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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Opposition will Wolf tot sehen
Zwischenüberschrift:
Diskussion um Problemtier aus dem Raum Vechta – Wenzel warnt vor Übereifer – Schäfer demonstrieren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Hannover. 64 Schafe soll ein Wolf im Raum Goldenstedt getötet und 35 weitere verletzt haben. " Er muss erschossen werden", forderte am Mittwoch der CDU-Abgeordnete Ernst-Ingolf Angermann im Landtag. Die FDP schloss sich an, die SPD signalisierte Zustimmung doch Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) warnte vor Übereifer.

Während die Christdemokraten das Thema zum Gegenstand einer Aktuellen Stunde im Landesparlament machten, demonstrierten vor dem Gebäude rund 50 Schäfer aus Südoldenburg. Sie verlangten wirksame Maßnahmen, um weitere " Blutbäder" von Wölfen unter Nutztieren zu vereiteln.

Angermann und der FDP-Abgeordnete Gero Hocker schilderten in der Landtagsdebatte, dass ein Großteil der Schafsrisse in dieser Region einer verhaltensauffälligen Wölfin zuzuordnen sei, die inzwischen sogar mehr als 1, 40 Meter hohe Zäune überwinde, um an ihre Beute zu gelangen.

Diesem Tier sei mit Präventionsmaßnahmen nicht mehr beizukommen. " Dieser Wolf ist untragbar; er muss entnommen werden", meinten Angermann und Hocker unisono. Im Klartext: Das Tier müsse abgeschossen werden, bevor es noch größeren Schaden anrichte.

Kritik übten die Oppositionspolitiker am zuständigen Umweltminister Wenzel, der viel zu lasch agiere. Hocker plädierte grundsätzlich dafür, Wölfe in das Jagdrecht aufzunehmen. Zugleich verurteilte er die kostenaufwendige Einrichtung eines Wolfsbüros, das über eine Million Euro pro Jahr koste.

Der SPD-Abgeordnete Marcus Bosse unterstrich, man müsse sich damit abfinden, dass der Wolf in Deutschland wieder heimisch werde. Dies sei auch so gewollt gewesen. Mit Blick auf das Problemtier im Raum Goldenstedt merkte Bosse an, es müsse spätestens dann etwas geschehen, wenn dieser Wölfin weitere Tierrisse zugeordnet werden könnten. Eine Maßnahme könne dann in der Tat die Entnahme sein auch um die Gefahr zu mildern, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung schwinde.

Wenzel und der Grünen-Abgeordnete Hans-Joachim Janßen warnten vor Hysterie und verwiesen auf die hohen rechtlichen Vorgaben zum Schutz der Wölfe. So unterstrich der Umweltminister, nach derzeitigem Stand sei die Forderung nach Abschuss des vermeintlichen Tattieres " Aufruf zum Rechtsbruch". Der Grünen-Politiker sprach sich dafür aus, zunächst einmal zu klären, ob für die Risse im Raum Goldenstedt tatsächlich nur ein bestimmter Wolf infrage komme. Dies solle geschehen, indem man versuche, die Wölfin mit einem Sender auszustatten. Sorgfältig abgewogen werden müsse, ob es Alternativen wie noch einmal verstärkte Schutzmaßnahmen gebe. Wenzel stellte klar, dass die Entnahme des Wolfes " nur das letzte Mittel der Problemlösung" darstellen könne. Auch der Naturschutzbund Nabu forderte, zunächst einmal alle Maßnahme zur Abwehr des Wolfes auszuschöpfen.


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