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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Viele Herausforderungen für die Friedenskultur
Zwischenüberschrift:
Kalla Wefels "Heimatabend" zum Thema "Friedensreich und multikulti?"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Anspruch und Wirklichkeit der Osnabrücker Friedenskultur dieses Spannungsfeld wurde jetzt bei Kalla Wefels " Heimatabend" in der Lagerhalle kompetent und kontrovers erörtert. Dabei brachten die geladenen Gäste vielfältige Erfahrungen in die Diskussion mit ein und stellten sich mit der Flüchtlingskrise und Integrationsdebatte auch aktuellen Herausforderungen.
" Wir haben schon eine besondere Struktur hier in Osnabrück", betonte Polizeipräsident Bernhard Witthaut gleich zu Beginn mit wohlwollendem Blick auf die städtische Friedenskultur. Dennoch gebe es in einigen Stadtteilen große Probleme. Auch die Vorsitzende des Osnabrücker Beirats für Migration, Daniela Dandrea, fasste ihre Sicht auf das Thema Friedenskultur in der Stadt zusammen. " Ich finde, Osnabrück hat sich in dieser Hinsicht sehr verbessert." So seien unter anderem die Informationsmöglichkeiten für Migranten und Flüchtlinge vielfältiger geworden.
Passend dazu berichtete die 18-jährige Schülerin des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums Anush Darbinian von ihren schulischen Erfahrungen zum Thema Friedenskultur und Integration. Dabei zeigte auch sie sich trotz einiger wahrgenommener Defizite überwiegend zufrieden mit der Situation.
Einblicke in städtische Integrationsbemühungen der Vergangenheit und Gegenwart gab Hans-Georg Weisleder, Leiter des städtischen Fachdienstes Jugend. In Großstädten, so betonte er, seien soziale Verwerfungen und die damit verbundenen Probleme generell deutlich größer als auf dem Land, was entsprechende Herausforderungen mit sich bringe. Handlungsbedarf sieht Weisleider vor allem am Rosenplatz und in Teilen von Eversburg, Schinkel und Dodesheide-Ost, wo sich ein hoher Migrantenanteil, Armutsprobleme und schlechte Chancen von Kindern und Jugendlichen deutlicher als anderswo identifizieren ließen.
Einig waren sich die Diskutanten darin, dass es zahlreiche Fortschritte innerhalb der Stadt gebe, die Friedenskultur im Alltag erfahrbar mache. " Es gibt aber durchaus noch viel Verbesserungsbedarf", fasste Ko-Moderator Heiko Schulze die Erkenntnisse der ersten Runde zusammen.
Kontroverser verlief die Diskussion im zweiten Teil, die von Kalla Wefel und von Katharina Opladen, der Leiterin des städtischen Büros für Friedenskultur, moderiert wurde, das als Mitveranstalter auftrat. " Ich bin der Meinung, dass wir auch unsere Kultur verteidigen müssen", warf Wefel provokativ, aber durchaus ernst gemeint ein. Den Hintergrund seiner Aussage bildeten Ausführungen über autoritäre und hierarchische Familienstrukturen und ein undemokratisches Rechtsverständnis bei einigen Migrantengruppen.
Ungewöhnliche Einblicke in die Osnabrücker Clubszene ermöglichte Daniel Hopkins, der dieser bescheinigte, deutlich sicherer geworden zu sein. Dass die Kriminalität in diesem Bereich tatsächlich zurückgegangen ist, bestätigte auch Polizeipräsident Witthaut, ergänzte aber auch, dass es hier möglicherweise ein größeres Dunkelfeld gebe.
Als Gast begrüßte Wefel auch den Georgsmarienhütter Gerhard Torges, Initiator der bundesweit für Furore sorgenden " Aktion Arschloch", der seiner Sorge vor einem zunehmenden Auftrieb rechter Einstellungen Ausdruck verlieh.
Dem Themenbereich lokale Sozialpolitik und Friedenskultur wendete sich Heinrich Funke von der Arbeitslosenselbsthilfe (AsH) zu. Er sieht bei Ersterer große Defizite. " Wir betreiben doch kaum noch Sozialplanung, die Armut wird nur noch verwaltet", kritisierte Funke. Dem hielt Fachdienstleiter Hans-Georg Weisleder einige Beispiele aus seiner Arbeitspraxis entgegen.
Deutlich wurde bei der facettenreichen Diskussion, dass sich die Osnabrücker Friedenskultur in den kommenden Jahren zahlreichen Herausforderungen gegenübersieht, deren Bewältigung nicht leichtfallen dürfte.
Bildtext:
Die Osnabrücker Friedenskultur war Thema bei Kalla Wefels Heimatabend in der Lagerhalle und sorgte für spannende Ein- und Ausblicke.
Foto:
Hermann Pentermann
Autor:
cby


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