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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nicht so harmlos, wie oft behauptet
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Leserbrief von Franziska Paul " Eindruck eines Rundumschlags" (Ausgabe vom 26. November) zur aktuellen Berichterstattung über die Agrarwende.

" Die Leserbriefschreiberin, die wohl aus der Landwirtschaft kommt, sollte eigentlich verantwortungsvoller mit der Produktion der Lebensmittel umgehen, die uns doch ernähren und gesund erhalten sollen. Leider kann bezweifelt werden, dass dieser Sachverhalt bei den vielen herkömmlich wirtschaftenden Bauern die primäre Rolle spielt.

Wie sonst ist zu erklären, dass jährlich 1700 Tonnen Antibiotika im Tierbereich in Deutschland eingesetzt werden, im Humanbereich sind es 400 Tonnen. Über die Gülle und den Boden gelangt dies in die Pflanzen und damit auf unsere Teller. Dies führt dazu, dass Patienten mit entsprechenden Krankheiten nicht mehr geholfen werden kann, da eine Resistenz gegen Penizillin entwickelt wurde.

Landwirte selbst sind nicht selten mit dem gefährlichen MRSA-Keim belastet und werden bei notwendigem Klinikaufenthalt isoliert untergebracht. Hormone werden sowohl zur Fruchtbarkeitsbehandlung verwandt als auch in der Schweinemast verabreicht, da dies einen mastfördernden Effekt hat. Zurzeit läuft eine Klage der EU gegen Deutschland, da wir zu viel Nitrat im Wasser haben. Es kann als sicher gelten, dass dies aufgrund des Gülleeintrags auf den Feldern ins Grundwasser gesickert ist.

Ausgerechnet in Bad Laer, dem Wohnort der Leserbriefschreiberin, muss ja gerade die Kläranlage wegen zu hoher Nitrat- und Ammoniumwerte ausgebaut werden (NOZ vom 27. November 2015). Jährlich werden in Deutschland durch konventionelle Bauern 6000 Tonnen des giftigen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat sowie weitere Pestizide auf Ackerflächen ausgebracht.

Dass dieses Mittel nicht so harmlos ist, wie oft behauptet, wurde unter anderem von einem dänischen Schweinemäster nachgewiesen: Wenn der Glyphosatgehalt im Futter höher war, hatte er mehr Missgeburten bei den Ferkeln zu beklagen.

Was ist nun die Lösung? Selbst wenn Landwirte sich nicht der , Bewahrung der Schöpfung′ verpflichtet fühlen, sollten sie nachdenklich werden. Durch sinnvolle Fruchtfolge und Pflügen kann auf Glyphosat verzichtet werden.

Ein Anreiz für eine Richtungsänderung könnten auch höhere Preise für gesunde Bioprodukte sein. Beispielsweise werden für Bioschweine von einem Großschlachthof in der Region dreimal höhere Preise bezahlt als für herkömmlich gemästete Tiere."

Stefan van Lente

Osnabrück
Autor:
Stefan van Lente


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