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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Busfahren wird 2016 teurer
 
Preise für Bustickets ziehen 2016 an
Zwischenüberschrift:
Verkehrsgemeinschaft Osnabrück beantragt Erhöhung zum Jahreswechsel – Politik lobt E-Bus-Pläne
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Buskunden der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) müssen sich auf steigende Fahrpreise zum Jahreswechsel gefasst machen. Die Stadtwerke Osnabrück haben stellvertretend für die VOS einen Antrag bei der zu ständigen Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover gestellt. Entsprechende Informationen bestätigte ein Sprecher der Genehmigungsbehörde unserer Redaktion. Welche Tarifänderungen im Detail geplant sind, wollten auf Nachfrage aber zum jetzigen Zeitpunkt weder die LNVG noch die VOS sagen.
Unterdessen haben sich führende Osnabrücker SPD-Politiker lobend über die Pläne der Stadtwerke geäußert, bis zum Jahr 2020 insgesamt 40 neue Elektrobusse für den Liniendienst anzuschaffen. Allerdings besteht hier trotz Landesförderung eine große Finanzierungslücke.

Osnabrück. Zum Jahreswechsel soll das Busfahren in Stadt und Landkreis Osnabrück wieder teurer werden. Nach Informationen unserer Redaktion steigen die Ticketkosten im Schnitt um 1, 98 Prozent. Wie viel die Fahrscheine ab dem 1. Januar 2016 kosten, will die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) aber noch nicht verraten.

Die Fahrpreiserhöhung sei in der vergangenen Woche beantragt worden, teilte ein Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover auf Nachfrage mit. Begründet werde sie vor allem mit gestiegenen Kosten für Personal und Fahrzeuge. Details zu geplanten Tarifänderungen mochte die Genehmigungsbehörde nicht nennen. Bei den Stadtwerken Osnabrück als Antragsteller hieß es dazu, Einzelheiten würden bekannt gegeben, sobald alles bewilligt sei. Mit einer Entscheidung ist laut LNVG in den kommenden Wochen zu rechnen.

Aktuell kostet etwa ein Einzelfahrschein für die Preisstufe 0 (Osnabrück/ Belm) 2, 60 Euro. Er ist damit so teuer wie vergleichbare Tickets in Städten wie Münster, Bielefeld, Hannover und Bremen wo allerdings teils völlig andere Rahmenbedingungen herrschen. Mit Blick auf vergangene Preiserhöhungen ist es wahrscheinlich, dass 2016 Einzeltickets im VOS-Gebiet erneut um 10 Cent teurer werden. Außerdem dürften die Preise für Zeit- und Mehrfachkarten klettern. Wer vier Tickets auf einmal kauft, zahlt im Moment 9, 90 Euro. Wochenkarten kosten 16 Euro, Monatskarten 53 Euro.

Immerhin: Die durchschnittliche Preissteigerung fällt geringer aus als zuletzt. Insgesamt bewege sich die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück diesmal " am unteren Rand dessen, was wir in anderen Verkehrsverbünden sehen", erklärte LNVG-Sprecher Rainer Peters. Überdies hätten die Verkehrsunternehmen einen gesetzlichen Anspruch auf eine auskömmliche Tarifgestaltung.

Umstiegsfrei unterwegs

Erst vor wenigen Tagen hatten die Stadtwerke angekündigt, bis 2020 insgesamt 40 neue Elektrobusse anschaffen zu wollen. Bereits 2018 sollen auf der Linie 41 zwischen Voxtrup und Haste bzw. Rulle ausschließlich batteriebetriebene Gelenkbusse fahren 13 an der Zahl. Und dies, ohne Abstriche im Angebot zu machen, wie der zuständige Abteilungsleiter Werner Linnenbrink betonte, als er beispielsweise sagte: " Das hohe Gut der umstiegsfreien Beförderung muss aufrechterhalten werden."

So wird die bevorstehende Revolution im Fuhrpark von Osnabrücker Kommunal- und Landespolitikern ausdrücklich gelobt. In einer Pressemitteilung zeigen sich der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Frank Henning sowie Heiko Panzer als verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion davon überzeugt, dass " die Attraktivität des Nahverkehrs durch solche Angebote gesteigert" werde. Ferner trage der Ausbau der Elektromobilität in Osnabrück " enorm dazu bei, umweltschädliche Emissionen in unserer Stadt nachhaltig zu senken".

21 Millionen woher?

Das Land Niedersachsen schaffe für derlei Investitionen die nötigen finanziellen Anreize, indem es den Kauf eines neuen E-Busses seit 2015 mit 231 200 Euro fördert. Das sind 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben für einen neuen Diesel-Gelenkbus, der in der aktuellen Richtlinie mit 340 000 Euro veranschlagt wird einschließlich eines 70-prozentigen Aufschlags für den abgasfreien Antrieb.

Nach Angaben der Stadtwerke kostet ein alltagstaugliches, technisch zuverlässiges Stromfahrzeug für den genannten Zweck schätzungsweise 750 000 Euro. Bliebe also ein Restbetrag von mehr als einer halben Million Euro pro E-Bus, der anderweitig aufgebracht werden müsste. Bei 13 E-Bussen allein für die Linie 41 wären es bereits über 6, 7 Millionen Euro, bei insgesamt 40 sogar fast 21 Millionen. Woher soll das Geld kommen, wenn nicht aus eigener Tasche? Dazu Sprecherin Katja Diehl: " Wir hoffen auf weitere Unterstützung zum Beispiel durch den Bund."

E-Bus kein Preistreiber

Auswirkungen auf künftige Fahrpreiserhöhungen soll die Aufrüstung der Elektrobus-Flotte jedenfalls nicht haben, versicherte zudem Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes auf Nachfrage unserer Redaktion. Zwar rechne er auch in den nächsten Jahren mit Kostensteigerungen etwa im Personalbereich, was Anpassungen weiterhin nötig machen könne. Aber: " Wegen der E-Busse wird das Busfahren nicht teurer."

Darf Busfahren immer teurer werden? Diskutieren Sie mit auf www.noz.de/ os
Bildtext:
Seit Jahresbeginn kostet eine Busfahrt in Osnabrück regulär 2, 60 Euro. Gut möglich, dass der Ticketpreis zum 1. Januar 2016 erneut um 10 cent steigt. Auch Zeit- und Mehrfachkarten dürfen teuer werden.
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Schräg

Fahrpreiserhöhung schon wieder. Mit schöner Regelmäßigkeit bitten die Stadtwerke Osnabrück und ihre Partnerunternehmen in der Verkehrsgemeinschaft VOS die Buskunden zum Jahreswechsel stärker zur Kasse. Und das ohne signifikante Verbesserungen im Angebot oder?

Kritiker beklagen stets, dass der ÖPNV im Raum Osnabrück mit dem Nahverkehr in anderen Großstädten wohl im Preis, nicht aber in der Leistung mithalten könne. Auf den ersten Blick stimmt das, denn hier gibt es bei annähernd gleichen Tarifen etwa für Einzeltickets neben dem Bus nun einmal keine Straßenbahn (mehr), die bei verhältnismäßig geringen Betriebskosten große Beförderungskapazitäten mit erhöhtem Komfort vereint. Aber gerade weil die Voraussetzungen so unterschiedlich sind, ist der Vergleich mit Hannover, Bremen und anderen verkehrstechnisch bevorteilten Städten schräg. Er spielt bei der Bemessung von Tarifhöhen für Stadt und Landkreis Osnabrück zu Recht keine Rolle.

Ausgaben für das Fahrpersonal machen in der VOS etwa 55 Prozent der Gesamtkosten aus, Fahrzeuge 20 Prozent, Diesel 10 Prozent. Steigen also die Personalkosten, ist eine Fahrpreiserhöhung trotz sinkender Kraftstoffpreise fast unumgänglich.
Autor:
Sebastian Stricker


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