisem Hehufe geht ihr Vorschlag dahin, eine Drainirung des Areals beiderseits der Straßen herzustellen und zwei Sammelbrunnen anzulegen am Riedenkamp neben der vormaligen Feldziegelei und östlich von der Quellenburg auf den Kirchenlande, von wo aus das Wasser mit dem der vorhandenen Drainirung in rin Reservoir zu leiten wäre. Zur Messung des Wasserzuflußes in der trockensten Jahreszeit, soll dasselbe von dem Ziegelbrunnen zur Thalsohle durch einen tiefen Graben in ein Bassin abgezapft werden. Das zum Zwecke der Drainirungvorher aufzunehmende Riyellement soll auch auf den Bereich der Toefart´s Quellen ausgedehnt werden, um ein Urtheil zu ermöglichen, ob letztere ebenfalls zur Stadt sich werden abführen lassen.
Für die Ausführung dieser von der Commission vorgeschlagenen, zum Zweck einer speziellen Projectirung unerläßlichen Maßnahmen ist unseres Wissen bis jetzt nichts geschehen. Adopiren wir bis auf Weiters die obigen Annahmen und Schlüsse, so ist fürerst kein Grund zu zweifeln, daß es möglich sein wird, aus den Quellen der Lager-Heide, event. in Verbindung mit der Blakendorfer Welle und am letzten Ende mit Zuziehung der Toefart´t Quellen das für die Stadt benötigte Wasserquantum von 80000 Cubf pro Tag zubeschaffen. Eine endgültige Entscheidung wird erst auf Grund genauer Vorarbeiten abzugeben sein.
Bleibt somit der Weg zur Zuführung von Quellwasser sowohl als von Flußwasser offen, so ist der Laie gewiß geneigt, dem Quellwasser unbedingt den Vorzug zu geben. Dasselbe ist wohlschmeckender und reiner an organischen Beimengungen, welche als der Fäulniß unterworfen das Wasser verderben; dies entscheidet jedoch nicht allein seine Vorzüglichkeit. Zum Trinken ist ein geringer Zusart von Salzen meist ohne Nachtheile, Vorhandensein von kohlensaurem Kalk erwünscht, dagegen schwefelsamerer Kalk unbedingt schädlich. Für industrielle Zwecke jedoch sind alle mineralischen und vegetabilischen Beimengungen unvortheilhaft. Kalk- und Magnesia-Verbindungen machen das Wasser hart, die alkalischen Salze sind z. B. die Ursache des Zersetzens der Seife. Kesselsteinbildung rührt von kalkigen Bestandtheilen her. Die chemische Untersuchung hat nun für das Wasser der Hase, wie der Lager Heide sowohl zum Trinken und Kochen als zu technischen Zwecken ein günstiges Resultat ergeben. Das Hasewasser enthält (nach der Analyse des Herrn Dr. Hillenkamp) oberhalb der Stadt unter 10000 Gewichtstheilen 3, 6 feste Theile meist aus kohlensaurem Kalk bestehend mit geringen organischen Beimengungen das Wasser der vormals Brakeschen Besitzung 7, 5 feste Theile von verherrschend kohlensauren Kalk mit etwas Bittererde. Demnach dürfe das Hasewasser für technische Zwecke, das Quellwasser zum Trinken vorzuziehen sein. Flußwasser hat noch den Nachttheil, daß es im Sommer meist zu warm, im Winter zu klat ist, während das Quellwasser sich meist der zum Trinken angenehmsten mittleren Jahrestemperatur der Luft nähert. Doch wird in genügend großen geschlossenen Reservirs diese Differunn mehr oder weniger ausgeglichen.
Am meisten entscheidend für die Wahl der Wasserentnahme wird voraussichtlich der Kostenpunkt sein. Ueber die zu erwartende Höhe der Anlage- und Betriebskosten auch nur eine überschlägliche Annahme zu machen, erscheint bei dem Mangel aller genauen Verarbeiten und eines einigermaßen festen Programms zu gewagt. Winige allgemeine Andeutungen über die vielleicht zu treffenden Anlagen mögen hier Platz finden. -- Bei Entnahme des Wassers aus Flüssen, wie solche beispielsweise in Hamburg, Altona, Berlin und Magdeburg stattfindet, hat man in der Regel nahe dem Flusse große offene Ablagerungsbassins angelegt, in welche das Wasser durch Siele einlaufen wird und wohin sich zuerst die gröberen Sinkstoffe absetzen. Wo das Wasser dann noch nicht genügend gereinigt erscheint, läuft es von da in Filtrirbassins und bei sehr vervollkommneten Anlagen zuletzt in überdeckte Reinwasser- oder Vertheilungsreservoirs, in denen es vor neuer Verunreinigung geschütz sich abkühlen kann. In den wenigsten Fällen liegen letztere so tief, daß das Wasser direct in dieselben einströmt; meistens ist ihnen eine solche Höhenlage gegeben, daß die Druckhöhe genügt, den höchsten Punkten der Stadt das erforderliche Wasser zuzuführen. In diese Hochreservoirs muß das Wasser durch besondere Förderungsmaschinen gehoben werden. Womöglich werden die Reservoirs so groß angelegt, daß der Gang der fördernden Maschine unabhängig wird von dem im verschiedenen Tagesstunden weckselnden Wasserverbrauch; die Maschine kann während der Nacht ununterbrochen arbeiten, um das für den Tag erforderliche Wasserquantum anzusammeln: bei Störungen im Betrieb ist immer für einige Zeit ein Reservevorrath von Wasser vorhanden und in Ausnahmefällen wie z. B. bei Feuersbrünsten steht sofort eine bedeutende Wassermenge zur Verfügung.
Bei der vorzüglichen Beschafenheit des Hasewassers wird von der Anlage von Filtrirbassins wahrscheinlich abgesehn werden können. Es wäre vieleicht ein offenes Ablagerungsbassin am Flusse in der Nähe de Klus anzulegen, daneben das Pumpwerk, welches in einem gußeisernen Druckrohr das Wasser in ein Hochreservoir zu fördern hätte, für das kein Punkt geeigneter scheint als das höchste Plateau des Gertrudenberges welches ungefähr 110 bis120´ über den Bahnhof gelegen die höchsten Punkte der Stadt beherrscht und dabei so nahe der Stadt liegt, als im Interesse der Ersparniß an Vertheilungrohren nur gewünscht werden kann. Dies mag ein unmaßgeblicher Vorschlag sein, der in Ermangelung andeer besserer hier fürerst zur Erwägung verstellt wird.
Soll jedoch Quellwasser zur Stadt geführt werden, so werden die baulichen Anlagen wenn nicht unbedingt kostspieliger, doch voraussichtlich complicierter. Es wird unter allen Umständen ein Sammelbassin anzulegenm sein, welches die verschiedenen Wasserzuflüsse vereinigt. Die Wasser der Lage mögen etwa 40´ bis 45´ über dem Pflaster am Johannisthor liegen; wenn dieselbe allein den Bedarf deckenkönnten, so wäre immerhin eine genügende Druckhöhe vorhanden, um den unteren Wohnungsgeschossen direct Wasser zubringen zu können; doch wird man einewrseits, wenn einmal eine so kostspielige Einrichtung wie eine Wasserleitung gemacht wird, auch den oberen Wohnungsgeschossen im Interesse der Bequemlichkeit, Reinlichtest und Feuersicherheit Wasser zuführen wollen, andererseits spricht doch wohl die Wahrscheinlichkeit dafür, daß die Quellen der Lager Heide allein das erforderliche Quantum dauernd nicht werden bieten können. Mann wird demnach zunächst die Blakendorfer Welle und die Quellen am Limberge zuziehen müssen, von denen die erstere nur etwa 4´über dem Martinithore, über dem Neumarkt liegt. Diese Wasser müßten unbedingt durch ein Schöpfwerkgehoben werden. Sollen dann aber die oberen Wohnungsgeschosse, refp. die an den höchsten Punkten der Stadt liegenden Wohnungen überhaupt Wasser erhalten, so werden die letzgenannten Wasserzuflüsse, wie die der Lager Heide und event. der Toefort´s Quellen, aus den betreffenden Sammelbassins in Hochersverins zu fördern sein, aus welchen auch dem hochgelegenen Punkten der Stadt das Wasser direvt zulaufen kann. Die große Entfernung der Quellen vonder Stadt und der Mangel benachbarter zu Hochbassins geringster Höhen im nächster Nähe derselben ..... dieser Anlage wenig günstig zu sein. Es muß einer genauen Untersuchung vom competenten ...... ........ bleiben, eingehenderer Vorschläge zu machen. Wenn man hier zu dem ......... ........, daß das ....... Quellwasser zum ......, das Hasewasser für ........ Zwecke besser ist und uns auf diesen Grund hin leicht für die Zuführung des Quellwassers entscheiden müssen, so dürfte doch die Kostenfrage schließlich zu Gunstender Hasewasserleitung sich neigen. Auch ein anderer Hauptpunkt, die Möglichkeit einer zukünftigen Erweiterung der Anlagen spricht zu Gunsten der Versorgung mit Flußwasser.
Die gemachten Andeutungen, weit entfernt als maßgebend angesehen werden zu nsollen, erfüllen ihren Zweck, wenn sie dazu beitragen, das Jnteresse für die beregte Angelegenheit wachzuhalten und mehrseitige grundliche Erörterung der Frage hervorzugreifen. Das zunächst Wünschenswerthe muß sein, daß die städtischen Behörden die unerläßlichen technischen Vorarbeiten bald und mit Eifer in die Hand nehmen.
Autor:
Für die Redaction verantworlich R. Meyer


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