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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zu wenig Wohnungen für Flüchtlinge
Zwischenüberschrift:
Analyse des Pestel-Instituts – Landkreis Osnabrück: Zahlen sind lediglich hochgerechnet
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Händeringend suchen die Städte und Gemeinden im Landkreis Osnabrück zurzeit Wohnungen für Flüchtlinge. Laut einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts aus Hannover werden rund 1680 Wohnungen im Landkreis und 750 Wohnungen in der Stadt Osnabrück benötigt. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der IG BAU.

Landkreis und Stadt Osnabrück haben auf die Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts eher gelassen reagiert. Wegen der Durchgangseinrichtungen für die Erstaufnahme von Flüchtlingen in Hesepe mit mehreren Tausend Asylbewerbern und dem Osnabrücker Wohnheim am Natruper Holz mit derzeit mehreren Hundert Flüchtlingen werden den Kommunen in der Region nämlich erheblich weniger Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten zugewiesen als andernorts.

Nach Berechnungen der Wissenschaftler steige der Gesamt-Wohnungsbedarf für den Landkreis Osnabrück 2015 auf rund 2330 Wohnungen an, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Schnitt seien in den vergangenen Jahren allerdings lediglich rund 1040 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt worden. Das Institut warnt vor einer " handfesten Wohnungskrise". " Immerhin braucht der Landkreis Osnabrück in diesem Jahr 2, 2-mal so viele Wohnungen wie bislang jährlich überhaupt neu gebaut wurden", so Pestel-Institutsleiter Matthias Günther.

In der Stadt Osnabrück würden sogar 3, 4-mal so viele Wohnungen benötigt. Der Gesamtbedarf steige in 2015 auf 1240 Wohnungen, jährlich würden aber nur rund 360 Wohnungen neu fertiggestellt. Auch 2016 müsse sich Osnabrück auf einen " hohen Wohnraumbedarf einstellen". Es sei deshalb " zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern", so das Institut.

Wohn-Prognose

Das Pestel-Institut geht bei seiner Wohn-Prognose von rund 1880 Flüchtlingen aus, die im Laufe dieses Jahres in die Stadt und von 4200 Flüchtlingen, die in den Landkreis Osnabrück kommen werden. Die Zahlen sind lediglich hochgerechnet. Grundlage hierfür sei die für Deutschland erwartete Zahl von einer Million Flüchtlingen in 2015. Der Kreis selbst hatte zuletzt mit bis zu 1877 Flüchtlingen im kommenden Jahr gerechnet. Die Verteilung der Asylbewerber auf die Bundesländer berechneten die Wissenschaftler nach dem sogenannten " Königsteiner Schlüssel", innerhalb der Länder nach der Einwohnerzahl. " Um die für Asylbewerber zusätzlich benötigten Wohnungen zu ermitteln, gilt die Formel: 100 Flüchtlinge, die nach Osnabrück kommen, benötigen im Schnitt 40 Wohnungen", erläutert Matthias Günther.

Hinter der Untersuchung stehe die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, schreibt das Pestel-Institut. Die IG BAU hat gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) und dem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) die Wohnungsmarkt-Analyse in Auftrag gegeben.

Bedarf steigt

Der Analyse des Pestel-Instituts liegt nach Angaben des Landkreis-Pressesprechers Burkhard Riepenhoff eine " sehr pauschalisierte Betrachtungsweise" zugrunde. Aber eins sei klar: 1680 Wohnungen für Flüchtlinge, die nach Berechnungen des Pestel-Instituts in diesem Jahr kommen, seien schon deshalb nicht notwendig, weil es 2015 wohl unter 1000 Asylbewerber sein würden, die die Gemeinden im Kreis dauerhaft aufnehmen müssten, so Riepenhoff weiter.

Dennoch sei der Trend der Studie korrekt: " Der Bedarf steigt." Die steigende Nachfrage werde dazu beitragen, potenzielle Investoren in ihren Plänen zu ermutigen. Der Kreissprecher: " Der Landkreis Osnabrück wird entsprechende Baugenehmigungsverfahren sehr konstruktiv begleiten."

Ihrer Aufgabe und Verantwortung bewusst ist sich auch die Stadt Osnabrück. " Wir wissen, dass kostengünstige Wohnungen gebaut werden müssen, wenn im Jahr 2020 rund 167 000 Menschen mit Hauptwohnsitz in Osnabrück leben sollen", erklärte Pressesprecher Sven Jürgensen am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Dieses vom Rat beschlossene strategische Ziel sei allein schon sehr ambitioniert und angesichts der Flüchtlinge, die auch nach Osnabrück kommen, eine " echte Herausforderung".

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Autor:
pm, sdo, ra


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