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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sechs Nächte lang Fledermäusen nachgespürt
Zwischenüberschrift:
Naturschutzstiftung vergibt Förderpreis
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Dass Grünbrücken als Straßenquerungshilfe für Fuchs, Reh, Wildschwein und Co. dienen, ist weitestgehend bekannt. Aber sind diese Verbindungen auch für fliegende Tiere wie Fledermäuse wichtig? Und falls ja, haben die Grünbrücken den richtigen Aufbau? Antworten auf diese Fragen erforschte Josephin Erber, die an der Hochschule Osnabrück Landschaftsentwicklung studierte, in ihrer Bachelorarbeit. Für ihre herausragende wissenschaftliche Leistung wurde sie mit dem Förderpreis der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück ausgezeichnet.
Das dichte Straßennetz in Deutschland stellt für viele Organismen unüberwindbare Barrieren dar. Um diese Zerschneidung der Lebensräume der Tiere zu kompensieren und sie wieder zu vernetzen, gibt es Grünbrücken. " Diese Brücken sollen von den Tieren als Teil ihres Lebensraums angenommen werden. Läuft das Wild fluchtartig hinüber, ist so eine Brücke nicht optimal konzipiert", erklärte Herbert Cucchi, Professor an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Forschungen an einer der ersten Grünbrücken im Osnabrücker Land in Hilter über die Autobahn 33 hätten gezeigt, dass die Brücke eigentlich zu schmal ist, damit das Wild entspannt hinüberläuft. Auch der oft genutzte Wirtschaftsweg auf der Brücke sei suboptimal für die Säugetiere. " Aber die Fledermäuse profitieren davon", weiß Josephin Erber, die einen ganzen Sommer lang die nachtaktiven Fledertiere auf und rund um die Grünbrücke in Hilter beobachtete.
" Fledermäuse brauchen Flugschneisen, wie hier den Wirtschaftsweg, oder auch erhöhte Baumreihen an denen sie sich auf ihren festen Flugrouten orientieren", sagte Josephin Erber. Breite Straßen bedeuten auch für die Flieger eine große Gefahr.
Manche Fledermausarten würden sehr knapp über dem Boden fliegen und jagen und so von Fahrzeugen erfasst. Zudem zöge die warme Asphaltdecke viele Insekten an und die wiederum ihre Fressfeinde, die Fledermäuse.
Für ihre Forschung verbrachte die Studentin, neben Feldarbeit im Team mit Osnabrücker Fledermausexperten, sechs Nächte lang alleine im Wald. " Zunächst musste ich mich natürlich daran gewöhnen", erzählte sie lächelnd bei der Preisvergabe. " Rehe klingen dann eher wie wilde Hunde, Dachsaugen haben mich angeleuchtet, und auch Igel sind lauter als erwartet." Doch viel Zeit für Unbehagen blieb ihr bei den Waldnächten nicht: Um die Fledermausaktivitäten zu erfassen, stellte Josephin Erber Horchkisten an verschiedenen Standorten auf, lief bestimmte Routen mit dem Detektor ab und beobachtete die Fledermäuse zur Ausflugszeit kurz vor Sonnenuntergang und zur Einflugzeit kurz vor Sonnenaufgang auf der Brücke.
Ihre Beobachtungen und die Datenauswertungen zeigten, dass zahlreiche Fledermäuse die Grünbrücke zum Überqueren der Autobahn nutzen. Josephin Erber sichtete dort ein Drittel der in Deutschland vorkommenden Arten: darunter Zwergfledermäuse, Breitflügelfledermäuse, Rauhautfledermäuse, der Große Abendsegler, das Große Mausohr, das Braune Langohr und die Große Bartfledermaus.
" Mein Anliegen ist es, mit diesen Forschungsergebnissen die Aufmerksamkeit bei der Straßenplanung auch auf die Fledermäuse zu richten, denn sie sind betroffen, obwohl sie fliegen können", betonte Josephin Erber. Wolfgang Marks, der stellvertretende Geschäftsführer der Naturschutzstiftung, informierte: " Die von uns ausgezeichneten Arbeiten versuchen wir auch umzusetzen."
Seit 1995 vergibt die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück jährlich diesen mit 500 Euro dotierten Förderpreis für praxisorientierte Naturschutz-Forschungen im Osnabrücker Land.

Bildtext:

Ausgezeichnete Bachelorarbeit: Herbert Zucchi (links) und Wolfgang Marks überreichen den Förderpreis an Josephin Erber. Die Wissenschaftlerin hat die Bedeutung von Grünbrücken für Fledermäuse erforscht. Foto: Elvira Parton
Autor:
hla


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