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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leserbriefe
Zwischenüberschrift:
Pläne im Hinterkopf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel " Edel-Bauland statt Westumgehung" (Ausgabe vom 28. September) und den Leserbriefen " Schlag ins Gesicht der Straßengegner" (Ausgabe vom 1. Oktober).
" In der Tat würde eines fernen Tages doch noch eine schmale Entlastungsstraße erwogen werden, die bereits heute mit , Am Finkenhügel′ schon bis zum Lieneschweg reicht. Es ist reichlich Platz, um sie bis zur Paracelsusklinik zu verlängern. Die Grundstücke des geplanten Baugebietes hat sich die Stadt bereits durch Bauverbote und Wahrnehmen des Vorkaufsrechts in den späten 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts und danach gesichert. Zu dieser Zeit war klar, dass man nicht das gesamte Areal für eine Westumgehung, egal in welcher Breite, benötigte. Im ' Hinterkopf' des Planungsamtes existierten immer Pläne, die Restflächen zu vermarkten. Ein Träumer, der anderes vermutet.
Schließlich wurde über Ja und Nein zur Westumgehung/ Entlastungsstraße abgestimmt, übrigens nicht von allen Osnabrücker Bürgern, sondern von ihrem bemerkenswerten Teil nicht.
Nun zu den Nachbarn.
1. Es muss kein ' Edel-Bauland' werden. Dazu dürfen alle Bürger durch Bedenken und Anregungen anlässlich der öffentlichen Mitwirkung beitragen. Eine Verdichtung der bebaubaren Restflächen, die beim Abspecken durch die Biotope übrig bleiben, ist ohnehin geboten.
2. Die Grundstückspreise hat die Stadt in der Hand. Nach Parzellierung könnte sie den Einzelverkauf mit einer entsprechenden Bau- und Wohnauflage belasten, der eine befristete Eigennutzung vorschreibt. Auf keinen Fall ist das Gebiet ein Tummelplatz für Bauspekulanten.
3. Die Erschließung lässt sich durch mehrfache Anbindungen von Ost und West bewerkstelligen, ohne dass einzelne Nachbarn übermäßig durch den Anliegerverkehr belastet würden.
4. Ein Anspruch auf unverbaubaren Blick durch Neubauten besteht nicht.
5. Eine Belastung des Klinikums durch den Anliegerverkehr besteht angesichts des eigenen Anliegerverkehrs nicht.
6. Die Wagenburger mit ihren Kindern sind unsere Nachbarn, warum müssten sie weichen? Sie müssen selbstverständlich eingeplant werden. Das ist auf dem südlich gelegenen Grundstück mit einer Sanitärzelle durchaus planbar. Schließlich gehören sie zu uns und unserer Kultur. Wohin sollen sie ausgegrenzt werden? Wer denkt so etwas?"
Stefan Middelberg
Osnabrück
" Die eigene Stadt ist kaum noch wiederzuerkennen: Ein ' stillgelegter' Neumarkt ist alles andere als still, die Hase fragt sich, wo sie eigentlich fließt. ' Wirtschaftswunder' prangt es am Ring. Mit dem neuen ' Messegelände' und anderen ' Modernisierungen' scheint das wichtigste Element des ' Westfälischen Friedens 2.0' die kulturelle Bespaßung für uns Bürger/- innen äh, Konsument/- innen zu sein. Denn: ' Die Kassen sind leer.' Wie immer eigentlich. Doch: Wie ist es möglich, dass aus dem Namen Hans Calmeyer ' Ruhm, Ansehen, Attraktivität' gewonnen (Kapital geschlagen!) werden soll, wenn sich dieser allein wegen der Begriffe im Grab umdrehen würde?
Aus dem ehemaligen serbischen Offizierslager Oflag VI C der Wehrmacht in Atter wird schon zum Entsetzen vieler kapitalträchtiges Bauland für wenige gemacht anstelle eines naturbezogenen geschichtlichen Lernstandortes für alle.
Wieso ist es dann so schwer, die düster traurigbraune Villa Schlikker die sich anmaßt, ein kulturgeschichtliches Museum darzustellen (autsch!) – in eine Stätte der politischen Bildung zu verwandeln? Dieses geschichtsträchtige, durch seine Lage prädestinierte Gebäude aufblühen zu lassen, es ab von jedem Konsum zu einem Ort zu machen, an dem im Sinne Calmeyers aus unserer verheerenden Geschichte Kraft und Wissen für eine lebendige, respektvolle, freiheitliche Gestaltung des Jetzt und der Zukunft geschöpft werden könnte? Das wäre es, was uns zu ErbInnen Hans Calmeyers machen würde. Alles andere ist schlicht und ergreifend arm. Villa Traurigbraun.
Und: Wie ist es möglich, dass sogenanntes ' Edelbauland' genau dort entstehen soll, wo noch vor Kurzem klar von einer verkehrstechnischen Landschaftsverwüstung (genannt ' Westumgehung') abgesehen wurde […]? Ein Blick zurück erweist das Thema Wagenburg als eine von Osnabrücks peinlichsten Offenbarungen (Koksche Straße, Fürstenauer Weg, Neulandstraße, Knollstraße alle städtisch ' bereinigt', heute aber nur teilweise tatsächlich genutzt). Wagenleben und selbstverwaltete Treffpunkte sind im Osnabrück des ' Westfälischen Friedens 2.0' wohl nur dank der Offenheit einiger PrivatbesitzerInnen (heute im Schinkel und in der Frankenstraße) existent. Aber sie funktionieren. […]
Macht uns denn der ' Westfälische Frieden 2.0' außer kulturbespaßt, traurigbraun und edelzementiert eigentlich glücklich? Peinlich kann er uns sein. Vor unseren Kindern und Enkelkindern, nicht zuletzt aber auch vor uns selbst und vor denen, die vor uns für uns waren. […]"
Henrike Niebaum
Osnabrück
"[…] Die Bürgerbefragung war keine Volksabstimmung. Die Parteien im Stadtrat haben lediglich erklärt, sich an die Entscheidungen der Bürgerbefragung zu halten. Das Ergebnis gilt allenfalls auch nur bis zum Ende der jetzigen Legislaturperiode. Der neue Stadtrat kann ganz andere Entscheidungen treffen! Durch die zunehmende Bebauung wird das Verkehrsaufkommen zwangsläufig steigen, sodass es ein Gebot der Stunde ist, hierfür entsprechende Straßen zu schaffen.
Die Gegner der Westumgehung hatten zu keinem Zeitpunkt den Schutz der Natur im Kopf, sondern den Schutz ihrer Grundstücke und deren Wert! Wer in Osnabrück wohnt, kann nicht die Ruhe einer Dorflandschaft oder gar einer Alm in den Alpen erwarten.
Dass die Politik die Neubauten natürlich semantisch schönredet, ändert nichts an dem zu erwartenden steigenden Verkehrsaufkommen. Die autofreie Stadt ist ein irrealer Wunschtraum von Spinnern."
Dr.-Ing. Klaus Busch
Osnabrück
Autor:
Stefan Middelberg, Henrike Niebaum, Dr.-Ing. Klaus Busch


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