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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leserbriefe
Zwischenüberschrift:
Öko-Label ist nicht gleich Öko-Label
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel " Wald-Tüv mit Bravour bestanden Private Forstwirte erhalten Siegel für , nachhaltige Waldbewirtschaftung′" aus unserer Serie " Mit Stallgeruch" (Ausgabe vom 21. Dezember).

" Viele Unternehmen sind heute bestrebt, Umweltlabels zu erhalten [. . .]. Ziel ist es, [. . .] den Endverbrauchern zu signalisieren, dass bei der Herstellung der Produkte keine Umweltschäden entstehen und sie daher ohne schlechtes Gewissen gekauft und genutzt werden können. [. . .]

Das gleiche Ziel verfolgen die Öko-Label für Holz. [. . .] In Deutschland dreht sich die Diskussion im Wesentlichen jedoch um die FSC- oder PEFC-Zertifizierung des heimischen Waldes.

Hinter FSC und PEFC verbirgt sich eine Fülle von Unterschieden im Umgang mit dem Wald. [. . .] Manche Kriterien unterscheiden sich nur minimal von der Konkurrenz, andere weichen jedoch beachtlich ab. Für den Verbraucher ist das im Einzelfall nur schwer abschätzbar.

Darauf scheinen vor allem die Schöpfer des PEFC zu spekulieren, sagt doch dessen Geschäftsführer: , Der Kunde will Holz mit zertifizierter Herkunft. Da ist es egal, ob vom FSC oder PEFC.′

Es lohnt sich aber, genauer hinzuschauen. [. . .]

Zur Einhaltung der Kriterien werden beim PEFC nur Stichproben vorgenommen. Eine Überprüfung vor der Aufnahme muss nicht stattfinden. Pro Jahr wird nur ein Zehntel der PEFC-Waldfläche kontrolliert. Es ist also recht einfach, auch ohne Bestandsaufnahme das Werbe-Siegel zu erlangen. Beim FSC muss jeder einzelne Waldbesitzer vor der Zertifizierung beweisen, dass seine Wälder die Bedingungen des Siegels erfüllen. Danach wird jährlich geprüft [. . .].

Der PEFC schreibt einen , angemessenen′ Anteil von abgestorbenem Holz pro Waldfläche vor. Eine überaus dehnbare Regelung. Der FSC ist hier sehr konkret. Waldbesitzer mit großen Flächen müssen einen Anteil von fünf Prozent unbewirtschafteter Referenzflächen ausweisen, das heißt, diese Fläche ist aus der wirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen. Weiter wird verlangt, dass mindestens zehn tote Bäume pro Hektar im Wald verbleiben.

Der PEFC lässt viel Freiraum bei der Auswahl der Baumarten. So sind auch in eindeutigen Laubwaldregionen Fichten und sogar die nordamerikanische Douglasie zugelassen. Der FSC besteht auf einem , im Gebiet natürlicherweise vorkommenden Bestand′.

Ein PEFC-Lizenznehmer darf Pestizide einsetzen, wenn er selbst oder sein Berater diesen Einsatz für gerechtfertigt hält. Der FSC schreibt [. . .] eine behördliche Anordnung vor.

PEFC-Waldbesitzer geben in der Organisation den Ton an und können im Zertifizierungsrat nicht überstimmt werden. Im FSC reden neben den Waldbesitzern auch Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Verbraucher mit. Besonders der zuletzt aufgeführte Unterschied [. . .] stößt bei Naturschutzorganisationen und Verbrauchern auf Widerstand. Die Mitbestimmung der , Spielregeln′ beim Umgang mit dem Wald ist zu wichtig, um sie ausschließlich den Waldbesitzern und ihren vorwiegend wirtschaftlichen Interessen zu überlassen."

Tobias Demircioglu

Georgsmarienhütte
Autor:
Tobias Demircioglu


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