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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ansturm auf die Müllberge
Zwischenüberschrift:
EU-Kommission fordert deutlich mehr Recycling
Artikel:
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Originaltext:
Brüssel. Wenn es nach dem Willen der Brüsseler EU-Kommission geht, hat an diesem Mittwoch das Ende der Wegwerfgesellschaft begonnen. " Unser Planet und unsere Wirtschaft können nicht überleben, wenn wir diesen Ansatz des Wegwerfens weiterverfolgen", betonte Vizepräsident Frans Timmermans, als er zusammen mit Kollegen ein selten umfangreiches Paket zur Kreislaufwirtschaft vorstellte.
Die große Linie heißt: vermeiden, wiederverwerten, noch einmal nutzen. Tatsächlich klingen die gesetzten Ziele, die die EU-Mitgliedstaaten bis 2030 gemeinsam erreichen sollen, ehrgeizig: 65 Prozent aller Siedlungsabfälle sollen recycelt werden derzeit sind es EU-weit 41, 8 Prozent. 75 Prozent des Verpackungsmülls muss 2030 wiederverwertet werden aktueller Wert: 25 Prozent, 50 Prozent landet auf Deponien. Müllhalden sollen kleiner werden und höchstens noch für zehn Prozent des Abfalls dienen. Getrennt gesammelte Materialien dürfen nicht mehr deponiert werden.
Außerdem will die Kommission die Wirtschaft mit lukrativen Modellen motivieren, neue Recyclingsysteme für Verpackungen, Batterien, elektrische und elektronische Geräte sowie Fahrzeuge zu entwickeln. Rund 6, 15 Milliarden Euro steckt Brüssel in diesen Plan.
Der Vorstoß, den man selbst als " ambitioniert" bezeichnet, bringt aber vor allem eine Neuerung: Nahezu alle ursprünglichen Ziele für die Abfallvermeidung und Wiederverwertung wurden um im Schnitt fünf Prozent gesenkt. Deutschland kann die Diskussion sogar völlig unbeteiligt verfolgen: Hierzulande werden die neuen EU-Vorgaben zum großen Teil schon heute erfüllt.

Kommentar
Reparaturen erwünscht

Was ehrgeizig klingt, entpuppt sich beim näheren Hinsehen zunächst als Enttäuschung. Denn die Brüsseler Kommission hat, um ihren Entwurf mehrheitsfähig zu machen, tatsächlich Recyclingziele nach unten korrigiert. Und dabei auch noch mit dem Jahr 2030 einen Zeitraum gewählt, der unerträglich lang ist. Daran wird man bei den anstehenden Beratungen noch arbeiten.

Doch weitaus wichtiger scheint, dass sich die EU-Behörde sehr viel deutlicher und entschlossener den Herstellern selbst zuwendet. Denn der Verbraucher kann in einigen Bereichen eben nur begrenzt Abfall vermeiden beispielsweise, wenn es um aufwendige Verpackungen oder gar Geräte geht, die mit integrierter Sollbruchstelle nach zwei Jahren ihren Geist aufgeben, um eine Neuanschaffung auszulösen. Eine Kommission, die hier striktere Vorgaben machen würde, um schon bei der Konstruktion und Herstellung die spätere Wiederverwertung im Sinn zu haben, könnte viel für die Müllvermeidung tun.

Dazu gehört auch der Gedanke, die Reparatur als lebensverlängernde Maßnahme wiederzuentdecken. Denn ein Gerät muss nicht gleich entsorgt werden, nur weil der Akku nicht mehr funktioniert.
Autor:
Detlef Drewes


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