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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Ledenhof ist unverzichtbar″
Zwischenüberschrift:
Kulturschaffende kritisieren Pläne für Wissenschaftskolleg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mitglieder der freien Kulturszene in Osnabrück sorgen sich um den Ledenhof als ihre angestammte Bühne. Sie fürchten, einen wichtigen Veranstaltungsraum zu verlieren, falls die Universität in dem mittelalterlichen Haus gegenüber vom Schloss tatsächlich ein Wissenschaftskolleg einrichtet.

Die Deutsche Stiftung Friedensforschung und das Literaturbüro Westniedersachsen haben im Ledenhof ihren fes ten Sitz. Darüber hinaus nutzen drei Kulturinitiativen den Renaissance-Saal in der ersten Etage regelmäßig für Aufführungen: das Thiele-Neumann-Theater, das Duo Pianoworte und das Erzähltheater Osnabrück. Hinzu kommen zahlreiche Konzerte zum Beispiel aus der Reihe Oper mal anders″. Auch Universität und Hochschule führen im Ledenhof Diplom- und Abschlusskonzerte durch.

Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass Osnabrück, das so viel Wert legt auf seine freie, vielfältige und kreative Kulturszene, auf diesen einzigartigen Veranstaltungsraum verzichten kann″, sagt Sabine Meyer vom Erzähltheater Osnabrück. Allein ihre Veranstaltungen würden jährlich 600 Menschen anlocken, insgesamt seien es schätzungsweise über 1000 Nutzer″. Sie habe deshalb mit Erstaunen und Befremden″ davon gelesen, dass Stadt und Universität mit dem Denkmal als Standort für ein zu gründendes Wissenschaftskolleg liebäugeln. Der Renaissance-Saal ist der einzige Kultursaal mit einem Konzertflügel, der nicht an eine Spielstätte gebunden, sondern für Veranstalter ohne entsprechenden Organisationshintergrund buchbar ist.″ Eine Denkfabrik mit Leuchtturm-Charakter″, wie sie der Universität vorschwebe, könne, ja müsse mithin woanders entstehen, denn im Ledenhof gebe es bereits eine Denkfabrik für die Osnabrücker Kultur- und Literaturszene″, erklärt Sabine Meyer. Mögen wir freien Kulturschaffenden auch einzeln gesehen kleine Leuchttürme sein, zusammen sind wir einer der wichtigsten Leuchttürme der Friedensstadt Osnabrück.″

Auch Helmut Thiele, der zusammen mit seiner Frau Regina Neumann das Osnabrücker Thiele-Neumann-Theater betreibt und gemeinsam mit Bernd-Christian Schulze das Duo Pianoworte bildet, hält nichts von einer Umwidmung des Ledenhofs. Da hängt viel dran″, sagt der Schauspieler, wir selbst nutzen ihn seit fast 30 Jahren.″ Allein bis März 2016 seien sechs Aufführungen im Renaissance-Saal geplant.

Mit einem Fassungsvermögen von gut 80 Plätzen sei dieser ein wunderbarer Veranstaltungsort, ein Kleinod, das gepflegt werden sollte″, findet Helmut Thiele. Ein Rätsel sei es ihm, wie der Saal einem wissenschaftlichen Kolleg dienen könnte wo doch die historischen Holzdecken und Holzböden bei jedem Schritt so laut knarzten, dass der Raum tagsüber gar nicht nutzbar″ sei, weil in den Stockwerken darüber und darunter gearbeitet werde.

Um das Kulturdenkmal″ Ledenhof in ein Wissenschaftskolleg zu verwandeln, wären deshalb aus seiner Sicht umfangreiche Sanierungen und Anbauten nötig, welche die alte Bausubstanz nicht vertragen würde. Es wäre um den Ledenhof schade″, sagt Helmut Thiele, und ich fände es sehr schade, wenn so viele Kulturinitiativen der Stadt Osnabrück sich andere Veranstaltungsorte suchen müssten, die obendrein nicht annähernd mit der Atmosphäre dieses Renaissance-Saales konkurrieren können.″
Bildtext:
Freie Theatermacher in Osnabrück fürchten, den Ledenhof als angestammte Bühne zu verlieren, falls die Universität dort ein Wissenschaftskolleg einrichtet.
Foto:
Maha Hamo
Autor:
Sebastian Stricker


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