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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt bittet: Auf Heizen mit Holz verzichten
Zwischenüberschrift:
Durch Inversionswetterlage droht in den nächsten Tagen eine hohe Feinstaubbelastung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt Osnabrück hat ihre Bürger dazu aufgerufen, in den nächsten Tagen auf das Heizen mit Holz zu verzichten. Der Grund: Die Wetterlage werde voraussichtlich zu den höchsten Feinstaubbelastungen der vergangenen Jahre führen.

" In den letzten vier Tagen ist die Feinstaubbelastung der Luft in Osnabrück stetig angestiegen", heißt es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung der Stadt. Am Donnerstagvormittag lag sie demnach bei 101 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/ m³) und somit doppelt so hoch wie der geltende Grenzwert für den Tagesmittelwert (50 µg/ m³). Grund für den starken Anstieg der Werte sei die Wetterlage.

Die Stadt bittet darum, in den nächsten Tagen auf das Heizen mit Holz zu verzichten, da etwa 97 Prozent des Staubausstoßes aus Kaminöfen Feinstaub sei und es in Osnabrück rund 12 000 Kamine und Kaminöfen gebe.

Zum Vergleich: In der Regel werde am Schlosswall ein Feinstaub-Monatsmittelwert von 20 bis 25 µg/ gemessen, schreibt die Stadt. Der Jahresmittelwert lag 2015 bei 24 µg/ m³, so Ulrich Greiten vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz. Für den derzeitigen starken Anstieg des Feinstaubausstoßes sei aber nicht der Verkehr verantwortlich. Dies zeige deutlich der Vergleich der Messwerte am Schlosswall (Freitag, 12 Uhr: 101 µg/ m³) und der Hintergrundstation am Ziegenbrink (Freitag, 12 Uhr: 95 µg/ m³), die nicht vom städtischen Verkehr beeinflusst sei.

Grund für den starken Anstieg der Feinstaubgehalte sei vielmehr eine sogenannte Inversionswetterlage, bei der warme Luftschichten wie ein Deckel über den bodennahen kalten Luftschichten liegen und ein Abziehen der Schadstoffe in höhere Luftschichten verhindern. Hält so eine Wettersituation mehrere Tage an, konzentrieren sich die Schadstoffe von Tag zu Tag mehr auf und führen zu derartigen Ergebnissen, beschreibt Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, die derzeitige Situation.

Dass die Feinstaubwerte so schnell steigen, sei auch darauf zurückzuführen, dass aufgrund der winterlichen Temperaturen vermehrt geheizt werde. Insbesondere das Heizen mit Holz in Kaminen und Kaminöfen habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Einsatz dieser Art der Raumbefeuerung führe zu vermehrtem Ausstoß von Feinstaub, teilt die Stadt weiter mit. Gegenüber modernen öl- oder gasbetriebenen Zentralheizungen könne dieser bis zu 100-fach höher sein.

Zudem hat nach Angaben der Stadt das Umweltbundesamt festgestellt, dass etwa 97 Prozent des Staubausstoßes aus Kaminöfen Feinstaub ist. Diese sehr feinen, mit dem Auge nicht wahrnehmbaren Partikel können beim Einatmen tief in die Lunge eindringen und so die Gesundheit nachhaltig belasten. Insbesondere für Asthmatiker und Personen mit Herz-Lungen-Erkrankungen könne dies problematisch sein.

Bis Freitagabend wird sich kurzfristig die Inversionswetterlage und somit die Feinstaubbelastung reduzieren, prognostiziert die Universität Köln, die derartige Wettervorhersagen für den hiesigen Raum erstellt. Allerdings wird für Samstag und die nachfolgenden Tage ein Wiederaufbau dieser Wetterlage vorhergesagt. Dann nimmt auch die Luftbelastung wieder zunehmen. Aus diesem Grund appelliert die Stadt Osnabrück an ihre Bürger, auf das Heizen mit Holz für die nächsten Tage möglichst zu verzichten.

Zur Erinnerung: Im Frühjahr 2009 sorgte eine derartige Inversionswetterlage dafür, dass der Geruch der Osterfeuer tagelang nicht aus der Stadt abzog, was Menschen mit empfindlichen Atemwegen belastete und Bürger wie Kommunalpolitiker so sehr verärgerte, dass der Rat Privatleuten die Kokelei kurzerhand verbot.

Der Fachbereich Umwelt und Klimaschutz weist in seiner Mitteilung auch auf die Broschüre " Heizen mit Holz" hin, die wichtige Tipps zur Reduktion des Schadstoffausstoßes beim Betrieb von Kaminen und Kaminöfen enthält und kostenlos in der Osnabrücker Bürgerinformation in der Krahnstraße und als Download über den Internetauftritt der Stadt Osnabrück unter www.osnabrueck.de/ heizen-mit-holz erhältlich ist.

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Bildtexte:
Die Luftmessstation an der Wetterwarte auf dem Ziegenbrink.
Das Heizen mit Holz sorgt für Gemütlichkeit und ist normalerweise auch umweltfreundlich dennoch sollten die Osnabrücker in den nächsten Tagen möglichst darauf verzichten, bittet die Stadtverwaltung.
Fotos:
Archiv/ Lindemann, imago/ Westend61
Autor:
pm


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