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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Alkoholszene verlagert sich zum Neumarkt
 
Alkoholszene verlagert sich zum Neumarkt
Zwischenüberschrift:
Verbote am Salzmarkt zeigen Wirkung – Jetzt Probleme in der Johannisstraße
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Problem nicht gelöst, sondern verlagert: Der Neumarkt an der Ecke Johannisstraße ist zum neuen Treffpunkt alkoholkranker Menschen geworden, die sich bisher vor allem am Salzmarkt gesammelt hatten. Geschäftsleute rufen die Stadt zur Hilfe und fordern, das am Salzmarkt geltende Alkoholverbot bis zum Neumarkt auszudehnen. Menschen, die Alkohol trinken, seien Teil dieser Stadt: Das ist so, das kennen wir ja auch schon viele Jahre″, sagt ein Hotelier. Aber es müssen sich alle an die Spielregeln halten.″ Nach Beschwerden der Anwohner und Geschäftswelt im Umfeld des Salzmarktes und der südlichen Johannisstraße hatte die Stadt dort ein Alkoholverbot verhängt und zwei zusätzliche Mitarbeiter für das OS-Team eingestellt, die ein Auge auf das Problemgebiet werfen.

Osnabrück. Die Szene-Probleme an der Johannisstraße sind offenbar nicht gelöst, sie haben sich nur verlagert. Jetzt ist es der Bereich in unmittelbarer Nähe zum Neumarkt, in dem sich vor allem die Alkoholszene aufhält, zum Leidwesen der Geschäftswelt, die mit einer Reihe unangenehmer Folgen zu kämpfen hat.
Die Ausweitung des Alkoholverbots bis zum Neumarkt ist keine Bitte, sondern eine Forderung.″ Hotelier Stephan Meyer hat die Nase voll. Der Eingang zu seinem Hotel liegt in einem Durchgang zu dem hinter dem Landgericht liegenden Parkplatz. Würde er nicht täglich für Ordnung und Sauberkeit sorgen, wär der Durchgang schon längst zu einer stinkenden Kloake verkommen. Einen Betrunkenen konnte er sogar nur mit Mühe davon abhalten, direkt vor die Eingangstür zu seinem Hotel im ersten Stock des Hauses zu pinkeln. Jeden Tag reinigen wir hier, ständig streichen wir die Wände frisch″, sagt Meyer, der sich sicher ist, mit diesen Maßnahmen wenigstens das Schlimmste verhindern zu können.
Er fordert ebenso wie Tom Kutsche, der im Erdgeschoss des Meyerschen Hauses einen Supermarkt betreibt, und auch Udo Exner, Inhaber des benachbarten Optikergeschäfts, dass die Stadt ihr Augenmerk nun auf die Situation im Eingangsbereich der Johannisstraße lenkt. Der Neumarkt fordert uns im Moment ohnehin viel ab″, sagen die drei Geschäftsleute mit Blick auf den Tunnelabriss und die noch zu erwartenden Bauarbeiten für das neue Einkaufscenter. Da sei die Szene aus vor allem Alkoholabhängigen ein zusätzliches Problem, das dringend gelöst werden müsse.
Die drei verweisen auf die Lösung der Probleme am Salzmarkt und der mittleren Johannisstraße. Auch hier hatte sich die Szene häuslich eingerichtet und war zum Teil zum Schrecken der Geschäftsleute und Anwohner geworden. Ein runder Tisch, an dem neben den Anliegern auch Polizei, Stadt, Mediziner und Suchtberater beteiligt waren, hatte schlussendlich die Einstellung von zwei eigens für diesen Bereich zuständigen OS-Team-Mitarbeitern und eben vor allem ein Alkoholverbot für den gesamten Bereich bis hin zur Johanniskirche durchgesetzt. Die Maßnahmen zeigten schnell Wirkung, die Szene hat sich aufgeteilt und verlagert.
Davon träumen die Ladeninhaber im nördlichen Teil der Johannisstraße derzeit. Meine Mitarbeiterinnen kommen überwiegend mit der Klientel klar″, sagt Kutsche. Gleichwohl gebe es immer wieder Situationen, in denen sie Angst hätten. Zumal wenn der Alkoholpegel im Verlaufe des Tages steige, nehme die Aggressivität zu. Dann könne es vorkommen, dass sich ein pöbelnder Betrunkener nicht aus dem Laden entfernen lasse. Kutsches Leute können dann einen privaten Sicherheitsdienst alarmieren, dessen Befugnisse aber an der Ladentür enden. Außerdem koste die Dienstleistung auch Geld, macht Kutsche deutlich.
Meyer, Kutsche und Exner benennen mehrere Punkte, die zu einer Verschärfung der Situation im Laufe des vergangenen Jahres geführt hätten. Unter anderem sorge der behelfsmäßig eingerichtete Bussteig für ein wenig ansprechendes Erscheinungsbild, was die ungeliebte Klientel zusätzlich anziehe. Zudem werde die eigens für wartende Buskunden aufgestellte Bank von den Trinkenden dankbar angenommen. Busgäste sitzen da nie drauf″, hat Exner beobachtet. Die kämen öfter mal in seinen Laden, ergänzt Kutsche, und fragten, ob sie sich dort kurz hinsetzen dürften. Das sind vor allem ältere Menschen″, so Kutsche.
Wir sind doch der Eingangsbereich zur Johannisstraße″, sagt Meyer. Mit den Bussen kämen hier auch viele Menschen von außerhalb an. Was für ein Bild präsentiert die Stadt an dieser Stelle denn diesen Besuchern?″, fragt Meyer. Und weiter: Wir bilden hier ein Stück Osnabrücker Lebensrealität ab. Dazu gehören sicherlich auch Menschen, die Alkohol trinken. Das ist so, das kennen wir ja auch schon viele Jahre. Aber es müssen sich alle an die Spielregeln halten.″ In einer Ausweitung des Alkoholverbots bis zum Neumarkt und regelmäßigen Kontrollen durch den Außendienst des OS-Teams sehen Meyer und seine Mitstreiter eine Chance auf Besserung. Die derzeitige Situation sei auf jeden Fall geschäftsschädigend.

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Bildtext:
Durch das Alkoholverbot ist der Salzmarkt (Foto) als Treffpunkt unattraktiv geworden. Die Szene ist zur Johannisstraße weitergezogen.
Archivfoto:
David Ebener

Kommentar
Berechtigtes Anliegen

Die Geschäftsleute an der nördlichen Johannisstraße sind gebeutelt. Sie erdulden seit 2014 die Neumarktbaustelle, nur um der nächsten Großbaustelle dem geplanten Einkaufscenter entgegenzusehen.

Diese Geduld sollte von der Stadt belohnt werden. Verwaltung und Politik müssen umgehend den Geschäftsleuten Gehör schenken. Deren Forderungen sind wahrlich nicht übertrieben. Eine Ausweitung des Alkoholverbots bis in diesen Bereich kostet nichts, kann bei entsprechenden Kontrollen aber viel bewirken.

In unmittelbarer Nähe zum Neumarkt mit seiner hohen Besucherfrequenz muss sich die Stadt aufgeräumt und sauber präsentieren. Nicht mehr und nicht weniger wollen die Geschäftsleute erreichen.

Niemand will den Alkoholabhängigen etwas Böses, auch die Geschäftswelt an der Johannisstraße nicht. Die lebt mit dieser Klientel schon wesentlich länger als die Salzmarktanlieger. Aber ob mit oder ohne Alkohol ein paar Spielregeln gelten für alle. Aggressive Pöbeleien und wildes Pinkeln sind Ausschlusskriterien. Diese Regeln müssen endlich auch in diesem Bereich der Johannisstraße umgesetzt werden.
Autor:
Dietmar Kröger


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